Pirmasens-Land Diese Aufgaben teilen sich Kommunen, um Geld zu sparen
Wenn Kommunen Aufgaben gemeinsam erledigen, dann hilft das, Kosten zu sparen und Fachwissen zu bündeln. Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) nennt sich das und die machen sich gerade mehrere Verbandsgemeinden im Kreis Südwestpfalz zunutze. Ein Projekt ist der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), um Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und zu automatisieren. Die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land ist dabei federführend, weil sie mit Andreas Scheidle einen EDV-Fachmann hat, der sich in den vergangenen Jahren intensiv um die Digitalisierung der Verbandsgemeindeverwaltung gekümmert hat. Das Land Rheinland-Pfalz fördert solche Vorhaben, wenn sich eine bestimmte Anzahl von Kommunen daran beteiligen. Das erfüllt das KI-Vorhaben. Der Landeszuschuss von 320.000 Euro deckt die Kosten in den ersten beiden Jahren. Die Zusammenarbeit der sieben Verbandsgemeinden ist aber längerfristig angelegt und läuft mindestens fünf Jahre. Ab dem dritten Jahr teilen sich die beteiligten Kommunen die laufenden Kosten.
Die Verbandsgemeinden wollen eine generative KI einführen, die auf der Basis von Verwaltungsvorgaben eigene Inhalte erstellen kann. Sie soll in der Lage sein, das mitunter schwer verständliche Verwaltungsdeutsch in eine einfache Sprache zu übertragen. Ein KI-gesteuertes Sprachsystem soll sowohl in die Internetseiten eingebunden, als auch als Telefonsystem eingesetzt werden. Dadurch soll ermöglicht werden, dass Bürgeranfragen rund um die Uhr beantwortet oder an die menschlichen Sachbearbeiter weitergeleitet werden. Mit Hilfe von KI-Programmen sollen typische Verwaltungsleistungen vereinfacht werden. Für die Verwaltungsmitarbeiter sind KI-Schulungen vorgesehen. Das Projekt wird vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern begleitet.
Schutzmaßnahme für Feste
In einem weiteren IKZ-Verbund schließen sich die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land, Pirmasens-Land, Thaleischweiler-Wallhalben, Rodalben und Dahner Felsenland mit der Stadt Zweibrücken zusammen, um mobile Zufahrtssperren anzuschaffen, mit denen größere Feste geschützt werden können. Insgesamt zehn mobile Zufahrtssperren sollen gekauft werden, die Kosten von 140.000 Euro übernimmt das Land im Rahmen der Sonderförderung „Gemeinsam sicher feiern in Rheinland-Pfalz“. Die Sperren werden beim Zweibrücker Umwelt- und Servicebetrieb gelagert. Die Transportkosten zu den jeweiligen Veranstaltungsorten trägt jede Kommune selbst. Hier hält die Stadt Zweibrücken die Fäden in der Hand.
Der Verein Pfälzerwald Tourismus will sich mit dem in Gründung befindlichen Tourismus Service Center (TSC) um eine Förderung als IKZ-Projekt bemühen. Das TSC soll die Tourismusarbeit, die bislang Aufgabe der Verbandsgemeinden war, entweder in Teilen oder ganz übernehmen. Derzeit läuft die Abstimmung in den Verbandsgemeinden, wer welche Aufgaben an das TSC überträgt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen touristischen Regionen zu stärken.