Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Ehrenamtliche gesucht: Rodalbens Bürgerbus weiter auf holpriger Strecke

Teamleiter Rainer Peifer wünscht sich mehr ehrenamtliche Helfer für das Bürgerbus- Projekt der Verbandsgemeinde.
Teamleiter Rainer Peifer wünscht sich mehr ehrenamtliche Helfer für das Bürgerbus- Projekt der Verbandsgemeinde.

Der Bürgerbus in Rodalben rollt, jedoch auf einer holprigen Wegstrecke: Es mangelt an ehrenamtlichem Personal, weshalb die Zukunft des Projekts unsicher bleibt.

Der Bürgerbus der Verbandsgemeinde Rodalben wird von Rainer Peifer, Ortsbürgermeister von Donsieders, gesteuert. Peifer übernimmt hierbei die Rollen des Teamleiters, Fahrers und Telefonisten. Unterstützung erhält er von Peter Pfundstein, dem Beigeordneten der Verbandsgemeinde Rodalben, der ebenfalls als Fahrer tätig ist.

Der Bürgerbus startete am 1. Juli mit einer einzelnen Seniorin, die von Donsieders zur TSR-Halle nach Rodalben zum Kurs „Line Dance“ gebracht wurde, blättert Peifer in seinen Unterlagen nach. Danach seien die Buchungen schnell angestiegen. In der folgenden Woche nutzten laut Peifer bereits vier Fahrgäste den Bus, und in der darauffolgenden Woche waren es sechs.

Die Kapazität habe selbst bei zwei aufeinanderfolgenden Touren nicht ausgereicht, um alle Kinder während der Ferienwoche der Verbandsgemeinde zur Burg Gräfenstein in Merzalben zu bringen. Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) habe unterstützend eingreifen müssen.

Resonanz fällt unterschiedlich aus

Peifer berichtet, dass die Resonanz sehr unterschiedlich ausfällt, schwankend zwischen gering und ausgebucht. Er führt die Lücken auf die Unkenntnis der Abläufe zurück. Viele wüssten noch nicht, wie der Hol- und Bringdienst funktioniert. Die Nutzer seien meist Senioren ab Ende 70, oft Frauen, die nicht mehr selbst fahren wollen oder können. Sie nutzten den Bus für Arzttermine in Pirmasens, Waldfischbach-Burgalben oder Münchweiler, für Friseurtermine, Einkäufe oder Besuche. Lange Wartezeiten beim Arzt seien problematisch, da sie Anschlussfahrten erschweren.

Neben der Ersparnis der Taxikosten biete der Bürgerbus den Senioren die Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen, ihre Einsamkeit zu überwinden und Gemeinschaft zu erleben. Das Angebot werde von Senioren aus Rodalben, Clausen und Donsieders genutzt.

Einige Gemeinden halten sich fern vom Projekt

Wolfgang Denzer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rodalben, bezeichnet den Bürgerbus als Herzensangelegenheit der Verbandsgemeinde und betont die Wichtigkeit, das „Erfolgsmodell“ beizubehalten. Dafür würden jedoch mehr ehrenamtliche Helfer benötigt. Denzer warb bereits mehrfach bei den Ortsbürgermeistern, jedoch bislang ohne Erfolg. Die Gemeinden Münchweiler, Clausen, Merzalben und Leimen hielten sich bisher fern von dem Projekt.

Derzeit stünden sieben Fahrer und vier Beifahrer zur Verfügung. Beifahrer helfen beim Ein- und Aussteigen, tragen Einkaufstaschen oder laden Handys auf. Da monatlich 16 Fahrdienste anfallen, strebt Peifer an, das Team auf 16 Fahrer und Beifahrer zu erweitern. Einige Helfer leisteten derzeit vier bis sechs Dienste pro Monat. Auch im webbasierten Telefondienst gebe es Bedarf für die Annahme und Koordination der Fahrtwünsche. Fünf Ehrenamtliche teilen sich die acht Telefondienste im Monat, manche seien viermal im Einsatz. Drei weitere Helfer seien wünschenswert: „Die Senioren sind glücklich und unendlich dankbar“, berichtet Peifer, „wir brauchen aber dringend mehr Unterstützung, um stabil zu sein.“

Info

Wer eine Fahrt buchen möchte, kann sich montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr telefonisch unter 06331 234234 anmelden. Der Bus holt die Kunden dann dienstags und donnerstags zwischen 8 und 18 Uhr ab.
Interessierte für Ehrenamt können sich bei der Verbandsgemeinde unter der Nummer 06331 2340 oder per E-Mail an info@rodalben.de melden.

x