Dahner Felsenland Fünf Jahre „Radeln grenzenlos“: Eine deutsch-französische Erfolgsgeschichte

Der Dorfplatz in Nothweiler ist ein beliebter Rastplatz für die Radfahrer.
Der Dorfplatz in Nothweiler ist ein beliebter Rastplatz für die Radfahrer.

Vier deutsch-französische Radwege, ein Dutzend kleine Veranstaltungen: „Radeln grenzenlos“ hat sich etabliert. Das ist für die Zukunft der Veranstaltung geplant.

Es gibt keine Veranstaltung in der Südwestpfalz, bei der man besser erfahren kann, was es heißt, an der deutsch-französischen Grenze zu leben. „Radeln grenzenlos“ bietet die Gelegenheit, auf einem 50 Kilometer langen Radwegenetz zwischen der Pfalz und dem Elsass zu pendeln. Und das schon seit fünf Jahren. Was als Veranstaltung zur Einweihung von vier grenzüberschreitenden Radwegen begann, hat sich zur regelmäßigen Einrichtung entwickelt. Der Radfahrspaß dies- und jenseits der Grenze lockt alljährlich Hunderte ins Dahner Felsenland und die französische Kommune Sauer-Pechelbronn.

„Der Ursprungsgedanke war, dass wir nach der Fertigstellung der Radwege und der Einweihung mit den Geladenen eine Veranstaltung für alle machen“, erinnert Anette Lang, die Leiterin der Tourist-Information Dahner Felsenland. Weil der Radtag auf eine große Resonanz gestoßen war, wollte man das grenzenlose Radeln wiederholen. „Eigentlich wollten wir das dann nur alle zwei Jahre machen, damit es sich nicht totläuft“, berichtet sie, „doch die Teilnehmer, die Ortsgemeinden und die Vereine, haben dann gesagt, wir machen das jedes Jahr.“

Bewährtes Konzept

Das Konzept hat sich in den fünf Jahren bewährt. „Es gibt vier Touren, an diesen Routen stellen die anliegenden Ortsgemeinden etwas auf die Beine“, sagt Lang. Es gibt an den einzelnen Stationen Live-Musik, Essen und Getränke, verschiedene Angebote für Kinder, es gibt einen Gottesdienst und offene Kirchen, Fahrradparcours und Servicestationen. „Mittlerweile ist das ein Selbstläufer“, sagt Lang. Die Veranstalter in den Orten seien in diesem Jahr rundum zufrieden gewesen. „Viele Angebote waren schon um 14 Uhr ausverkauft, das letzte Stück Kuchen ging in Rumbach um halb vier weg“, berichtet sie.

Zwischen Nothweiler und Wingen ließ es sich entspannt radeln.
Zwischen Nothweiler und Wingen ließ es sich entspannt radeln.

Das grenzenlose Radeln kommt auch bei den französischen Nachbarn an. „Mein Eindruck war, dass in diesem Jahr besonders viele französische Radfahrer unterwegs waren“, bemerkt Lang. Sie lobt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Anne Glock vom Gemeindeverband Sauer-Pechelbronn. Nach den Kommunalwahlen in Frankreich habe es auf französischer Seite in den beteiligten Orten personelle Veränderungen gegeben, manches müsse sich dort erst wieder einfinden. Auswirkungen auf den Radfahrtag habe das aber nicht gehabt, so habe ein Niedersteinbach ein Verein die Organisation des Angebots übernommen. „Die Franzosen sind verlässliche Partner“, betont Lang, die Angebote am Fleckensteiner Weiher und am Gimbelhof seien Publikumsmagnete.

Lokschuppen erstmals beteiligt

Dass sich neben Ortsgemeinden und Vereinen auch Private engagieren, freut die Touristikerin. In Petersbächel öffnete Holzkünstler Erwin Würth sein Atelier, die Blasmusik spielte, das Café Schoklädl bot Kinderunterhaltung und einen kleinen Kunsthandwerkermarkt. „Ich finde das toll, wie viel auf die Beine gestellt wurde“, ergänzt Lang. Im Ludwigswinkeler Ortsteil Schöntal öffnete Sebald Liesenfeld mit seinem Team zum ersten Mal im Rahmen des Radtages den Lokschuppen des ehemaligen Franzosenlagers. 121 Gäste, die Führungen mitgemacht haben, wurden an diesem Tag gezählt.

Bei „Radeln grenzenlos“ öffnete Holzkünstler Erwin Würth sein Atelier in Petersbächel.
Bei »Radeln grenzenlos« öffnete Holzkünstler Erwin Würth sein Atelier in Petersbächel.

Einzig der Termin bereitete in diesem Jahr Schwierigkeiten, weil er so dicht am 1. Mai lag. Wegen der Hexennacht und der damit verbundenen Gefahr von Streichen habe der Aufbau in manchen Orten später als sonst begonnen. „Der Wunsch ist, dass wir den nächsten Radfahrtag an einem Sonntag veranstalten, dem kein Feiertag vorausgeht“, sagt Lang. Und wie ist es um die Zukunft der Veranstaltung bestellt? „Im Moment sehe ich keinen Optimierungsbedarf“, sagt sie. Lang baut darauf, dass die Zusammenarbeit mit den Beteiligten auf beiden Seiten weiterhin so gut klappt. Dann sollte auch der sechsten Auflage im kommenden Jahr nichts im Wege stehen.

x