Kleinsteinhausen / Zweibrücken
Angeklagter ohne Führerschein unterwegs – Dirtbike-Fahrt mit Folgen?
Die Verhandlung am Amtsgericht Zweibrücken begann am Mittwoch, 24. September, mit 25 Minuten Verspätung, weil der Anwalt des Angeklagten davon ausging, dass der Strafprozess vor dem Pirmasenser Amtsgericht stattfindet. Als er den Fehler bemerkte, verständigte er den Amtsrichter, dass er etwas später in Zweibrücken eintreffen wird. Der Angeklagte war zwar auch nicht rechtzeitig im Gerichtssaal. Das lag aber daran, dass er seit vergangener Woche in der Zweibrücker Justizvollzugsanstalt einsitzt und Inhaftierte erst zum tatsächlichen Sitzungsbeginn von Wachtmeistern in den Gerichtssaal gebracht werden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, am 12. und 24. November vergangenen Jahres in Kleinsteinhausen mit einem sogenannten Dirtbike, einer Art geländegängigem Motorrad, gefahren zu sein, obwohl er keine Fahrerlaubnis besitzt. Zudem soll das Motorrad kein Kennzeichen gehabt haben und nicht haftpflichtversichert gewesen sein. Am 12. November sei er gegen 16 Uhr der Polizei aufgefallen, am 24. November gegen 12 Uhr auf einem Waldweg. Beim zweiten Mal sei er dann mit etwa 70 Sachen geflüchtet, als er die Polizei kommen sah. Dabei sei er den Verfolgern entkommen.
Mitte Dezember wird Verfahren neu aufgerollt
Der Angeklagte, der die Hauptschule abgeschlossen und sich nach eigenen Angaben bisher mit Zeitarbeit durchs Arbeitsleben geschlagen hat, bezog zuletzt Bürgergeld und wohnte in einer WG mit seinem besten Freund zusammen. Dass er seit vergangener Woche in der JVA Zweibrücken einsitzt, kam für ihn überraschend. Er war von zwei Amtsgerichten wegen Einbruchsdiebstählen verurteilt worden und, wie er sagt, „hat meine Bewährungshelferin versucht, Bewährung für mich zu bekommen. Das hat aber nicht funktioniert“.
Zu den Vorwürfen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis meinte er: „Das am 12. November stimmt so, aber das am 24. kann nicht sein. Da habe ich bei einem Umzug geholfen.“ Er und sein bester Freund seien am 24. November morgens um 9 Uhr nach Pirmasens gefahren worden und erst abends wieder zurückgekehrt. „Ich war da Umzugshelfer.“ Sein bester Freund und der Umgezogene könnten das bestätigen. Der Richter hielt ihm vor, dass eine Zeugin ihn belastet habe. Sie habe gegenüber der Polizei ausgesagt, dass er das Dirtbike am 24. gefahren habe. „Die will mir eins reinwürgen, weil die Beziehung kaputtging“, hatte er als Erklärung parat. In Kleinsteinhausen würden „ein Haufen Dirtbikes rumfahren“.
Der Richter setzte die Hauptverhandlung schließlich aus, weil er weitere Zeugen laden will, um herauszufinden, ob dem Angeklagten beide Taten vorzuwerfen sind oder nur eine Tat. Mitte Dezember wird die Sache dann neu aufgerollt.