Meinung Für Büroleiter und Wirt gilt: Gegenseitiger Respekt ist eine gute Grundlage
Ostern ist vorbei. Die Ostereiersuche war hoffentlich erfolgreich. Erfolg erhoffen sich auch Kommunen, die auf der Suche sind. Nach Menschen, die Herausforderungen suchen.
Büroleiter gesucht
Die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben sucht einen Büroleiter. Frank Riedinger verlässt die Pfalz aus privaten Gründen. Es zieht ihn nach Baden-Württemberg. 26 Jahre Erfahrung im Verwaltungsbereich, davon neun Jahre als Büroleiter, nimmt er mit. Die Erfahrung hat er auch als Referent an der Kommunalakademie weitergegeben. Es sei nicht immer so gelaufen, wie er sich das vorgestellt habe, sagte Riedinger bei seiner Verabschiedung. Aber auch sicher nicht immer so, wie es sich Bürgermeister und Ratsmitglieder vorgestellt hätten, ergänzte er schmunzelnd. Damit sprach er die besondere Herausforderung an, die mit der Position des geschäftsführenden Beamten verbunden ist.
Sie ist im Konstrukt Verbandsgemeinde die herausgehobene Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung. Seit die Bürgermeister direkt gewählt werden, hat die Anzahl der Verwaltungsfachleute in diesem Amt abgenommen. Damit eine Verbandsgemeinde funktioniert, muss zwischen gewähltem Chef und dem obersten Verwaltungsbeamten eine Vertrauensbasis entstehen. Der geschäftsführende Beamte muss darauf achten, dass die Verwaltung rechtssicher arbeitet. Das kann auch – nicht immer zur Freude der gewählten Räte – ein Nein für politische Ideen mit sich bringen. Selbst wenn der geschäftsführende Beamte als Mensch mancher Idee, die er ablehnen muss, Sympathien entgegenbringt. Er habe als Verwaltungsmitarbeiter immer großen Respekt vor den Menschen gehabt, die sich ehrenamtlich politisch engagieren, sagte Riedinger bei seinem Abschied. Gegenseitiger Respekt wäre für die Zukunft eine erste wertvolle Grundlage. Was der Büroleiter laut Ausschreibung auch mitbringen soll: ein hohes Maß an Entscheidungsfreudigkeit, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität und Eigeninitiative.
Pächter gesucht
Ein weiterer Abschied bringt eine weitere Suche mit sich. Für „Es Budche“ am Freizeitgelände in Herschberg wird eine Lösung zur Bewirtung gesucht – im Idealfall ein neuer Pächter gefunden. Wirt Dominik, der „Es Budche“ gut zehn Jahre betrieben hat, hat sich verabschiedet. Ende März lief der Pachtvertrag offiziell aus. Gestiegene Kosten und rückläufige Besucherzahlen hatte er unter anderem als Gründe angeführt, warum es für ihn nicht mehr möglich sei, den Betrieb wirtschaftlich zu führen. Die Gemeinde Herschberg sucht also einen Nachfolger und ist offen für Ideen.
Einen Treffpunkt im Ort zu haben, ist gut für jede Dorfgemeinschaft. Das zeigt der Wunsch nach – zumindest temporären – Treffpunkten, wie etwa bei der Adventsfensteraktion. In Herschberg wird auch diskutiert, ob solche Veranstaltungen im Sommer organisiert werden können. Als After-Work-Party beispielsweise. Die gab es auch schon am „Budche“. Für Kerwe, Sport- oder Freizeitevents wäre es ein guter Anlaufpunkt.
Ortsbürgermeister Andreas Schneider betont: Mit einem dauerhaften Pächter, der die beste Lösung wäre, könne es nur funktionieren, wenn die Herschberger ein mögliches künftiges Angebot nutzen. Von der reinen Freude darüber, dass es ihn gibt, kann kein Wirt existieren. Als Teil des Anforderungsprofils formulierte Schneider: Der künftige Pächter sollte die Wünsche der Gäste berücksichtigen, zum Beispiel bei den Öffnungszeiten. Gegenseitiger Respekt wäre also auch in dieser Beziehung eine gute Grundlage.