Rodalben
Bürgermeisterwahl: Für einen Kandidaten gab es eine Überraschung
Die Wahrscheinlichkeit, dass in Rodalben erst eine Stichwahl darüber entscheidet, wer zum 1. Januar 2026 Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Nachfolger von Wolfgang Denzer (SPD) wird, war groß. Und so kam es am Sonntag auch. Daran änderte auch die künstliche Spannung nichts, als die mehr als 30 Interessierten im Rodalber Rathaus auf das letzte noch ausstehende Ergebnis aus Clausen warteten. Da war bereits klar, dass es Peter Spitzer (SPD) und Claus Schäfer (CDU) in die Stichwahl geschafft hatten. Spitzer lag am Ende um 489 Stimmen vor Schäfer (3187:2698).
„Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich vorne liegen“, räumte Spitzer ein. „Das freut mich jetzt umso mehr“, ergänzte er. Zumal er in allen Dörfern der Verbandsgemeinde vor Claus Schäfer lag. Zweimal, in seiner Heimatgemeinde Donsieders (63,3 Prozent) und in Clausen (57,6 Prozent) lag er sogar deutlich über der 50-Prozent-Marke. Schäfer fuhr sein bestes Ergebnis in der Stadt Rodalben ein, dort erhielt er 43,4 Prozent der Stimmen und lag um 138 Stimmen vor Spitzer.
„Ich habe die erste Hürde genommen“, sagte Schäfer, das Erreichen der Stichwahl war für ihn ein Etappenziel. Dass er auf Rang zwei ins Ziel kam, wollte er nicht bewerten. „Als ich zum ersten Mal zum Stadtbürgermeister gewählt wurde, zog ich auch als Zweiter in die Stichwahl ein“, sagte er. Dass es zur Stichwahl am 28. September kommt, „war so gut wie klar“, fügte Schäfer an.
Dirk Bauer (AfD) erzielte ein achtbares Ergebnis, er kam auf 14,9 Prozent der Stimmen. Am besten schnitt er in Leimen ab, dort erhielt er 22,2 Prozent der Stimmen. Insgesamt wählten 1027 Bürger der Verbandsgemeinde Rodalben den AfD-Kandidaten. „Die Wähler haben entschieden“, sagte er. „Rodalben ist schwarz“, fügte er mit Blick auf die CDU-Dominanz an. „Für mich ist das ein Ansporn, dass es weiter gehen muss. Ich werde jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken“, sagte er und kündigte an, sich weiterhin für die Stadt und die Verbandsgemeinde in den beiden Räten einzusetzen.
Eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten in der Stichwahl werde die AfD nicht abgeben, sagte Bauer. „Wenn mich jemand persönlich frägt, dann sage ich, dass ich es nicht für machbar halte, gleichzeitig Stadt- und Verbandsbürgermeister zu sein. Das geht nicht. Deshalb weiß ich, wen ich in zwei Wochen wähle“, bemerkte er.
„Der Wahlkampf geht von vorne los“, sagte Schäfer. Ob er etwas an seiner Strategie ändern werde, konnte er nicht sagen. „Ich muss mir die Ergebnisse im Detail ansehen und ein bisschen nachdenken“, erklärte er. „Ich hatte für die Stichwahl noch nichts geplant“, sagte Spitzer. „Ich habe bis hierhin alles gegeben. Jetzt werden wir gucken, wie wir die 14 Tage im Wahlkampf weiterverbringen.“
Ergebnisse
VG Rodalben (gesamt)
Claus Schäfer (CDU) 2698 Stimmen/39,0 Prozent
Peter Spitzer (SPD) 3187/46,1
Dirk Bauer (AfD) 1027/14,9
Clausen
Claus Schäfer (CDU) 235/31,5
Peter Spitzer (SPD) 430/57,6
Dirk Bauer (AfD) 81/10,9
Donsieders
Claus Schäfer (CDU) 158/28,7
Peter Spitzer (SPD) 348/63,3
Dirk Bauer (AfD) 44/8,0
Leimen
Claus Schäfer (CDU) 179/37,8
Peter Spitzer (SPD) 190/40,1
Dirk Bauer (AfD) 105/22,2
Merzalben
Claus Schäfer (CDU) 219/35,8
Peter Spitzer (SPD) 329/53,8
Dirk Bauer (AfD) 64/10,5
Münchweiler
Claus Schäfer (CDU) 462/38,6
Peter Spitzer (SPD) 583/48,7
Dirk Bauer (AfD)152/12,7
Stadt Rodalben
Claus Schäfer (CDU) 1445/43,4
Peter Spitzer (SPD) 1307/39,2
Dirk Bauer (AfD) 581/17,4