Südwestpfalz
Überraschende Statistik: Die Schülerzahlen steigen und die Realschule boomt
Wie viele Schüler und wie viele Schulen gibt es in der Südwestpfalz?
7462 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit die Grund- und weiterführenden Schulen im Landkreis Südwestpfalz. Das sind 126 mehr als noch im Schuljahr 2024/2025. Im Kreis gibt es 28 Grundschulen, vier Realschulen plus, drei Integrierte Gesamtschulen (IGS) und ein Gymnasium. Seit 2021 ist die Schülerzahl kontinuierlich gestiegen. Und zwar stärker, als das prognostiziert worden war. Der erwartete Rückgang der Anzahl der Einschulungen ist bislang ausgeblieben.
Welches sind die größten Schulen im Kreis
Mit 815 Schülern ist die Integrierte Gesamtschule Contwig die größte Schule im Landkreis, knapp dahinter rangiert die IGS Thaleischweiler-Fröschen mit 810 Schülern. Dies gilt allerdings nur, wenn man die Vollzeit-Schüler berücksichtigt. Was die Anzahl der Köpfe betrifft, ist die Berufsbildende Schule Rodalben die größte. Sie besuchen 920 Schüler, 419 streben an der Berufsfachschule einen Abschluss an, 501 absolvieren dort den schulischen Teil ihrer dualen Berufsausbildung. Die kleinste weiterführende Schule ist die Realschule plus in Rodalben mit 180 Schülern.
Wie ist die Verteilung der Schüler auf die Schulformen im Kreis?
55 Prozent der Schüler weiterführender Schulen besuchen eine IGS, 33 Prozent eine Realschule plus und zwölf Prozent das Gymnasium. An diesem Verhältnis hat sich nur wenig geändert, zuletzt legte der Anteil der Realschulen um drei Prozentpunkte zu, die IGS verlor rund 2,5 Prozentpunkte. Nicht berücksichtigt in der Statistik sind die Kinder, die nach der vierten Klasse an weiterführende Schulen außerhalb des Kreisgebietes wechseln und etwa Gymnasien in Pirmasens, Zweibrücken, Landstuhl und Kaiserslautern besuchen. Von den 809 potenziellen Fünftklässlern des Jahrgangs 2025/26 blieben 478 in der Südwestpfalz.
Wie hoch ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund?
Der Schulentwicklungsplan des Kreises gibt erstmals Auskunft darüber, wie hoch der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist. Von den 3337 Grundschülern haben 367 einen Migrationshintergrund, das entspricht einem Anteil von elf Prozent. Am höchsten ist der Anteil an der Grundschule Clausen/Donsieders, dort haben von 95 Kindern 25 einen Migrationshintergrund, das sind 26 Prozent. An der Grundschule Contwig trifft das auf 51 Schüler zu (23,2 Prozent), in Rodalben auf 50 (22,5 Prozent) und in Lemberg auf 35 (22,2 Prozent).
Von den 1380 Schülern, die die vier Realschulen plus im Kreis besuchen, haben 212 ihre Wurzeln im Ausland. Das entspricht einem Anteil von 15,4 Prozent. Den höchsten Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund hat die Realschule plus in Rodalben, er liegt bei 33,3 Prozent (60 von 180 Schülern). Den geringsten Anteil hat die Konrad-Adenauer-Realschule plus in Vinningen mit 9,9 Prozent (21 von 213).
An den drei Integrierten Gesamtschulen liegt der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund bei 13,7 Prozent, das sind 313 von 2277 Schüler. Mit 21,8 Prozent hat die IGS Contwig den höchsten Anteil (178 von 815 Schülern).
30 der 469 Schüler des Otfried-von-Weißenburg-Gymnasiums in Dahn, dem einzigen Gymnasium im Kreis, haben einen Migrationshintergrund, das entspricht einem Anteil von 6,4 Prozent.
Warum stimmt die Prognose nicht mit der Wirklichkeit überein?
Im Jahr 2020 hatte die Projektgruppe Bildung und Region Biregio eine Schulentwicklungsprognose für die Südwestpfalz erstellt. Die weicht fünf Jahre später in Teilbereichen deutlich von der tatsächlichen Entwicklung ab. Zu den Gründen zählt unter anderem der Ukraine-Krieg, der eine große Fluchtbewegung ausgelöst hat. Auch die Südwestpfalz erlebte Zuzüge. Minderjährige aus der Ukraine, die in der Südwestpfalz leben, besuchen auch hier die Schule. Zum anderen besuchen auch Kinder, die nicht aus dem Landkreis kommen, Schulen in der Südwestpfalz.
Wo gibt es Abweichungen?
Im Sommer werden 840 Kinder eingeschult, das sind 98 Kinder mehr, als angenommen wurde. Der prognostizierte Rückgang verspätet sich und setzt erst ab 2028 ein. Im Schuljahr 2030/31 rechnet der Kreis aufgrund der Geburtenzahlen mit nur noch 680 Erstklässlern.