Rieschweiler-Mühlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Baugebiet weiterentwickeln ja oder nein? SPD-Mann entscheidet gegen seine Fraktion

 Ein Luftbild von Rieschweiler-Mühlbach aus dem Jahr 2006. Das Baugebiet hätte oberhalb des Friedhofs Rieschweiler entstehen sol
Ein Luftbild von Rieschweiler-Mühlbach aus dem Jahr 2006. Das Baugebiet hätte oberhalb des Friedhofs Rieschweiler entstehen sollen, der am linken Bildrand in der Mitte zu sehen ist.

In Rieschweiler-Mühlbach wird es auf Sicht nur ein Neubaugebiet geben – im Ortsteil Höhmühlbach. Der Ortsbürgermeister hat aber einen Plan B.

Mit nur einer Stimme Unterschied lehnte der Ortsgemeinderat Rieschweiler-Mühlbach in seiner Sitzung Ende Februar ein Baugebiet im Ortsteil Rieschweiler ab. Das berichtet Ortsbürgermeister Peter Roschy (SPD) auf RHEINPFALZ-Anfrage. Sieben Ratsmitglieder stimmten laut Roschy dafür, die Entwicklung des Gebiets fortzuführen, acht waren dagegen. Geplant waren „In der Hohl“, wie das Gebiet heißt, rund 25 Bauplätze oberhalb des Friedhofs und des alten Neubaugebiets „Im Flur“, das am Ortsausgang in Richtung Dellfeld liegt. Einig war sich der Rat dagegen, ein im Ortsteil Höhmühlbach geplantes Neubaugebiet („In der Sandkaut“ mit knapp 20 Bauplätzen) weiterzuentwickeln. Die neuen Baugrundstücke sollen zwischen Schulstraße und Gartenstraße entstehen, berichtet Roschy. Das Votum fiel einstimmig.

Ursprünglich hatte die Ortsgemeinde ins Auge gefasst, in jedem der beiden Ortsteile ein Neubaugebiet auszuweisen. Die Planungen waren bereits mehrfach Thema im Rat. Bei der Diskussion über Details der beiden Gebiete wurde „In der Hohl“ in Rieschweiler noch einmal grundsätzlich in Frage gestellt – und die Pläne vom Rat letztendlich begraben. CDU und FWG waren gegen das Baugebiet, die SPD war dafür, allerdings stimmte SPD-Ratsmitglied Reiner Peschel mit Christdemokraten und Freien Wählern, was letztendlich den Ausschlag gab.

SPD bedauert Abstimmungsverhalten ihres Mitglieds

Pascal Schuck bedauert, „dass gerade das Abstimmungsverhalten eines unserer Fraktionsmitglieder dazu geführt hat, dass der Bebauungsplan Rieschweiler mit nur einer Stimme abgelehnt wurde.“ Das schreibt der SPD-Fraktionssprecher in einer Stellungnahme. Die Sozialdemokraten befürworteten die Entwicklung beider Gebiete, da insbesondere für Höhmühlbach mit „acht bis zehn Jahren“ gerechnet werden muss, bis das Gebiet letztendlich entwickelt ist, teilte Schuck weiter mit. Er hätte gerne mehr Bauplätze für potenziell Bauwillige in der Doppelgemeinde gesehen.

„Zwei Baugebiete gleichzeitig zu verfolgen sehen wir generell kritisch“, sagte CDU-Fraktionssprecherin Gabriele Letzelter im Nachgang der Sitzung der RHEINPFALZ. Neben den Erschließungskosten führt Letzelter die nicht ganz einfache Entwässerung des Baugebiets oberhalb des Friedhofs an. Das in Höhmühlbach geplante Baugebiet sei voraussichtlich einfacher zu erschließen, zudem könne so auch die Zufahrt zum Kindergarten verändert werden: Dort muss der Bus am Kindergarten wenden, ein Baugebiet hinter der Kita könnte die Situation entschärfen, wenn der Bus durch das Neubaugebiet weiterfahren könnte, erklärte Letztelter.

Nachfrage hat nachgelassen

Auch die FWG sprach sich dafür aus, „die Planungen auf das Baugebiet ,In der Sandkaut’ im Ortsteil Höhmühlbach zu konzentrieren“. So steht es in einer Stellungnahme der Fraktion, die deren Sprecherin Denise Florl im Nachgang der Sitzung der RHEINPFALZ geschickt hat. Die FWG sprach sich zudem dafür aus, „verstärkt zu prüfen, welche zusätzlichen Bau- und Entwicklungsmöglichkeiten im Ortskern Rieschweiler geschaffen werden können“: Das Neubaugebiet „In der Hohl“ wirke aus Sicht der FWG diesem Ziel entgegen, „da dadurch zusätzlicher Wohnraum außerhalb des Ortskerns von geschaffen würde“, so Florl.

„Ich hätte gerne beide Gebiete weiterentwickelt“, sagt Ortschef Roschy. Zumal ja durch ein neues Baugebiet nicht von heute auf Morgen Baumaschinen anrollen, Neubaugebiete einen langen Vorlauf haben. „Wir sind schon einige Jahr dran an dem Projekt.“ Roschy räumt ein, dass die Nachfrage nach Baugrund in der Doppelgemeinde spürbar zurückgegangen sei. „Das Telefon klingelt in der Sache nicht mehr ganz so oft“, sagt der Ortsbürgermeister, allerdings gebe es immer noch Leute, die bauen möchten.

45 unbebaute Bauplätze

Mit den beiden Baugebieten hätten unterm Strich 40 bis 45 neue Bauplätze entstehen können, 25 bis 30 in Rieschweiler sowie 15 bis 20 in Höhmühlbach – je nach Zuschnitt der Parzellen. Mit Blick auf neue Häuser im Ort hat Roschy noch einen weiteren Pfeil im Köcher. Im Ortsgebiet sind laut Roschy etwa 45 Bauplätze noch unbebaut. Sicher seien nicht alle gleich gut für ein Hausprojekt geeignet, dennoch lohne sich bei einigen ein zweiter oder dritter Blick. „Vielleicht sollten wir da noch mal dran gehen“, sagt der Ortsbürgermeister.

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