Rodalben
Abriss des Hauses der Jugend beendet: Weg frei für Neugestaltung
Das Gebäude war vor 40 Jahren ein Jugendtreff, am Nachmittag für die Jüngeren und am Abend für die Älteren. Zuletzt stand das Haus nur noch als unansehnliche und baufällig gewordene Ruine auf dem Platz hinter dem alten Rathaus. Vor zwei Wochen war noch zu befürchten, dass die Abrissarbeiten ins Stocken geraten und sich das Vorhaben in die Länge zieht – es drohte ein Rechtsstreit zwischen der beauftragten Firma und der Stadt, weil sich Differenzen bei den Kosten ergeben hatten.
Von nachträglicher Rechnung überrascht
Der Anfang der Arbeiten nahm sich vielversprechend aus. Mit einem Angebot von 54.000 Euro war das Unternehmen, das den Zuschlag erhalten hatte, als günstigster Bieter aus der Ausschreibung hervorgegangen. Das Verhängnis lag im Detail, wie sich im Nachhinein herausstellte: Sowohl der VG-Verwaltung als auch der Firma waren Fehler unterlaufen. Die Verwaltung hatte es versäumt, über die Abrissarbeiten hinaus die Entsorgung des Abrissmaterials explizit zu berücksichtigen. Die Firma ihrerseits hätte darauf hinweisen müssen, dass Entsorgung des Schuttberges separat in Rechnung gestellt werden.
So flatterte der Stadt überraschenderweise eine nachträgliche Rechnung über rund 100.000 Euro ins Rathaus. Die zusätzliche Forderung belief sich fast auf den doppelten Betrag der Kostens des Abrisses. In Gesprächen mit der Stadtspitze deutete sich bald ein Kompromiss an. Das vorläufige Ergebnis lief auf einen Vergleich hinaus, der vorsah, der Stadt für die Wegwerfkosten „maximal 50.000 Euro“ in Rechnung zu stellen.
Mit 84.000 Euro waren die Kosten für den Abriss insgesamt kalkuliert worden. Der Vergleich hätte demnach zu Mehrkosten in Höhe von 16.000 Euro führen können. Das Defizit hätte sich aber bei geringeren Entsorgungskosten auch reduzieren können. Für Genauigkeit war die zu berechnende Gewichtsmenge zu ermitteln, zunächst lag nur eine Schätzung für die Entscheidung vor.
Boden nicht belastet
Offen blieb, ob die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bei der zugesagten Fördersumme von 84.000 Euro bleibt oder sie anpasst. Im letzteren Fall bliebe an der Stadt ein überschaubares Defizit hängen, je nach den tatsächlich anfallenden Entsorgungskosten. Rodalbens Bürgermeister Claus Schäfer (CDU) kam es in dieser Phase darauf an, einen Stillstand an der Baustelle zu vermeiden: „Die Ausfallkosten hätten immens werden können“, so Schäfer auf Anfrage.
Inzwischen ist das ehemalige „Haus der Jugend“ beseitigt. Wo es stand, tut sich gerade eine eineinhalb Meter tiefe Baugrube auf, die jetzt verfüllt wird. Laut Gutachten ist das Gelände nahe den früheren Pfälzischen Lederwerken schadstofffrei, so dass keine baulichen Hindernisse mehr den Weg der Neugestaltung versperren.
„Wie der Platz genutzt wird, ist aktuell völlig offen“, sagt Schäfer, „ob für einen kleinen Park mit Erholungszonen und Wasserspielplatz oder etwa für ein städtisches Gemeinschaftshaus, eventuell mit gastronomischem Angebot, oder für andere Ziele. Der Stadtrat hat das Planungsbüro Dilger als ersten Ideengeber beauftragt. Mit der zu erarbeitenden Vorlage werden sich dann das Planungsbüro BBP (Kaiserslautern) und der Bauausschuss näher befassen, ehe der Stadtrat sich einschaltet.