Ruppertsweiler
Ein neuer Anlauf zum Ausbau der Kreisstraße bei Ruppertsweiler ist gestartet
Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) verweist auf RHEINPFALZ-Anfrage schriftlich darauf, dass bereits Anfang des Jahres 2011 ein Planfeststellungsverfahren für die westliche Anbindung von Ruppertsweiler über die Lemberger Straße bis an die B10 bei Ständenhof gestartet worden ist. Nach Einwendungen, auch seitens der Gemeinde Ruppertsweiler und der Naturschutzbehörde, gebe es nun eine modifizierte Planung.
Diese sei so angepasst, dass größere Eingriffe in angrenzende hochrangige Schutzbereiche im Talraum vermieden werden. Geplant sei jetzt eine Aufweitung der K36. Dies sei notwendig, um „ein sicheres Überqueren der Kreisstraße K36 im Bereich der östlichen Anbindung von Ruppertsweiler zu ermöglichen, um direkt die im Anschluss an die K92 verlaufenden Wanderwege zu erreichen“. Ein Fahrbahnteiler solle gebaut werden, um das Abbiegen am Knotenpunkt verkehrssicher zu gestalten.
Ausbau soll in Abschnitten erfolgen – aber wann?
Mit der Einleitung des neuen Planfeststellungsverfahrens wird das Verfahren aus 2011 eingestellt. Die Planungen seien mit der Ortsgemeinde und anderen Genehmigungsbehörden abgestimmt worden. „Dennoch kann es im Rahmen der Offenlegung zu Einwendungen kommen“, teilt der LBM mit. Deshalb sieht sich die Landesbehörde derzeit nicht in der Lage „eine seriöse Aussage, wann Baurecht vorliegt, zum jetzigen Zeitpunkt zu machen“.
Der Ausbau soll in Abschnitten erfolgen. Eine Vollsperrung werde nötig für die Arbeiten östlich des Ortes: vom Knotenpunkt, wo die Hauptstraße und die K92 in Richtung Hinterweidenthal aufeinandertreffen, bis zur B10. Eine Zufahrt von Westen her werde möglich sein. Am talseitigen Fahrbahnrand sollen zur Stabilisierung der Böschung Erdbeton-Stützscheiben sowie ein Betonrandbalken eingebracht werden. Die genaue Bauzeit für die etwa 82 Stützkörper zur Böschungsstabilisierung lasse sich nur schwer voraussagen, da auch die Witterung eine Rolle spiele.
Warum der Ausbau notwendig ist
Für den Ausbau macht sich der Gemeinderat Ruppertsweiler seit den 1990er Jahren stark, da die K36 immer wieder als Ausweichstrecke für die B10 benutzt wurde – während des vierspurigen Ausbaus ebenso wie nach Unfällen. Die engen Kurven führten häufig zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr, da die Fahrbahn zu schmal sei. Besonders Laster mussten auf die unbefestigte Bankette ausweichen, um aneinander vorbeizukommen.
Rolf Hahn, ein Fachmann für Straßenbau und damals Erster Beigeordneter, hat sich für einen Ausbau sowie für den Neubau eines baulich von der K36 getrennten Radweges ausgesprochen. Abgesehen von Lippenbekenntnissen ist allerdings bisher nichts passiert.
Ein Rückblick auf vorherige Planungen
Ein erneuter Versuch wurde vom Gemeinderat im Jahr 2011 unternommen. Ein Kreisel am Ortseingang und ein durchgängiger Radweg gehörten zu den Vorschlägen. Der Kreisel wurde jedoch abgelehnt, da die Verkehrsbelastung der K36 mit 4200 Fahrzeugen täglich zwar hoch sei, auf der K92 aber nur wenige Fahrzeuge unterwegs seien.
Jahre später, 2024, setzte sich der Gemeinderat unter Ortsbürgermeister Guido Hahn erneut beim LBM für den Ausbau ein. Ein 2,50 Meter breiter Radweg auf einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern sollte entstehen. „Ich habe denen richtig Feuer gemacht“, berichtete der damalige Ortsbürgermeister über Gespräche mit der Fachbehörde. Der zuständige Sachbearbeiter nannte die Planungen einen „Silberstreif am Horizont“.
Rechnungshof fordert Kostenbeteiligung der Gemeinde
Der Vollausbau verfolge drei Ziele, erläuterte der Planer: die Verbesserung der Verkehrssicherheit, eine sichere Querung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Lemberger Straße und Hauptstraße sowie bessere Sichtweiten durch Rückversetzung der Böschungen. Gleichzeitig müssten Überschwemmungsgebiete im Bereich der Rodalbe erhalten bleiben. 18 Bäume sollen gefällt und dafür 27 neue gepflanzt werden.
Jüngst hat der LBM erneut eine Verkehrszählung an der Kreuzung K36, K92 und Hauptstraße durchgeführt. Laut Michael Becker, Ortsbeigeordneter, nutzen täglich rund 2300 Fahrzeuge die K36, 3000 fahren in Richtung Lemberg und 4600 in Richtung B10. Wegen der hohen Verkehrsbelastung fordert der rheinland-pfälzische Rechnungshof nun eine Kostenbeteiligung der Gemeinde am Umbau der Anschlussstelle von der Hauptstraße an die K36.
Zudem seien erhebliche Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden. Fast die Hälfte der Fahrzeuge überschritt die erlaubten 50 Stundenkilometer, der Spitzenwert lag bei 123 Stundenkilometern.