Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Bald sollen in jedem Dorf wieder Sirenen heulen

Die Bestandsaufnahme in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ergab, dass der Großteil der Sirenen nicht mehr funktionier
Die Bestandsaufnahme in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ergab, dass der Großteil der Sirenen nicht mehr funktioniert.

Das Sirenennetz in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben wird wieder so ausgebaut, dass in jeder Ortsgemeinde mindestens eine Sirene vorhanden ist, die die Menschen im Katastrophenfall warnen und die Feuerwehrleute alarmieren kann. Über 250.000 Euro wird die Verbandsgemeinde in die Modernisierung investieren.

Bereits 2013/14 hatte der Feuerwehrausschuss beschlossen, dass in jedem Ort mindestens eine funktionierende Sirene vorhanden sein muss. Auslöser für diesen Beschluss war die Umstellung auf die digitale Alarmierung. Der Feuerwehrausschuss empfahl damals, dass die vorhandenen Sirenen auf die digitale Technik umgerüstet werden sollten. Wie wichtig Sirenen sind, zeigten zuletzt die Katastrophe im Ahrtal und die katastrophalen Ergebnisse der bundesweiten Warntage. Sie brachten die Erkenntnis, dass die Bevölkerung über Handy-Apps nicht richtig zu warnen ist.

Das Land war lange im Probebetrieb im Bereich digitale Alarmierung und auch bei den digitalen Sirenensteuerempfängern gab es jahrelang keine Liefertermine. Die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde steuerte die noch vorhandenen betriebsfähigen Sirenen in den vergangenen Jahren über die analoge Alarmierungstechnik an. Es zeigte sich schon 2019, dass viele Sirenen und Steuergeräte nicht mehr funktionierten.

Großteil der Sirenen funktioniert nicht mehr

Die Firma Sirenen Fischer, die in Thaleischweiler-Wallhalben das Sirenennetz mit aus- und aufbaut, prüfte das Sirenensystem in der Verbandsgemeinde. Ergebnis: Der Großteil der Sirenen funktioniert nicht mehr und ist irreparabel. Die Sirenen und Steuerungseinheiten entsprechen nicht mehr den aktuellen elektrotechnischen Vorschriften. Eine Umrüstung auf digitale Empfangstechnik ist nicht möglich. Einige Sirenenanlagen waren baufällig und mussten abgebaut werden. Die bisherigen Standorte der Sirenen werden auch nicht reichen, um eine umfassende Warnung der Bevölkerung gewährleisten zu können. Unter anderem weil mittlerweile deutlich besser isolierte Fenster eingebaut werden, aber auch weil Neubaugebiete weit entfernt von Sirenenstandorten entstanden sind.

Fazit war, dass die Sirenenalarmierung völlig neu aufgestellt werden muss. Die Firma Fischer wurde mit einer Standort-Analyse beauftragt. Die ergab, dass in Geiselberg künftig zwei statt früher eine Sirene installiert sein müssen, um effektiv bei Gefahr warnen zu können. In Heltersberg waren bisher drei Sirenen installiert. Nur wenn die Leistung erhöht wird, kann es dabei blieben, ansonsten ist eine vierte Sirene erforderlich. In Hermersberg, Höheinöd und Horbach soll jeweils eine zweite Sirene installiert werden, Schmalenberg und Steinalben sind ausreichend versorgt. In Waldfischbach-Burgalben müssen entweder die Leistung der drei vorhandenen Sirenen erhöht oder zwei weitere Sirenen angeschafft werden. Die Verbandsgemeinde wird Zuschüsse des Landkreises Südwestpfalz und des Bundes beantragen.

Eine Million Euro für den Fuhrpark

Der Sirenenbedarfsplan ist Teil des neuen Feuerwehrkonzeptes, das der Verbandsgemeinderat einstimmig verabschiedete. Mit dem grünen Licht fürs Blaulicht – wenn die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion den Plan absegnet – werden auch Investitionen in den Fuhrpark ausgelöst. Über eine Million Euro werden in den nächsten Jahren in neue Fahrzeuge investiert. Dabei entschied der Rat, dass nicht ein großes Tanklöschfahrzeug (TLF) 3000 angeschafft wird, das im Verbandsgemeindegebiet zwingend erforderlich ist, sondern zwei etwas kleinere TLF 2000, die in Heltersberg und Waldfischbach-Burgalben stationiert werden sollen. Die Kosten bleiben gleich. Großer Vorteil sei, dass damit bei Wald- und Vegetationsbränden schneller effektiv Hilfe geleistet werden kann. Durch die beiden Standorte werden die Risikogebiete besser abgedeckt.

Veränderungen im Fahrzeugbestand wird es auch bei den Löscheinheiten Hermersberg und Schmalenberg geben. In Schmalenberg – der Wehr kommt im Hilfskonzept für das Holzland eine wichtige Rolle zu – soll der Bestand auf drei ausgebaut werden. Für 16.200 Euro werden zwei Tragkraftspritzen angeschafft. Diese ersetzen zwei reparaturanfällige Geräte aus dem Jahr 1993.

Vor Starkregen schützen

Die Folgen der zunehmenden Starkregenereignisse beschäftigen auch die Verbandsgemeinde. Für den Bereich Kapellenstraße in Waldfischbach-Burgalben liege jetzt ein Planungsvorschlag vor, der mit den betroffenen Anliegern besprochen werden soll, sagte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD). Auch in Hermersberg, wo es besonders gefährdete Straßen gibt, sind bei der Ausbauplanung diese Faktoren deutlich stärker gewichtet worden. Man befasse sich definitiv mit dem Thema, so Weber. Das soll aber noch umfangreicher geschehen. Auch mit Hilfe eines Fachbüros, und unter Einbeziehung der Bevölkerung, fordert die Fraktion des Bürgerblocks (FBB) ein Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzept aufzustellen. Diesem Antrag stimmte der Rat zu. Es sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um Landeszuschüsse beantragen zu können.

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