Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Die „Alte Burg“ in Rodalben bleibt vorerst geschlossen

Das Lokal „Zur alten Burg“ bleibt geschlossen, bis sich ein Pächter und Personal gefunden hat.
Das Lokal »Zur alten Burg« bleibt geschlossen, bis sich ein Pächter und Personal gefunden hat.

Das Lokal „Zur alten Burg“ ist seit Wochen geschlossen. Es öffnet erst wieder, wenn Eigentümer Willy Köjer einen neuen Pächter und ausreichend Personal gefunden hat.

Ursprünglich hatte der Wandel vom Vereinsheim des Kaninchenzuchtvereins P113 Heide zum Gastronomiebetrieb vielversprechend begonnen. Zunächst führten Pascal Wagner und Victoria Basa das Lokal.

Die Wurzeln des Vereinsheims reichen zurück zu einem einfachen Unterstand für Kaninchenställe. Der 1905 gegründete Verein verfolgte früh ehrgeizige Ziele: Er organisierte Kreis- und Landesschauen und baute ein eigenes Vereinsheim als Ort großer Veranstaltungen. Der bereits als Versammlungsraum genutzte Unterstand bildete die Grundlage für einen Wirtschaftsbetrieb.

Im Mai 1971 legte der Kaninchenzuchtverein den Grundstein, ein Jahr später wurde das Gebäude eingeweiht. Es entstand in Eigenleistung mit freiwilligen Einsätzen. Mit dem Wandel der Zeit verlor das Vereinsheim jedoch an Bedeutung. Im Jahr 2019 verkaufte der Verein das Haus, nachdem eine Verpachtung an den Personalkosten gescheitert war.

Drei Jahre später erwarb Pascal Wagner, zuvor Wirt im Spiegelbrunnen, das Anwesen. Er ließ das ehemalige Vereinsheim umfassend umbauen: neuer Boden, frischer Anstrich, Wanddurchbrüche für eine offenere Raumstruktur, dazu ein Billard- und ein Darts-Raum. Küche und Inneneinrichtung wurden erneuert. Herzstück war ein großer Speisesaal mit bis zu 60 Plätzen.

„Alte Burg“ sollte den Tourismus beleben

Viel investierte Wagner auch in die Außenanlagen: eine überdachte Terrasse mit 80 Plätzen und ein großer Biergarten mit weiteren 80 Plätzen näher am Wald. Die „Alte Burg“ sollte den Tourismus beleben, da an diesem Abschnitt des Felsenwanderwegs eine Einkehrmöglichkeit fehlte. Die Entwicklung verlief für Wagner jedoch ungünstig, er entschloss sich zum Verkauf. Neuer Besitzer wurde Willy Köjer aus Donsieders.

Köjer verpachtete die „Alte Burg“ an Victoria Basa (36), eine Ungarin mit serbischen Wurzeln. Sie war ursprünglich mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, in der Pflege zu arbeiten, half dann aber bei Pascal Wagner in der „Alten Burg“ mit und fühlte sich dort gut aufgehoben. Allein als Betreiberin der „Alten Burg“ hatte sie wenig Glück.

Zunächst plante Köjers Frau Shemel, den Betrieb fortzuführen. Trotz intensiver Suche fand sie weder Koch noch Küchen- und Servicekräfte und gab das Vorhaben auf. Zum 1. Mai sollte der Betrieb wieder anlaufen. Ob dieser Termin gehalten werden kann, hängt davon ab, ob sich Personal findet. Köjer sucht nun vorrangig einen neuen Pächter für das Lokal, das nach seinen Worten „Perspektiven bietet“.

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