Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel 679.000 Euro für Übergangsbrandschutz der Kreisverwaltung

An der Rückseite des Büroturms der Kreisverwaltung soll eine Fluchttreppe aus Stahl angebaut werden.
An der Rückseite des Büroturms der Kreisverwaltung soll eine Fluchttreppe aus Stahl angebaut werden.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz hat Arbeiten für den Brandschutz des Kreishauses auf dem Pirmasenser Sommerwald ausgeschrieben. Für 679.000 Euro sollen unter anderem eine Fluchttreppe und eine elektronische Brandmeldeanlage eingebaut werden. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen zur Sanierung des Gebäudes. Die Planer wollen den Büroturm aus den 1970er Jahren in den Rohbauzustand zurückversetzen.

Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite hat der Kreistag beschlossen, dass das Kreishaus am Unteren Sommerwaldweg grundsaniert, umgebaut und erweitert werden soll. Eine erste grobe Schätzung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geht von Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro aus. Auf der anderen Seite sollen jetzt noch rund 680.000 Euro in Brandschutzmaßnahmen investiert werden, obwohl das Gebäude in den nächsten Jahren auf seine Grundsubstanz zurückgebaut und dann modernisiert werden soll. „Die Kreisverwaltung kann nicht die Pflichten beim Brandschutz für sich selbst außer Kraft setzen“, erklärte Thorsten Höh, der Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Es bestehe Handlungsbedarf.

„Um den Brandschutz für den aktuellen Betrieb zu gewährleisten, wurde in Absprache mit der Stadt Pirmasens als zuständige Genehmigungsbehörde eine temporäre Lösung gefunden“, ergänzte er und betonte, dass diese Arbeiten „kurzfristig zwingend notwendig“ seien. „Die Verantwortung gegenüber dem hier beschäftigten Personal und Besuchern besteht jederzeit, auch wenn die bauliche Lösung für das Gebäude vielleicht einmal anders aussehen könnte“, teilte der Pressesprecher mit.

400.000 Euro für Brandmeldeanlage

Ausgeschrieben sind die Arbeiten zum Einbau einer Brandmeldeanlage. Die Planer kalkulieren hier mit Kosten von 402.000 Euro. Außerdem sind Stahl- und Metallbauarbeiten vorgesehen, um einen zweiten Rettungsweg einzurichten. Geplant ist der Bau eines Fluchtturms für 231.000 Euro. Um den Fluchtturm von jeder Etage aus erreichen zu können, müssen Zugänge geschaffen werden. Die Kosten der Metallbauarbeiten für die erforderlichen Türen werden auf 46.000 Euro geschätzt.

Die Arbeiten sollen laut Kreisverwaltung bis zum Herbst abgeschlossen werden. In den Ausschreibungen wird der Ausführungszeitraum mit 1. Juni bis 31. August angegeben. „Natürlich wurden die Maßnahmen so geplant, dass sie dem späteren Umbau nicht entgegenstehen“, versicherte Höh. „Es sind Arbeiten und Kosten, die auch beim geplanten Umbau angefallen wären.“

Übergangszeit bis zu acht Jahre

Wie aus der Ausschreibung hervorgeht, ist die „flächendeckende Brandmeldeanlage“ als „vorbeugender Brandschutz für die Übergangszeit von fünf bis acht Jahren (bis zur endgültigen Generalsanierung)“ vorgesehen. Die Arbeiten sollen umgehend nach der Auftragserteilung beginnen und während des Bürobetriebs ausgeführt werden. Eine Ausnahme bilden die geräuschvollen Arbeiten, bei denen gebohrt oder etwas abgerissen wird. Diese sind „außerhalb der Bürozeiten, wie nach 16 Uhr, Samstag oder Sonntag durchzuführen“.

Der Fluchttreppenturm – eine 14 Tonnen schwere Stahlkonstruktion mit 84 Gitterroststufen – soll auf der Ein- und Ausfahrt der Parkgarage aufgesetzt werden. Das Parkgeschoss unter der Kreisverwaltung war in den 1970er Jahren als Schutzraum der Stadt Pirmasens gebaut worden. Deshalb verfügt die Decke über eine sogenannte Trümmerlast, das heißt, sie würde auch dem Einsturz des Gebäudes darüber stand halten. Bei der Sanierung des Kreishauses ist ein Abriss der Garage vorgesehen. Die Kosten dafür waren in der Machbarkeitsstudie nicht enthalten.

Die eingegangenen Angebote werden am Mittwoch, 23. Februar, geprüft.

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