Vinningen RHEINPFALZ Plus Artikel Brautmoden Samira: Inge Greiner mag Kleider mit dem „Wow“-Faktor

Inge Greiner berät seit über 30 Jahren Frauen bei der Wahl ihres Hochzeitskleides.
Inge Greiner berät seit über 30 Jahren Frauen bei der Wahl ihres Hochzeitskleides.

Seit über 30 Jahren verkauft Inge Greiner in Vinningen Brautkleider. Die Moden ändern sich stetig, doch ihrem Motto ist sie treu geblieben: „Es soll außergewöhnlich sein.“

Inge Greiner liebt Mode. Am liebsten wäre sie Designerin geworden, doch das sei damals leider nicht möglich gewesen, erinnert sie sich. Stattdessen machte Inge Greiner, die ursprünglich aus Pirmasens stammt, eine Ausbildung zur Friseurin und Kosmetikerin und arbeitete in diesem Beruf. Doch die Begeisterung für Mode hat sie nie losgelassen. 1995 schließlich war es soweit und das Geschäft „Brautmoden Samira“ öffnete in Vinningen erstmals seine Türen.

Im Keller des Wohnhauses ist bis heute ein Atelier eingerichtet, in dem verschiedenste Modelle an Hochzeits- und Abendkleidern hängen. Die Kleider kaufe sie nach ihrem Geschmack ein, erzählt Greiner. Ihr sei wichtig, dass es etwas Besonderes sei, ein bisschen ausgefallen. „Nichts so normales“, sagt sie bestimmt. Und so findet sich immer wieder ein Designerstück zwischen den Kleidern.

Früher pompös mit Reifrock

Um die aktuellen Modelle parat zu haben, besuche sie regelmäßig Messen, auf denen Hochzeitskleider präsentiert werden. Früher seien die Kleider pompös gewesen, gerne mit breiten Reifröcken. Das sei mittlerweile anders, wobei sich die Trends derzeit schnell änderten.

Aktuell seien Jumpsuits sehr gefragt, weite Hosen mit einer Korsage als Oberteil. Auch bei Kleidern seien Korsagen aktuell, vor allem mit transparentem Anteil. Tüllröcke mit Feenstaub, die im Licht glitzern, finden sich genau so unter den Modellen wie weiße Kleider mit schwarzen Details. Die Modefarbe derzeit sei „Blush“, ein heller Rosaton.

Meist kämen die Kundinnen mit einer festen Vorstellung davon, was sie an ihrer Hochzeit gerne tragen würden, erzählt Greiner. „Aber in 90 Prozent der Fälle wird es etwas anderes“, erzählt sie mit einem Lachen. Welches Modell dann gewählt wird, wird beim Blick in den Spiegel entschieden: „Irgendwann kommt der Wow-Effekt“, erzählt Greiner. Bei der Hochzeit dürfe die Braut optisch schon herausstechen. „Nicht, dass der Bräutigam später besser aussieht“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Von Größe 34 bis Größe 54

Wie viel Geld in das Hochzeitsoutfit investiert wird, sei unterschiedlich. Es gebe Modelle ab 300 Euro, bei Designerstücken könne der Preis jedoch auch bei über 2000 Euro liegen. Sie selbst habe Kleider in den Größen 34 bis 54 vorrätig, Größen könnten auch nachbestellt werden. In acht von zehn Fällen würden die Frauen fündig, überschlägt Greiner. Wer sich umsehen will, muss im Vorfeld einen Termin vereinbaren, zwischen zwei und drei Stunden plane sie pro Kundin ein. Meist werde die Braut von Freundinnen, der Mutter und der Großmutter beim Termin begleitet. „Da ist immer was los“, erzählt Greiner.

Geheiratet wird das ganze Jahr über

Die weiteste Anreise habe einmal eine Frau aus Frankfurt auf sich genommen. Sie hatte ein ganz bestimmtes Kleid entdeckt, das es in Frankfurt nur in Größe 44 gegeben habe. „Sie brauchte aber eine 34 und die hatte ich da“, erzählt Greiner. In Hochzeitszeitschriften werde aufgeführt, welche Geschäfte welche Marken führen. So sei die Kundin damals auf sie aufmerksam geworden. Ansonsten stammten die Kundinnen aus der Region, etwa aus Bad Bergzabern oder Dahn.

Einen klassischen Hochzeitsmonat, so wie früher der Mai, gebe es nicht mehr. Mittlerweile werde ganzjährig geheiratet, etwa am Jahrestag des Paares. Zudem werde weniger oft kirchlich geheiratet, hat Greiner beobachtet.

Auch wenn sie das Rentenalter längst erreicht hat, ans Aufhören denkt sie nicht. Dazu mache es ihr einfach viel zu viel Spaß und das Glück der Frauen, die ein Hochzeitsoutfit gefunden haben, bereite ihr selbst eine große Freude. Früher sei sie häufig auf Messen und Modenschauen unterwegs gewesen, um das Geschäft bekannt zu machen, das mache sie mittlerweile nicht mehr.

Abendkleider: Der Trend ist lang

Neben der Brautmode finden sich Kommunionkleider und Abendkleider im Sortiment, leider habe die Hauptfirma, von der die Ware bezogen worden sei, zu gemacht, berichtet Greiner. Da sei sie gerade auf der Suche nach einer neuen Firma. Ein typischer Anlass für ein Abendkleid sei der Abi-Ball. Da gehe der Trend zum langen Kleid.

Sie achte immer darauf, kein Kleid zweimal zu einem Ereignis zu verkaufen, damit es dort keine Doppelungen gebe, erzählt Greiner. Darauf habe sie auch früher schon geachtet und sich ihre Ballkleider selbst genäht. Ihrem Motto ist sie bis heute treu geblieben: „Es soll außergewöhnlich sein.“

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