Maßweiler / Hornbach
Analog trifft Digital: Fotoausstellung von Volkhard Gabriel und Jo Steinmetz
Da ist eine Frau mit Geige, im Hintergrund sieht man Notenblätter und Flammen. Im krassen Gegensatz dazu stehen Naturfotografien von Vögeln und Bienen. Volkhard Gabriel aus Maßweiler bannt die Wunder der Natur auf Leinwände – Jo Steinmetz aus Hornbach fotografiert Models, die er später digital mit einem völlig neuen Hintergrund verschmelzen lässt. Diese Technik nennt er „Digital Bodypainting“. Beide Künstler, die sich seit 30 Jahren kennen, nutzen als Werkzeug ihre Kamera. Was am Ende herauskommt, ist aber völlig unterschiedlich. Es sind Eintrittskarten in verschiedene Welten. „Aber im Kern machen wir dasselbe: fotografieren“, sagt Gabriel (64), der seit 45 Jahren fotografiert. Diesen Kontrast kann man ab 5. März in der Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land sehen. Zwischen 25 und 30 Bilder sind insgesamt ausgestellt, schätzt Gabriel.
Da ist etwa eine Meise, die eine Made im Schnabel hat. Oder ein anfliegender Kohlweißling, ein Schmetterling – kleine, intime Momente. Dass Gabriel Tiere im Flug fotografieren kann, hat er auch dem Umstand zu verdanken, „dass ich in der Sportfotografie groß geworden bin. Da muss man schon genau hingucken“. Auf die Aufnahme einer Biene, die über einer Mohnblüte fliegt, ist er besonders stolz. „Der Schatten der Biene ist in der Mohnblüte drin.“ Auch ein paar Landschafts- oder Architekturbilder sind dabei. Bei manchen Motiven weiß er schon vorher: „Das gibt was.“ An den Bildern verändert er nichts mehr. „Die Natur ist für mich der schönste Künstler. Dieser Facettenreichtum ist unglaublich. Da musst du nur den richtigen Blick haben.“ Tausende Bilder habe er gemacht. Diese Leidenschaft habe sein Vater an ihn weitergegeben, der auch fotografierte. Wie wählt er aus dieser Fülle aus, was die Besucher in einer Ausstellung zu sehen bekommen? „Das kommt immer auf den Ort an.“ Ein- bis zweimal waren die Fotografen vorher da. „Innerhalb von zehn Minuten haben wir gewusst, was wir aufhängen wollen.“ Wichtig: „Es soll ein Gesamtbild ergeben.“
Konträre Stile eignen sich für Ausstellung
Ihre konträren Stile eigenen sich gut für eine gemeinsame Ausstellung, fanden sie – und machen seit 2023 jedes Jahr eine zusammen; bisher im Zweibrücker Mannlichhaus. Diesmal werden ihre Bilder in den Fluren des Erdgeschosses und des ersten OGs der Verbandsgemeinde hängen. Die Idee dazu hatte Jochen Schael vom Zweibrücker Kunstverein, der die Ausstellung zusammen mit der Verbandsgemeinde veranstaltet. Beide Fotografen haben auch Motive ausgewählt, die mit der Verbandsgemeinde zu tun haben. „Von mir ist ein durchfahrender Zug dabei. Das habe ich in Contwig aufgenommen, an einem Bahnübergang“, erzählt Gabriel.
Von Jo Steinmetz gibt’s eine Tür der ehemaligen Hornbacher Parkklinik, deren rechtem Rahmen das Gesicht einer Frau entwächst. „Es ist eine Fiktion, die ich bastele“, sagt er. Ein Model, das er fotografiert hat, „wird angemalt mit dem digitalen Pinsel“ – und findet sich in einem neuen Hintergrund wieder. Am Anfang nutzte er lokale Hintergrundmotive – das Zweibrücker Schloss, das Rathaus, die Turnhallen-Mauer der Thomas-Mann-Schule. „Mittlerweile mache ich auch Hintergründe, die im Kopf entstehen. Farben, die am Computer entstehen, sozusagen ein Gemälde, das ich selbst bastle.“ Zuerst überlegt er sich ein Hintergrundmotiv. Zwischen zehn und 25 Stunden Arbeit stecken in einem Werk – abhängig von nachträglichen Bearbeitungsschritten, etwa dem Einbauen von Schatten. Ob man ein Bild auf die Leute loslassen kann, dabei helfe ihm auch seine Frau mit ihrem kritischen Blick.
Gute Möglichkeit zu direktem Austausch
Für Steinmetz ist die Kunst „ein Hobby, bei dem ich die Zeit vergesse“. Dabei geht es ihm vor allem um den Spaß und die Leidenschaft fürs Kreative. Beide haben schon oft ausgestellt. Ist man da noch aufgeregt? Die Fotografen gehen locker dran. Kunst sei subjektiv, und es müsse auch nicht jedem alles gefallen. Für sie sei es eine gute Möglichkeit, mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Diesen Austausch schätzen sie. Vor Ort kann man die Bilder auch kaufen – allzu oft komme das aber nicht vor. Auch, weil die Leute mehr auf ihr Geld achten.
Info
Die Vernissage zur Ausstellung „Analog trifft Digital 4.0“ in der Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land, Landauer Straße 18-20, findet am 5. März um 18.30 Uhr statt. Noch bis zum 6. Mai kann man die Bilder sehen. Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 8.30 bis16 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr, Freitag 8.30 bis 12 Uhr, Mittwoch geschlossen. Die Laudatio hält Wolfgang Ohler.