Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Altenheim: Bewohnerin war vielleicht gar nicht infiziert

Die Rückkehr zur Normalität im Rodalber Altenheim Edelberg könnte für Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige noch ein paar Tage da
Die Rückkehr zur Normalität im Rodalber Altenheim Edelberg könnte für Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige noch ein paar Tage dauern. Erst muss sich bestätigen, dass niemand mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert ist.

Der zweite Test einer Bewohnerin des Seniorenheims Edelberg auf das Coronavirus Sars-Cov-2 ist negativ ausgefallen. Für die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses steht die zweite Testreihe an. Dabei könnte die ursprüngliche Meldung einer Infektion falsch gewesen sein. Der Kreis hält den Lockdown für die Rodalber Einrichtung dennoch für richtig.

Gerüchteweise hat sich am Mittwoch schon frühzeitig die Nachricht in der Stadt verbreitet, dass der zweite Virus-Test einer Bewohnerin des Hauses Edelberg ein abweichendes Ergebnis erbrachte. Dies bestätigte Edelberg-Sprecher Bernhard Rössler am Nachmittag auf RHEINPFALZ-Nachfrage: „Uns wurde zurückgemeldet, dass die Bewohnerin jetzt negativ getestet wurde“, teilte er mit.

Rössler äußerte sich nicht zum ersten positiven Testergebnis. Das scheint umstritten. Kreissprecher Thorsten Höh sagte auf Nachfrage: „Im Nachgang ist nicht auszuschließen, dass der erste Test ein falsch-positives Ergebnis erbracht hat“ – will heißen, dass die Seniorin gar nicht mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 infiziert war. Angesichts des hohen Alters der Heimbewohner, die zur Hochrisikogruppe gehören, wäre es laut Höh aber fahrlässig gewesen, nicht zu reagieren. Es sei wichtig gewesen, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die Menschen zu schützen. „Die verschärften Hygiene-Maßnahmen dauern an, auch wenn im Nachhinein nicht vollends ausgeschlossen werden kann, dass der vorausgegangene Nachweis falsch-positiv war“, so Landrätin Susanne Ganster. Gesundheitsamtsleiter Heinz Ulrich Koch schloss sich dieser Meinung an. „Jedes Testsystem kann Unschärfen in sich tragen. In Anbetracht der besonders anfälligen und schützenswerten Personengruppe in der Einrichtung müssen wir bei unserem Handeln in einem solchen Fall vom ersten positiven Testergebnis ausgehen.“

Dritter Abstrich angeordnet

Eine Heimbewohnerin war am Samstag nach einem Sturz ins Krankenhaus St. Elisabeth eingeliefert und dort auf das Coronavirus Sars-Cov-2 getestet worden. Als der Test positiv ausfiel, wurden die 92 Bewohner und 65 Mitarbeiter ebenfalls getestet. Über die Einrichtung wurde ein Lockdown verhängt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Südwestpfalz hat für die Frau inzwischen einen dritten Abstrich veranlasst. „Es muss mehrfach negativ getestet werden“, erklärte Rössler. Für das Edelberg-Seniorenzentrum „stehen Gesundheit und Wohlbefinden der Bewohner an erster Stelle“, sagte der Unternehmenssprecher. Mit den bisherigen Schutzmaßnahmen sei es gelungen, „Bewohner und Mitarbeiter gesund durch die Corona-Pandemie zu bringen“. Als bei der ersten Testreihe der Bewohner und Mitarbeiter keine weitere Infizierung gemeldet wurde, sah Geschäftsführer Alexander Grunewald die Einrichtung darin bestätigt, „unser Hygienekonzept weiterhin konsequent durchzuführen“. An die Angehörigen appellierte er, die Auflagen „sehr ernst zu nehmen“. „Wir haben sofort den betroffenen Wohnbereich isoliert, das Hausrestaurant gesperrt und Besuche eingestellt“, berichtete Grunewald.

Haus bleibt geschlossen

Auch jetzt stellt das Seniorenzentrum klare Regeln auf: Der Wohntrakt, in dem sich die ins Krankenhaus eingewiesene Bewohnerin aufhielt, bleibt bis auf Weiteres als Isolationsbereich ausgewiesen. Außerdem bleibt das Haus zunächst für Besucher geschlossen. „Wir halten uns an die Anweisung des Gesundheitsamtes“, so Rössler.

Wie lange die Rückkehr zur Normalität dauert, steht noch nicht fest. In dieser Woche sollen Bewohner und Mitarbeiter ein zweites Mal getestet werden. Grund dafür ist die Inkubationszeit der Krankheit: Möglicherweise wurde eine Infektion beim ersten Durchlauf nicht erkannt.

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