Pirmasens-Land Deshalb hakt der Kauf von drei Feuerwehrautos

Das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank ist ein Standardfahrzeug für kleine Wehren. Das Foto zeigt das TSF-W der Dietrichin
Das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank ist ein Standardfahrzeug für kleine Wehren. Das Foto zeigt das TSF-W der Dietrichinger Feuerwehr, das sie vor anderthalb Jahren bekam.

Der Kauf von drei Feuerwehrfahrzeugen kommt in der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land nicht voran. Das sind die Gründe.

Die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land wollte drei Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wassertank (TSF-W) für die Feuerwehren in Schweix, Obersimten und Kröppen kaufen. Sie sollen Fahrzeuge ersetzen, die zum Teil älter als 30 Jahre sind. Das Vorhaben entpuppt sich als Hindernislauf. Klar ist, dass die ursprünglich vorgesehenen 810.000 Euro hinten und vorne nicht reichen. Die Ausschreibung der Fahrzeuge erfolgte im vergangenen Jahr europaweit in drei Losen, aufgeteilt in Fahrgestell, Aufbau und Beladung. Im Oktober 2025 vergab der Verbandsgemeinderat zunächst die Aufträge für drei Fahrgestelle mit Allradantrieb über 303.000 Euro.

Auch der Auftrag für die Beladung der drei Fahrzeuge konnte vergeben werden, rund 98.000 Euro bezahlt die Verbandsgemeinde für die Ausrüstung. Schon im Herbst wurde die Ausschreibung für die Aufbauten aufgehoben, weil das einzige Angebot zu teuer war. Der Anbieter forderte 832.000 Euro. Diese Summe lag um 20 Prozent über der Kostenschätzung der Verbandsgemeinde.

Überarbeitetes Leistungsverzeichnis

Das Leistungsverzeichnis wurde daraufhin von der Beratungsfirma Schnabel, die mit der Ausschreibung beauftragt ist, angepasst. Aus taktischen Gründen wurde sie in zwei Lose unterteilt: den feuerwehrtechnischen Aufbau und die Wasserpumpen. Das Ergebnis war in doppelter Hinsicht ernüchternd. Durch die Aufteilung hatte sich die Verbandsgemeinde erhofft, dass sich mehr Bieter melden. Das war nicht der Fall. Zum anderen ergab sich keine deutliche Preisminderung. Zwar wurden die Pumpen für 53.000 Euro billiger angeboten, die Fahrzeugaufbauten sollten aber immer noch 729.000 Euro kosten. Erneut lag der Angebotspreis rund 20 Prozent über der Kostenschätzung der Verwaltung.

„Wir sind bei den Aufbauten weit von dem entfernt, was ein marktüblicher Preis ist“, sagte Bürgermeister Klaus Weber (CDU) in der Ratssitzung am Dienstag. Zudem verfügt die Verbandsgemeinde nicht über die erforderlichen Mittel. Im Haushalt gibt es noch einen Restbetrag in Höhe von 410.000 Euro. Der reicht nicht aus, um die drei Aufbauten zu bezahlen.

Angebot eines „Premiumherstellers“

Wehrleiter Alexander Koch verwies darauf, dass das einzige Angebot von einem „Premiumhersteller“ abgegeben worden sei und sich die Verbandsgemeinde die Kosten nicht leisten könne. Harald Hatzfeld (SPD) regte an, stattdessen den Kauf von Kleinlöschfahrzeugen (KLF) in Betracht zu ziehen. Diese entsprächen von der Ausstattung den alten TSF-W, die jetzt ersetzt werden sollen. Koch riet davon ab. „Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion fordert TSF-W“, sagte er und verwies darauf, dass das KLF ein Nischenfahrzeug sei. Thomas Heinemann (CDU) ärgerte sich darüber, dass die ADD Vorgaben bezüglich der Fahrzeuge mache, obwohl das Geld nicht da sei.

Der Rat hob die Ausschreibung für die Aufbauten erneut auf. Sie soll noch einmal verändert und dann erneut veröffentlicht werden. Wehrleiter Koch ist zuversichtlich, dass sich ein günstigerer Anbieter findet. Dem Kauf der Pumpen stimmte der Rat zu.

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