Clausen
„Das Blümchen“: Im Herbst wird der Laden dichtgemacht
Wenn Marliese Vogt auf ihr erfülltes Arbeitsleben zurückblickt, strahlen ihre Augen. Sie ist mit Leib und Seele Floristin. Ihren vielseitigen Beruf bezeichnet sie auch als „Hobby“. Und was gibt es Schöneres, als Beruf und Hobby unter einen Hut zu bringen. Zumal das Geschäft im eigenen Wohnhaus integriert ist. Doch die erfolgreiche Geschäftsfrau wird zum 1. November dieses Jahres ihren Laden „Blümchen, Trendfloristik“ schließen und sich in den Ruhestand begeben.
Dass die Elmsteinerin Marliese Vogt sich den Floristikbereich als Beruf aussuchen würde, war schon als Kind klar. Stammt sie doch aus der Gärtnereifamilie „Blumenhaus Scharrer“. Sie pflegte also von Kindesbeinen an Blumen und Pflanzen. Mit 15 Jahren ging Marliese Scharrer in die Lehre bei der Firma Michel, damals ein angesagtes Floristikgeschäft in Kaiserslautern. Nach der dreijährigen Ausbildung kehrte die damals 18-Jährige wieder zurück ins Familienunternehmen in Elmstein.
Schon früh den Ausbilderschein gemacht
„Es herrschte Ausbildermangel bei den Floristen,“ erinnert sich die Geschäftsfrau. Deshalb erhielt sie eine Sondergenehmigung und durfte schon mit 20 Jahren den Ausbilderschein ablegen. Mit Stolz erzählt Vogt, dass sie insofern zu den jüngsten Floristinnen in Rheinland-Pfalz zählte, die einen Lehrling ausbilden durften. Insgesamt waren es dann zwei Azubis im Laufe der Berufsjahre.
1987 heiratete Marliese Scharrer den Clauser Dieter Vogt. Ihr Ehemann arbeitete in Pirmasens. Das bedeutete eine weite Anfahrt aus dem Elmsteiner Tal. Und es kam, wie es kommen musste: Das Ehepaar Vogt baute sich ein Haus in Clausen in der Straße Am Nussbäumel. Aber, weil Marliese Vogts Herz an ihrem Beruf hing, wurde beim Neubau gleich ein Blumengeschäft mit berücksichtigt. „Wir wollten versuchen, ob unser Angebot angenommen wird,“ erzählt die Geschäftsfrau. Und es wurde. Ab 1999 nannte sie ihr Lädchen „Das Blümchen – Trendfloristik“.
Blumendeko für Hochzeit und Museum
Schnell hatte sich die Jungunternehmerin einen Namen gemacht als „Hochzeitsausstatterin“. Hier erzählt Marliese Vogt über eine Pirmasenserin, welche in Kalifornien heiraten wollte: „ Sie kam zu mir ins Geschäft und fragte, ob ich ihr die Blumen – es mussten natürlich Kunstblumen sein wegen der Haltbarkeit – mitsamt Dekovasen nach Amerika schicken könnte. Das habe ich natürlich gern getan,“ erinnert sie sich lachend. Bestens verpackt gingen Arrangements in Vasen auf Überseereise. Alles hat geklappt. Vogt war auch engagiert im Museum in Speyer, als es um die Gestaltung einer bunten Blumendekoration ging. 2017 beteiligte sie sich an der Hochzeitsmesse in Pirmasens.
Neben den Blumen sind auch klassische Artikel wie Kränze, Gestecke, Altarschmuck und mehr im Angebot. Ebenso können Accessoires wie Gläser, Stuhlhussen, Bilder und mehr bereitgestellt werden – für unterschiedliche Veranstaltungen von Privatleuten oder Firmen, von Hotels und Gastronomie. Marliese Vogt hat auch an Saisonbepflanzungen eine vielfältige Auswahl.
Frischblumen gibt’s auch im Internet
Die Frage nach der Lieblingsblume wird verneint: „Ich liebe alle Blumen.“ Allerdings habe sich sehr vieles in ihrer Branche erheblich verändert. Es sei viel schwieriger geworden für kleinere Blumenläden, an Ware zu kommen. Viele Großhändler schlössen, ihr Lieferant aus Kaiserslautern verringerte sein Sortiment. Ein fahrender Topfpflanzenhändler hat aufgehört, weshalb sie nun in Mannheim einkaufen müsse. Das sei ihr zu weit, zu aufwendig. Sie macht deutlich, dass die Konkurrenz bei Discountern enorm gewachsen sei. Und dass sich auch das Verkaufsverhalten der Kunden total verändert habe. „Man kann heute Frischblumen im Internet bestellen.“ Diese Entwicklung mache den kleinen Unternehmern ziemlich zu schaffen.
Nun habe sie sich entschlossen, ihr Geschäft endgültig zuzumachen. Da die Räumlichkeiten im eigenen Haus integriert sind, wird es auch keinen Nachfolger geben. Die Eheleute Vogt wollen das Mehr an Zeit ab November nutzen, um viel auf Reisen zu gehen.