Waldfischbach-Burgalben
Öffentliche Stromtankstellen geplant
Aktuell hat wieder eine Pleitewelle Stromanbieter erfasst. Ein großes Plus sei es, wenn der Stromversorger regional tätig ist, „weil wir viele unserer Kunden kennen“, wird Martin Pfeifer, Geschäftsführer der Nahwerk Energie GmbH & Co. KG (Nahwerk), seit Jahren nicht müde zu betonen. Unter dem Dach der Nahwerk GmbH haben sich 2019 die Gemeindewerke Waldfischbach-Burgalben und die Stadtwerke Kaiserslautern zusammengeschlossen. Damit ist die Nahwerk Grundversorger in Waldfischbach-Burgalben, beliefert aber auch Kunden außerhalb der Gemeinde. Bisherige Kunden von Stromio oder Grünwelt, den beiden in die Bredouille geratenen Stromanbietern, wurden, wo notwendig, über die Nahwerk in der Grundversorgung so weit abgesichert, dass Strom weiter floss.
Zwei Themen beschäftigten die Nahwerk GmbH stark: das Thema Ökostrom und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. In punkto Ökostrom konnte bereits im Sommer ein erster Vollzug gemeldet werden. Seit 1. Juni versorgt Nahwerk alle Kunden automatisch mit Ökostrom. Egal, welchen Tarif sie gebucht haben, und ohne Mehrkosten. Auch zum Jahreswechsel stiegen die Preise nicht. Da half die sinkende EEG-Umlage, die Preise stabil zu halten. Wie sich der Strommarkt entwickele, bleibe abzuwarten, sagt Pfeifer. An der Strombörse zeigte die Preisentwicklung zuletzt stetig nach oben, was unter anderem die aktuelle Pleitewelle begünstigte.
Umstellung auf Ökostrom
Für die Kunden, die zuvor gesondert einen Ökostromtarif buchen konnten, spielt es zunehmend eine Rolle, aus welchen Energiequellen Strom gewonnen wird. Für viele ist es wichtig, so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können, sagt Pfeifer. „Mit der Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom kann jeder Kunde seinen ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, ergänzt er. Bis 2025 geht man durch die Umstellung – auf der aktuellen Grundlage – von einer Einsparung von 2700 Tonnen Kohlendioxid aus. Weitere Pläne beschäftigen sich mit dem Bau regenerativer Stromerzeuger, zum Beispiel Photovoltaikanlagen. „Unser Ziel ist es, langfristig so viel Strom wie möglich selbst vor Ort zu produzieren“, sagt Pfeifer. Das ermögliche es auch großen Kunden, über die Direkteinspeisung besondere Angebote zu unterbreiten.
Dass über Nahwerk im Ort ausschließlich Öko-Strom zur Verfügung steht, ist wichtig für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Wer im vergangenen Jahr vom Förderprogramm des Bundes profitieren wollte und einen Zuschussantrag für eine private Ladestation fürs E-Auto stellte, erfüllte so die Fördervoraussetzung, die Station nur mit Ökostrom zu versorgen.
Zwei öffentliche Ladesäulen geplant
Ausgebaut werden soll auch die öffentliche Ladeinfrastruktur. Derzeit geht es darum, Gestattungsverträge abzuschließen. Verbandsgemeindeweit. Für Waldfischbach-Burgalben gibt es bereits zwei Verträge, um zwei 50 kw-Schnelladesäulen installieren zu können. „Die Zuschussanträge sind gestellt“, sagt Pfeifer. In der ersten Förderrunde war Nahwerk noch nicht zum Zug gekommen. Dass es in der aktuellen Förderrunde klappt, davon geht der Geschäftsführer aus.
Die Standorte sind festgelegt: Am Parkplatz am Kreisel in der Ortsmitte und am Hallenbad. Wo die Säulen genau installiert werden, wird von der Gemeinde entschieden, wenn die Förderzusage vorliegt. Dabei gilt es einiges zu beachten. Zum Beispiel, dass am Standort zwei Parkplätze für E-Autos zum Laden reserviert sind. Mittelfristig sind der Bahnhofsbereich und der Bereich am Bürgerhaus als weitere Standorte im Blick.