Kreis Südwestpfalz Der Landarzt soll nicht aussterben

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Gibt es in 15 Jahren noch Hausärzte auf dem Land? Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land befasst sich auch in diesem Jahr in einer so genannten Zukunftswerkstatt mit der ärztlichen Versorgung. Im Mai oder Juni sollen die Gesprächsrunden abgeschlossen sein. Weitere Themen der Verbandsgemeinde in diesem Jahr: Windräder, der Oberbeiwalderhof in Hornbach und die Bechhofer Turnhalle.

Mitte des vergangenen Jahres begann die Zukunftswerkstatt in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Haus- und Fachärzte, Psychotherapeuten, Vertreter von Seniorenheimen und Rotem Kreuz, Leute aus Wirtschaft und Politik sollen Konzepte entwickeln, damit es auch in Zukunft noch Landärzte gibt. Zweibrücken-Land ist eine von 20 Regionen, die sich in Rheinland-Pfalz an den Zukunftswerkstätten beteiligen (wir berichteten am 11. Mai). Einige Ideen, die laut Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker bei den Treffen aufkamen: Ärzte könnten Sprechstunden in Dorfgemeinschaftshäusern anbieten oder sich in Gemeinschaftspraxen zusammenschließen, Krankenhausärzte könnten niedergelassene Kollegen unterstützen. Es soll zudem finanzielle Anreize geben, sich als Hausarzt auf dem Land niederzulassen. Eine weitere Idee seien Arztgespräche übers Internet. Ärzte und Patienten kommen dabei nicht in einer Praxis, sondern in einer Art Online-Sprechstunde zusammen. Konkret ist aber noch nichts von alldem. Am Mittwoch ist Spatenstich für den neuen Aldi in Contwig (wir berichteten zuletzt an Heiligabend). Mit dem Wasgau-Markt in der Nachbarschaft „wird das sicher ein Magnet“, ist Gundacker überzeugt. Auch die Pläne für die Truppacher Höhe nahe dem Outlet seien nicht vergessen: „Wir arbeiten weiter an der Ansiedlung eines großflächigen Marktes“, sagt er. Das werde den Verbandsgemeinderat in den ersten Monaten des neuen Jahres beschäftigen. Für den Spätherbst ist zudem geplant, dass die Verbandsgemeindewerke komplett nach Contwig umziehen. Derzeit befindet sich ihr Büro hinter der Verbandsgemeindeverwaltung in Zweibrücken. Der Verbandsbürgermeister geht außerdem davon aus, dass die Verbandsgemeinde dieses Jahr einen neuen Flächennutzungsplan bekommt. Darin soll auch geregelt werden, auf welchen Flächen Windräder entstehen könnten (wir berichteten zuletzt am 21. Dezember). Die Privatklinik für psychosomatische Erkrankungen, die auf dem Oberbeiwalderhof in Hornbach entstehen soll, sei für die Verbandsgemeinde „etwas Fantastisches“, sagte Gundacker. Der Bau ist genehmigt; die Klinik soll im Herbst 2018 eröffnen (wir berichteten zuletzt am 30. Dezember). Die Feuerwehren in Rosenkopf und Wiesbach bekommen neue Feuerwehrhäuser. Die Pläne seien fertig, auch die für die Sanierung der Bechhofer Turnhalle. Die Hornbacher Grundschul-Sporthalle wurde für 850 000 Euro renoviert − dort findet morgen Abend der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde statt. Im Sommer gab die Verbandsgemeinde die Bauaufsicht an die Kreisverwaltung ab, „Mir hat’s nicht viel ausgemacht“, sagt Gundacker. Für die Bürger habe sich wenig geändert, sie können ihre Bauanträge weiterhin bei der Verbandsgemeindeverwaltung abgeben. Zwei Mitarbeiter seien zur Kreisverwaltung gewechselt. Stichwort Mitarbeiter: Ein Gutachten des Landesrechnungshofes habe ergeben, dass die Verwaltung zu wenig Personal hat. Laut Gundacker geht es um 1,3 Stellen. „Damit fühlen wir uns wohler, als wenn es heißt, wir haben sieben zu viel. 1,3 kann man einstellen“, sagt er. Wie zuletzt am 22. Dezember berichtet, soll die Verwaltungsarbeit neu strukturiert werden. Zwei Frauen sollen zudem helfen, das Betriebsklima in der Verwaltung zu verbessern, nachdem ein anonymer Briefeschreiber Vorwürfe wegen Mobbings erhoben hatte. Gundacker äußert sich nach wie vor nicht detailliert zu den Vorwürfen. Wann er das tun wird, „hängt von der Aufarbeitung der Sache ab“, sagte er im Pressegespräch. INFO Die Verbandsgemeinde lädt für morgen, Donnerstag, 19 Uhr, zum Neujahrsempfang in die Turnhalle der Hornbacher Grundschule ein. Jeder kann kommen.

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