Rodalben Am Sonntag Führung über jüdischen Friedhof

reich

Nach dem großen Zuspruch, den seine erste Führung über den jüdischen Friedhof in Rodalben im August fand, lädt Peter Conrad für Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr, zu einer zweiten Führung ein. Hatte der Hobbyhistoriker in Sachen jüdischer Heimatgeschichte vor sieben Wochen hinter Grabsteinen verborgene Schicksale lebendig werden lassen, geht es ihm diesmal um das Zusammenwachsen und den Zusammenhalt benachbarter Synagogen-Gemeinschaften.

Nach Informationen über Grabsteine und Bestattungskultur weitet Conrad den Blick auf das Miteinander der Juden, insbesondere zwischen den Juden aus Rodalben und Pirmasens. Das zeigt sich schon an den Friedhöfen. Wurden doch die Juden aus Rodalben vor der Einweihung ihres eigenen Friedhofs am 13. Februar 1876 über sechs Jahrzehnte auf dem jüdischen Friedhof in Pirmasens bestattet.

Die Verbundenheit der Gemeinschaften aus Rodalben und Pirmasens beruhte auf vielerlei Umständen. Obenan standen verwandtschaftliche Beziehungen. Zudem gab es wirtschaftliche Verflechtungen. Einige Juden aus Rodalben seien der Arbeit wegen nach Pirmasens gezogen, berichtet Conrad. Eine dritte Säule ging von Kindern und Jugendlichen aus: Viele jüdische Kinder aus Rodalben hätten die höheren Schulen in Pirmasens besucht und Freundschaften geschlossen mit ihren jüdischen Mitschülern aus Pirmasens. „Auf diesem Weg lernten sich die Eltern besser kennen“, so Conrad, „sodass es mehr und mehr zum weiteren Austausch zwischen den Mitgliedern der beiden Synagogen-Gemeinden kam.“

Biografien von Rodalber Juden

Was auch zusammenschweißte: Gegen Ende der Weimarer Republik habe man gemeinsam gegen die Nationalsozialisten gekämpft, und im Dritten Reich sei vor allem die Jugend eng zusammengewachsen. Anhand ausgewählter Biografien von in Rodalben Bestatteten will Conrad bei seiner Führung Beispiele für das sich verfestigende soziale Geflecht aufzeigen.

Der gebürtige Rodalber, der im Nordschwarzwald wohnt, hat sich mit Leidenschaft in die Geschichte der Juden in seiner Heimatregion vertieft. Seit Jahren stöbert er in Archiven und Chroniken, besucht historische Stätten, die den Geist der Geschichte spüren lassen. Diesen Geist will er bei seiner Führung weitergeben.