Fischbach
Biosphärenhaus will mit Mitmachprogramm insbesondere Familien ansprechen
Kurz bevor am Donnerstagmorgen das Pressegespräch im Fischbacher Biosphärenhaus begann, lief eine Schulklasse in Richtung Dorf. Die Schüler und ihre Lehrer verbringen derzeit ein paar Tage im Naturerlebniszentrum Wappenschmiede. Das wird zwar derzeit noch von GNOR, der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie betrieben, ab dem 1. Januar geht dieser an die Agentur Stargate über, die seit dem Frühjahr das Biosphärenhaus mit seiner Ausstellung und den Baumwipfelpfad betreibt.
Schulklassen sind eine Zielgruppe, die die Stargate-Verantwortlichen auch künftig in die Südwestpfalz locken wollen. Mit einem attraktiven Angebot, wie Marketingleiter Christian Büffel im Pressegespräch zur Vorstellung des Programms erklärte. „Wir wollen spezielle Programme für Klassenfahrten schnüren“, sagte er. Dazu gehören insbesondere Aktivangebote. „Die Wappenschmiede soll so weiterlaufen, wir werden dort keine großen baulichen Veränderungen vornehmen“, erklärte Büffel.
Veränderungen wird es in der Ausstellung des Biosphärenhauses geben. Dort setzen die Ausstellungsmacher auf Virtual Reality. Mit VR-Brillen soll man dreidimensionale Exponate erkunden können. Nicht nur neue, wie die vor kurzem vorgestellte Ameise, sondern auch alte. „Wir werden Dinge aus der vorhandenen Ausstellung in die digitale Zeit übertragen“, sagte Büffel. Mit Sunny und Tony führen zwei neue, animierte Figuren durch die Natur-Erlebnis-Welt, sie tauchen auch in Filmen auf, die derzeit produziert werden.
Der Marketingleiter hat Gefallen an der Geschichte des Biosphärenhauses und des Baumwipfelpfades gefunden. Er weiß, dass der 270 Meter lange Pfad, der auf zwölf bis 18 Metern Höhe durch die Fischbacher Baumwipfel führt, nicht mehr der Publikumsmagnet ist, wie er es ganz am Anfang war. „Es war der erste Baumwipfelpfad Deutschlands. Natürlich gibt es im Umkreis schönere. Aber wir werden den historischen Charakter künftig mehr herausstellen“, sagte er. Büffel hofft, den Pfad damit auch für ältere Besucher, die sich für die Besonderheiten des Pfades interessieren, attraktiv zu machen. „Wir werden die Informationen ordentlich aufarbeiten und einen Mehrwert für die Leute schaffen.“
Das Stargate-Team, mittlerweile sind laut Büffel 20 Mitarbeiter im Natur-Erlebnis-Park tätig, hat sich mit der Vergangenheit der Einrichtung beschäftigt und recherchiert, was gut lief, was man wieder aufgreifen könnte, und auf was man künftig verzichtet. Klar ist, dass es „mehr Action“ für die Besucher gibt, um die man sich aktiv kümmert, ihnen Mitmachangebote unterbreitet. Mit Aktivitäten, Veranstaltungen und individuell buchbaren Angeboten soll mehr für das Publikum, insbesondere für Familien, getan werden. Aktivangebote sind das, dazu gehören Nachtexkursionen zu Fledermäusen und Eulen, die Übernachtung auf dem Baumwipfelpfad, das Feuer machen, Bogenschießen, Schnitzkurse, Teamspiele und das Abseilen vom Baumwipfelpfad. In den Schulferien sollen Camps angeboten werden.
Bis zum Sommer 2024 soll es 30 bis 40 Veranstaltungen mit festem Termin geben. Dazu zählen laut Büffel an den ersten drei Dezembersamstagen das Abseilen mit dem Nikolaus im Baumwipfelpfad sowie eine weihnachtliche Wanderung am 23. Dezember. Es soll einen Mittelalter- und einen Steinzeittag geben, über Ostern soll Geocaching angeboten werden. Und Geburtstagspartys sollen wieder im Natur-Erlebnis-Park gefeiert werden können.
Gastronomisches Angebot ausbauen
Natürlich spielt auch die Natur- und Umweltpädagogik eine Rolle. Genauso wie der Nachhaltigkeitsaspekt des Parks. Was beim Betreiber der Einrichtung für Verwunderung sorgt, ist, dass die Besuchergruppen immer wieder Müll im Gelände zurücklassen. „Wir werden in unserem Steingarten auf dieses Problem eingehen“, sagte Büffel. Dort soll der Müll, der im Wald aufgesammelt wurde, in einer Glasvitrine ausgestellt werden. Ergänzt um Erklärungen, wie lange es dauern wird, bis die unterschiedlichsten Müllarten im Wald abgebaut sind. „Wir sind ein Ort der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes“, betonte er, das wolle man auch den Besuchern vermitteln.
Das gastronomische Angebot des Biosphärenhauses soll ausgebaut werden. Der Biergarten und der Musiksommer donnerstags seien gut angenommen worden. „Wir möchten ein Angebot für Wanderer schaffen, die hier eine Kleinigkeit essen oder Kaffee trinken wollen“, erklärte der Marketingleiter. Man wolle aber auch etwas für die Fischbacher bieten, die Vereine des Dorfs ansprechen.
Die Gastronomie soll nach Möglichkeit täglich von 9 bis 17 Uhr öffnen. Was mit dem Restaurant im vierten Stock des Biosphärenhauses wird, ist offen. „Da müssen wir gucken, was wir machen. Es frei zu lassen, macht ja keinen Sinn“, sagte Büffel. In den nächsten zwei Wochen soll dazu eine Entscheidung fallen. Als Betreiber könne man es sich eigentlich nicht leisten, die Fläche unbespielt zu lassen, „dafür sind die Kosten zu hoch“, bemerkte der Marketingleiter. Ein Problem im Zusammenhang mit dem Restaurant lässt sich nicht auf die Schnelle lösen: Der Lastenaufzug, der den Kühlraum mit der Küche verbindet, ist kaputt.
