Lemberg RHEINPFALZ Plus Artikel 70.000-Euro-Hütte in Lemberg: Holzbau verbindet Design und Region

Viel Platz bietet die futuristische Hütte unterhalb der Langmühler Aussicht. Das Schild hat Bürgermeister Klaus Weber persönlich
Viel Platz bietet die futuristische Hütte unterhalb der Langmühler Aussicht. Das Schild hat Bürgermeister Klaus Weber persönlich gefertigt. Zur Einweihung kam die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Mitte).

Nach sechs Jahren ist die futuristische Wandererhütte bei Lemberg endlich fertig. Ein Anlass, zu dem sogar die Mainzer Umweltministerin anreist.

Als „Forest Cabin“, also Waldhütte, war das Projekt Kaiserslauterer Studierender betitelt. 2020 suchte das Forstamt Westrich aus mehreren Entwürfen die jetzige Version aus und wollte mit Unterstützung des Pfälzerwaldvereins Lemberg unterhalb der Langmühler Aussicht die morsche Hütte schnell ersetzen.

Die Studierenden hatten zwar eine mutige Vision im Modell entworfen, jedoch nicht den Beweis für die Stabilität geliefert. Also war eine Modifikation nötig, die das Planungsbüro Gerhard Hofmann aus Trulben zusammen mit dem Zimmermann Daniel Ganster aus Fischbach liefern konnte.

Statisch anspruchsvoll

Der Schwung im Dach der Hütte gibt der Konstruktion zwar das gewisse Etwas, das jedoch statisch anspruchsvoll wurde. Letztlich wurde die Hütte mit 70.000 Euro recht teuer für eine Unterstellmöglichkeit im Wald. Bezahlt wird die Hütte über eine Förderung des rheinland-pfälzischen Programms „Klimabündnis Bauen“. Der Pfälzerwaldverein Lemberg steuerte etwas dazu bei. Wie viel genau, wollte die Vorsitzende Carola Graf nicht verraten.

„Jetzt ist es eine runde Sache“, freute sich Forstamtsleiter Florian Kemkes am Freitag bei der Einweihung der Hütte und die Mainzer Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, Katrin Eder (Grüne) betonte, dass in der Hütte viele Aspekte vereint würden, die ihrem Haus wichtig seien. Unter anderem wurde Holz aus dem hiesigen Forstamt verwendet.

Nur für die Schindeln musste Ganster in den Schwarzwald, wo noch einer der letzten Schindelmacher zu finden war. Für die Ministerin stellt die Wandererhütte ein gutes Beispiel dafür dar, was heute mit Holz alles gebaut werden kann. „So sollten wir in Zukunft bauen“, meinte Eder am Freitag. Die Wohnungsnot könne mit Holzkonstruktionen als Aufstockung auf bestehende Gebäude bekämpft werden und dafür sei vor Ort genug Holz vorhanden. „Wir brauchen kein Holz aus Urwäldern in Rumänien“, so Eder.

Neuer Magnet für Tourismus

Einen neuen Magneten für den Tourismus erkennt Landrätin Susanne Ganster (CDU) in der futuristisch anmutenden Hütte. Gerade im Kreis Südwestpfalz, der zu 67 Prozent mit Wald bedeckt sei, habe Holz als Werkstoff eine besondere Bedeutung, findet die Landrätin.

Laut Eder sei nicht geplant, weitere Hütten dieser Art im Pfälzerwald oder andernorts im Land zu errichten. Der Hauensteiner Kreisbeigeordnete Manfred Seibel (Grüne) könnte sich die Konstruktion gut als Holzschlafhütte auf dem Hauensteiner Zeltplatz vorstellen. „Das wäre perfekt für uns“, so der Hauensteiner.

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