Biedershausen Erschließung wird teurer: Wird das Neubaugebiet gestrichen?

Ob das Neubaugebiet in Biedershausen entsteht, ist unklar.
Ob das Neubaugebiet in Biedershausen entsteht, ist unklar.

Ob in Biedershausen der nächste Schritt zu sechs neuen Bauplätzen getan werden soll, entscheidet der Gemeinderat am Dienstag. Ein Rückzieher ist noch möglich, denn die Erschließung kostet mehr als gedacht.

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Sommer entschieden, dass ein 2017 eingeführter Paragraf im Baugesetzbuch gegen Europarecht verstößt. Der Paragraf ermöglichte Bebauungspläne im Außenbereich im vereinfachten Verfahren, ohne förmliche Umweltprüfung. Betroffen von dem Urteil sind geplante Baugebiete mit weniger als einem Hektar Fläche. Laut Gesetzgeber müssen sich Flächen direkt an bestehendes Baugelände im Innenbereich anschließen.

Das geplante Neubaugebiet „Hinterm Brunnen“ kann deswegen nicht mehr im vereinfachten Verfahren umgesetzt werden. Ein Vollverfahren kostet nach Aussage von Martin Rutschmann vom Ingenieurbüro Dilger in Dahn mehr Geld. Nicht allzu viel, aber mehr. Dazu kommt, dass die geplante Form der Oberflächenentwässerung nicht so wie vorgesehen durchführt werden kann. Eine teurere Variante ist erforderlich. Ein neues Versickerungsgutachten müsse daher in Auftrag gegeben werden, erklärt Ortsbürgermeister Christian Bühler. „Die Preise für die Bauplätze müssen zweistellig bleiben, sonst wird die Vermarktung schwierig“, ist Bühler überzeugt. Ihm schwebt ein Preis von 70 bis 75 Euro pro Quadratmeter vor. Man habe das Glück, dass am Baugebiet eine Straße und Straßenbeleuchtung vorhanden sei. Die Hausanschlüsse müssten lediglich vom Bürgersteig aus verlegt werden. Der Rat könne aber ohne finanzielle Verluste noch einen Rückzieher vom Neubaugebiet machen. Für das Versickerungsgutachten habe man lediglich 500 Euro ausgegeben. Und das Baugelände sei noch nicht zusammengekauft.

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