Knopp-Labach Das Foto einer weißen Kirche hing immer im Elternhaus

Barbara Kullen
Barbara Kullen

Barbara Kullen, die Urenkelin des Knopper Kirchenstifters Frank Eller, wohnt in New York und ist in der Westpfalz zu Besuch. Die 82-Jährige sprach mit Willi Hack über ihre Eindrücke.

Nach etwa acht Stunden Flug landete am Donnerstag die Urenkelin Frank Ellers, der die Fertigstellung der Kirche in Knopp-Labach 1922/23 finanzierte, Barbara Kullen aus Long Island. Sie wollte unbedingt am 100. Jubiläum der Knopper Kirche teilnehmen. Die frühere Rechtsanwältin spricht hier über ihre Beweggründe für die anstrengende Reise. Julia Mayer aus Knopp übersetzte.

Warum haben Sie keine Sekunde gezögert, nach Knopp-Labach zu kommen?
Eine innere Stimme hat mich angetrieben, dass ich bei diesem Jubiläum dabei sein muss. Selbst die Bedenken meiner Kinder konnten mich nicht abhalten. Mein Sohn Tony hatte im Internet herausgefunden, dass das Jubiläum der Kirche gefeiert wird. Keines meiner vier Kinder hatte Zeit, mich zu begleiten, so gab es nur diesen Weg. Meine Gastfamilie, Evi und Roland Mayer, versicherten, dass sie mich am Flughafen abholen und ich in Knopp bei ihnen wohne. Da war meine Familie beruhigt.

War es in den USA vor rund 60 Jahren einfach, Rechtsanwältin zu werden?
Mein Vater war spezialisiert auf Schifffahrtsrecht, zwischen den großen Handelsfirmen und den Schiffseignern gab es häufig Auseinandersetzungen. Von Präsident Richard Nixon wurde er später an den Supreme Court, den obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, berufen. So kam ich in meiner Jugend mit vielen Menschen zusammen, die mich ermutigten, den Weg des Rechts einzuschlagen. Nach Abschluss des Jurastudiums war es aber wahnsinnig schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Amerika war auf Frauen in der Berufswelt noch längst nicht vorbereitet.

Wie haben Sie von der Sankt Barbara Kirche in Knopp erfahren?
Das Foto einer weißen Kirche hing immer im Haus meiner Eltern. Es hatte seinen festen Platz. Viel zu spät packte mich die Neugier, wo diese Church eigentlich steht, die eine besondere Verbindung zu meiner Familie hat. Eine Deutsch sprechende Freundin, die aus Österreich stammt, hat mir geholfen. So fand ich den Weg nach Knopp.

Duftet es gelegentlich aus Ihrem Kochtopf nach deutscher Küche?
Eigentlich nicht. Meine Mutter war keine besondere Köchin. Meine Großmutter schon, aber da hatte ich noch kein Interesse. Trotzdem mag ich Sauerbraten, Soße und Kartoffelklöße. Die bekomme ich hier bei Evi und Julia Mayer. Darauf freue ich mich sehr, auch auf Spätzle und Sauerkraut.

Was steht noch auf ihrem Besuchsplan?
Ich möchte Schmitshausen und Reifenberg sehen, wo meine Vorfahren herstammen. Dies ist ein besonderer Moment, denn in Schmitshausen soll das Haus noch weitgehend erhalten sein. Von Deutschland aus werde ich nach Spanien weiterreisen, Freunde besuchen.

Was fällt Ihnen zu Knopp und Deutschland spontan ein?
Ich war 1967 zum ersten Mal in Knopp, wo ich bei Pfarrer Franz Stemmler im Pfarrhaus in Labach wohnte. Er sprach vier Worte Englisch. Es gab noch keine Straßen mit Asphalt. Hühner und Ziegen liefen auf der Straße herum. Wunderschön war damals wie heute die Landschaft. Bewunderung habe ich für die Dorfbewohner, die das Gotteshaus so liebevoll in Ordnung halten. Dies hätte meinen Urgroßeltern sicher gefallen.

Finden Sie als Bewohnerin der Weltstadt New York in dem ruhigen Dorf die passende Nachtruhe?
Ich schlafe tief und fest, weil es keinen Lärm gibt, was schon sehr ungewohnt ist. Die Landluft bekommt mir gut. Nur wenn um 7 Uhr in der Früh die Kirchenglocke läutet, werde ich kurz wach, kann aber schnell wieder einschlafen.

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