Elsass / Lothringen
Diese französischen Restaurants in der Nähe haben es in den Guide Michelin geschafft
Vor kurzem hat der renommierte Restaurantführer Michelin seine Empfehlungen für Frankreich bekannt gegeben. Die drei mit Sternen ausgezeichneten Restaurants unweit der Grenze konnten ihre Sterne behaupten. Es kam aber kein Neuer dazu.
Das in der Südwestpfalz bekannteste Sterne-Restaurant im Elsass ist die „Auberge du Cheval Blanc“ in Lembach. Einen Stern hat das Restaurant noch, nachdem es 2024 den zweiten Stern verloren hatte. Die Bekanntheit des „Cheval Blanc“ in der Südwestpfalz verwundert nicht. Das 1822 als Poststation erbaute Gebäudeensemble wurde schließlich als „Weisses Rössl“ 1907 von dem Schönauer Ferdinand Mischler übernommen, der es später an seinen Sohn Fernand Mischler übergab. Der Sohn entwickelte es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Platz gehobener Küche. Heute kocht der neue Inhaber Pascal Bastian im Cheval Blanc.
Weniger bekannt ist das „L’Arnsbourg“ in Bärenthal. In einem Neubau ist das Hotel-Restaurant untergebracht und wird in der Küche vom Inhaber Fabien Mengus geführt. Der noch junge Chefkoch war davor im „Cygne“ in Gundershoffen für die Küche verantwortlich. Der „Cygne“ hatte allerdings nur einen „Bib Gourmand“, das ist die Auszeichnung des Michelin unterhalb des ersten Sterns. In dem Restaurantführer werden nicht nur Restaurants mit Sternen empfohlen, sondern auch viele andere. Seit 1997 gibt es den „Bib Gourmand“, der laut Michelin für „bestes Preis-Leistungs-Verhältnis“ stehen soll; also eine gehobene Küche, die nicht ganz so teuer wie die Sterneküche, aber besser als eine einfache Empfehlung ist. Dann kommt der erste Stern, den Michelin als „einen Stopp wert“ und „Küche voller Finesse“ klassifiziert. Der zweite Stern ist für Michelin schon „einen Umweg wert“ und stellt „Spitzenküche“ dar. Der seltene dritte Stern repräsentiert „eine einzigartige Küche“, so die Formulierung von Michelin. Restaurants mit drei Sternen sind laut Michelin „eine Reise wert“.
Das einzige Zwei-Sterne-Restaurant in der Region ist die Villa René Lalique im elsässischen Wingen-sur-Moder. Das Gebäude selbst ist einen Besuch wert. 1920 wurde das Haus von dem Glaskünstler René Lalique erbaut und später von dem Stararchitekten Mario Botta um den Restaurantbau erweitert. In Wingen-sur-Moder gibt es noch eine Produktionsstätte des Unternehmens sowie ein großes Museum zu Werk und Leben von Lalique. In der Küche der Villa René Lalique wirkt der Österreicher Paul Stradner. Der war zuvor im „L’Arnsbourg“ in Bärenthal tätig.
In der direkten Nachbarschaft zur Südwestpfalz gibt es in Lothringen kein Sterne-Restaurant. Nur das Restaurant Dimofski in Woelfling-lès-Sarreguemines konnte sich einen „Bib Gourmand“ erkochen und wird als kulinarischer Zwischenstopp auf der Strecke zwischen Bitsch und Saargemünd empfohlen.
Der Michelinführer empfiehlt allerdings im Grenzgebiet sechs Restaurants ohne Bib oder Stern. In Weißenburg wäre dies das „Au Pont M“ in einer früheren Metzgerei mit Gastraum in einer Brücke, die über die Lauter führt. Sehr beliebt in der Region sind der „Anthon“ in Obersteinbach und „Au Cheval Blanc“ in Niedersteinbach, die ebenfalls im Michelin lobend erwähnt werden. Im Elsass findet sich noch das „Château Hochberg“, das in einem 1863 erbauten Schloss eines Glasherstellers residiert und zum Konzern gehört, der auch die Villa Lalique betreibt. Im „Château Hochberg“ lässt sich allerdings deutlich günstiger speisen. Auf Lothringer Seite gibt es nur das „Le Strasbourg“ in Bitsch und „L’Argousier“ in Volmunster, die Michelin eine Erwähnung wert sind.
Wer sich fragt, ob er sich ein Menü in einem der Restaurants leisten kann, findet im Michelin eine grobe Preiskategorie in Form von Eurozeichen. Die Empfehlungen ohne Stern oder Bib kommen alle auf zwei oder drei Eurozeichen. Das „Château Hochberg“ beispielsweise bietet Menüs von 44 bis 65 Euro ohne Getränke pro Person an und ist mit zwei Eurozeichen von Michelin eingeteilt worden.
Die Sternerestaurants sind alle mit vier Eurozeichen klassifiziert. In der „Auberge du Cheval Blanc“ fängt der Genuss mit einem vegetarischen Menü für 140 Euro pro Person an und geht bis 180 Euro hoch. Das „L’Arnsbourg“ in Bärenthal bietet Menüs ab 63 Euro. Das teuerste Menü ohne Getränke kostet dort 165 Euro. Für die Villa Lalique in Wingen-sur-Moder braucht es mehr. Hier kostet das günstigste Menü zur Mittagszeit 110 Euro. Die anderen Menüs am Abend kosten bis zu 260 Euro pro Person.
Ein Drei-Sterne-Restaurant findet sich im übrigen erst in Reims in der Champagne. Das dortige „Assiette Champenoise“ bietet Menüs an, die bis zu 395 Euro teuer sein können. Wie gesagt: pro Person und ohne Getränk.