VG Bad Bergzabern Wer in den 21 Gemeinden Bürgermeister werden möchte

Bei der Kommunalwahl am 9. Juni wird es einiges zum Auszählen geben.
Bei der Kommunalwahl am 9. Juni wird es einiges zum Auszählen geben.

Während es in manch einer Gemeinde im Bad Bergzaberner Land drei oder gar vier Bürgermeisterkandidaten gibt, bliebt die Liste andernorts gänzlich leer. Im Bewerberfeld bei der Kommunalwahl tummeln sich altbekannte, aber auch bislang unbekannte Namen.

Was passiert, wenn sich bei der Kommunalwahl kein Kandidat um den Posten des Ortsbürgermeisters bewirbt? Diese Frage stellt sich in vier der 21 Gemeinden in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. Denn in Barbelroth, Hergersweiler, Niederotterbach und in Oberschlettenbach gibt es niemanden, der bis zum Ablauf der Frist am 22. April seinen Hut in den Ring geworfen hat. Das heißt aber nicht, dass diese vier Orte führungslos bleiben werden.

Das Vorgehen, wenn es keinen Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters gibt, regelt die rheinland-pfälzische Gemeindeordnung. In Paragraf 53, Absatz 2 heißt es: „(...) In diesem Fall wird der Bürgermeister vom Gemeinderat (...) gewählt“. Ebenfalls festgelegt ist, bis wann das Gremium einen neuen Ortschef bestimmen soll – nämlich spätestens acht Wochen nach dem eigentlichen Wahltermin. Das heißt: Bis zum 4. August sollen auch Barbelroth, Hergersweiler, Niederotterbach und Oberschlettenbach einen Ortschef für die kommenden fünf Jahre haben.

Und was, wenn sich bis dahin niemand findet, der das Amt bekleiden möchte? Dann kommt die Verbandsgemeinde ins Spiel. Zunächst wird der Amtsinhaber – in Barbelroth Roland Nuß, in Hergersweiler Helmut Heib, in Niederotterbach Rudolf Schwöbel, in Oberschlettenbach Christian Burkhart – gebeten, die Geschäfte bis zur Einsetzung eines Nachfolgers weiterzuführen. Sollte der jeweilige Amtsinhaber ablehnen, übernimmt Verbandsbürgermeisterin Kathrin Flory oder ein von ihr eingesetzter Beamter kommissarisch die Leitung des jeweiligen Orts.

Dreikampf in der Kurstadt

Aber nun zur großen Schar der Kandidaten für die Kommunalwahl 2024. In der Stadt Bad Bergzabern gibt es einen Dreikampf um den Bürgermeisterposten. Für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) kandidiert Amtsinhaber Hermann Augspurger für eine weitere Amtszeit. Der 58-jährige ist Müllermeister und Winzermeister und seit 2019 Stadtbürgermeister. Von 1996 bis 2009 sowie von 2014 bis 2019 war er Mitglied des Stadtrates, dazwischen war er fünf Jahre lang Beigeordneter der Kurstadt. Die SPD schickt Martin Körner ins Rennen, der seit Juli 2023 erster Beigeordneter ist. Bis dahin war der 61-Jährige, der im Hauptberuf Diplomingenieur im Maschinenbau ist, 15 Jahre in verschiedenen Gremien der Stadt engagiert und ab 2019 Mitglied des Stadtrates. Kandidat Nummer drei ist Robert Wilhelm. Als Parteiloser stellt sich der 57-jährige selbstständige Journalist für die CDU zur Wahl. Politisch trat er bislang noch nicht in Erscheinung.

Die Zeichen auf Kontinuität stehen in Birkenhördt. Dort tritt Matthias Ackermann als einziger Kandidat an. Der 56-jährige Rechtsanwalt ist schon seit 2004 Ortsbürgermeister und damit länger als alle Amtskollegen in der Verbandsgemeinde. Im Gemeinderat sitzt er seit 1999, seit 2004 vertritt der die CDU auch im Verbandsgemeinde- sowie im Kreistag.

Ebenfalls ohne Gegenkandidat ist Bärbel Drieß in Böllenborn. Die 56-Jährige von der FWG strebt eine zweite Amtszeit an. Bevor sie die Geschicke des Ortes leitete, saß sie schon fünf Jahre im Gemeinderat. Hauptberuflich ist sie Pharmazeutisch Technische Assistentin.

Bei der Kommunalwahl am 9. Juni wird es einiges zum Auszählen geben.
Bei der Kommunalwahl am 9. Juni wird es einiges zum Auszählen geben.
Hermann Augspurger, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Hermann Augspurger, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Martin Körner, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Martin Körner, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Robert Wilhelm, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Robert Wilhelm, Bürgermeisterkandidat in Bad Bergzabern.
Matthias Ackermann, Bürgermeisterkandidat in Birkenhördt.
Matthias Ackermann, Bürgermeisterkandidat in Birkenhördt.
Bärbel Drieß, Bürgermeisterkandidatin in Böllenborn.
Bärbel Drieß, Bürgermeisterkandidatin in Böllenborn.
Manfred Huckle, Bürgermeisterkandidat in Dierbach.
Manfred Huckle, Bürgermeisterkandidat in Dierbach.
Sven Krieger, Bürgermeisterkandidat in Dörrenbach.
Sven Krieger, Bürgermeisterkandidat in Dörrenbach.
Annette Schrittenloher, Bürgermeisterkandidatin in Gleiszellen-Gleishorbach.
Annette Schrittenloher, Bürgermeisterkandidatin in Gleiszellen-Gleishorbach.
Johann Kumpfmüller, Bürgermeisterkandidat in Gleiszellen-Gleishorbach.
Johann Kumpfmüller, Bürgermeisterkandidat in Gleiszellen-Gleishorbach.
Gerd Kropfinger, Bürgermeisterkandidat in Kapellen-Drusweiler.
Gerd Kropfinger, Bürgermeisterkandidat in Kapellen-Drusweiler.
Bernhard Jud, Bürgermeisterkandidat in Kapsweyer.
Bernhard Jud, Bürgermeisterkandidat in Kapsweyer.
Heiko Angermeier, Bürgermeisterkandidat in Kapsweyer.
Heiko Angermeier, Bürgermeisterkandidat in Kapsweyer.
Sonja Schmid, Bürgermeisterkandidatin in Kapsweyer.
Sonja Schmid, Bürgermeisterkandidatin in Kapsweyer.
Kathrin Flory, Bürgermeisterkandidatin in Klingenmünster.
Kathrin Flory, Bürgermeisterkandidatin in Klingenmünster.
Horst Schwarz, Bürgermeisterkandidat in Klingenmünster.
Horst Schwarz, Bürgermeisterkandidat in Klingenmünster.
Melissa Pfeffer, Bürgermeisterkandidatin in Klingenmünster.
Melissa Pfeffer, Bürgermeisterkandidatin in Klingenmünster.
Lothar Schopfer, Bürgermeisterkandidat in Niederhorbach.
Lothar Schopfer, Bürgermeisterkandidat in Niederhorbach.
Jens Sprenger, Bürgermeisterkandidat in Oberhausen.
Jens Sprenger, Bürgermeisterkandidat in Oberhausen.
Heinz Oerther, Bürgermeisterkandidat in Oberotterbach.
Heinz Oerther, Bürgermeisterkandidat in Oberotterbach.
Roland Gruschinski, Bürgermeisterkandidat in Pleisweiler-Oberhofen.
Roland Gruschinski, Bürgermeisterkandidat in Pleisweiler-Oberhofen.
Sabine Bentz, Bürgermeisterkanditin in Schweigen-Rechtenbach.
Sabine Bentz, Bürgermeisterkanditin in Schweigen-Rechtenbach.
Mohamed Sami-Augustin, Bürgermeisterkandidat in Schweigen-Rechtenbach.
Mohamed Sami-Augustin, Bürgermeisterkandidat in Schweigen-Rechtenbach.
Werner Röhrken, Bürgermeisterkandidat in Scweigen-Rechtenbach.
Werner Röhrken, Bürgermeisterkandidat in Scweigen-Rechtenbach.
Isolde Kerst, Bürgermeisterkandidatin in Schweigen-Rechtenbach.
Isolde Kerst, Bürgermeisterkandidatin in Schweigen-Rechtenbach.
Harald Kühn, Bürgermeisterkandidat in Schweighofen.
Harald Kühn, Bürgermeisterkandidat in Schweighofen.
Diana Nowak, Bürgermeisterkandidatin in Steinfeld.
Diana Nowak, Bürgermeisterkandidatin in Steinfeld.
Torben Kornmann, Bürgermeisterkandidat in Steinfeld.
Torben Kornmann, Bürgermeisterkandidat in Steinfeld.
Volker Christmann, Bürgermeisterkandidat in Vorderweidenthal.
Volker Christmann, Bürgermeisterkandidat in Vorderweidenthal.

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Duell in Gleiszellen-Gleishorbach

Seit zehn Jahren Bürgermeister in Dierbach ist Manfred Huckle. Die Chancen, dass für den 67-jährigen Rentner – er war mehr als 50 Jahre bei Siemens in der IT tätig – fünf weitere Jahre im Amt hinzukommen werden, stehen gut. Denn der Parteilose, der schon seit 25 Jahren Mitglied des Gemeinderats ist, ist ebenfalls der einzige Bewerber.

Ein weiterer im Bunde derer, die ohne Gegenkandidat zur Wahl antreten, ist Sven Krieger. Seit 2019 gehört der 43-jährige Werkfeuerwehrmann dem Gemeinderat in Dörrenbach an, zeitweise war er erster Beigeordneter. Ortsbürgermeister ist er seit Februar 2023, nun hofft er auch bei einer turnusmäßigen Wahl auf die Mehrheit der Wählerstimmen.

Zu einem Duell kommt es in Gleiszellen-Gleishorbach. Johann Kumpfmüller, seit Februar 2022 Ortsbürgermeister, strebt nun eine erste volle Amtszeit an. Der 70-jährige Rentner, der zuvor als Diplomingenieur für Nachrichtentechnik gearbeitet hat, ist parteilos und wird von der SPD unterstützt. Politisch war er vor seinem Amtsantritt noch nicht engagiert, er selbst bezeichnet sich als „absoluten Seiteneinsteiger“. Seine Gegenkandidatin ist die 65-jährige Annette Schrittenloher von der CDU. Die gelernte Sport- und Gymnastiklehrerin sowie Betriebswirtin war bis vor Kurzem als Unternehmerin selbstständig und ist Mitglied des Gemeinderates.

In Kapellen-Drusweiler wiederum tritt nur ein einziger Kandidat an, und zwar der Amtsinhaber. Der 61-jährige gelernte Zimmermann Gerd Kropfinger ist seit zehn Jahren im Gemeinderat, seit fünf Jahren ist er Ortsbürgermeister. Das möchte er für eine weitere Legislaturperiode bleiben.

Drei Kandidaten in Kapsweyer und Klingenmünster

Sicher einen neuen Ortsbürgermeister wird Kapsweyer bekommen. Dort tritt ein Trio zur Wahl an. Für die Bürgerliste kandidiert die 42-jährige Diplomsozialwissenschaftlerin Sonja Schmid. Sie war von 2019 bis 2022 Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, seit 2019 sitzt sie im Kreistag SÜW. Die SPD schickt Heiko Angermeier ins Rennen. Der 43 Jahre alte gelernte Kommunikationselektroniker ist seit 16 Jahren als Gemeindearbeiter in Kapsweyer tätig. Der dritte im Kandidatenbunde ist Bernhard Jud von der FWG. Seit 2019 sitzt er im Ortsgemeinde- seit 2022 auch im Verbandsgemeinderat. Der 61-Jährige ist Fleischermeister.

Ebenfalls drei Kandidaten gibt es in Klingenmünster. Amtsinhaberin ist Kathrin Flory von der SPD. Die 43-jährige, die seit vergangenem Jahr Verbandsbürgermeisterin ist, bewirbt sich für eine zweite Amtszeit. Mit dem 69-jährigen Horst Schwarz tritt der aktuelle erste Beigeordnete für die CDU gegen Flory an. Der Elektromeister in Rente ist seit 2019 im Gemeinderat. Auch die FWG schickt mit Melissa Pfeffer eine Kandidatin ins Rennen.

Lothar Schopfer möchte in Niederhorbach als einziger Bewerber ins Rathaus einziehen. Der 53-Jährige war selbstständig als Schrott- und Autohändler. Er ist parteilos und war vorher noch nicht politisch tätig.

In Oberhausen bewirbt sich Jens Sprenger um eine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Der 43-jährige Zollbeamte war vor seinem Amtsantritt im Jahr 2019 fünf Jahre lang Beigeordneter. Einen Gegenkandidaten hat er nicht.

Dasselbe gilt für Heinz Oerther in Oberotterbach. Der 57-jährige kaufmännische Angestellte ist seit 2009 Ortsbürgermeister, sitzt seit 2017 im Verbandsgemeinderat und ist dort seit 2017 Fraktionssprecher der FWG.

Gruschinski macht’s doch noch mal

Ebenfalls Erfahrung als Ortschef hat Roland Gruschinski aus Pleisweiler-Oberhofen. Der 63-jährige Eishersteller führte von 2014 bis 2023 für die Wählergruppe Gruschinski die Geschäfte der Gemeinde, trat dann aber wegen Ärgers über die Verbandsgemeindeverwaltung zurück. „Stellt die Gemeinde keinen Bürgermeister, der die Amtsgeschäfte führt, wird sie künftig auf Weisung der Kreisverwaltung von einem Beamten der Verwaltung in Bad Bergzabern, ,fremdverwaltet’“, schreibt er. Um das zu verhindern, habe er sich entschlossen, noch einmal zur Wahl anzutreten, dieses Mal für die CDU.

Mit vier Personen das größte Bewerberfeld gibt es in Schweigen-Rechtenbach, wo auf jeden Fall ein neuer Bürgermeister gewählt wird. Für die FWG kandidiert die 58-jährige gelernte Schneiderin Sabine Bentz. In der örtlichen Kita arbeitet sie als „Küchenfee“. Der Senior IT-Manager Mohamed Sami-Augustin geht für die SPD ins Rennen. Gemeinsam mit seiner Frau lebt er seit acht Jahren im Weintor-Ort. Werner Röhrken ist der CDU-Mann für den Bürgermeisterposten. Nach seiner Pensionierung als Polizeibeamter 2018 führte er mit seiner Frau fünf Jahre lang das Ladencafé La Fleur, das mittlerweile an eine Nachfolgerin übergeben wurde. Als parteilose Kandidatin wirft Isolde Kerst ihren Hut in den Ring. Die Vorsitzende des Tourismusvereins Wein & Kultur lebt seit acht Jahren im Dorf und möchte es nun auch politisch prägen.

In der Nachbargemeinde Schweighofen möchte Harald Kühn wiedergewählt werden. Der Parteilose ist 61 Jahre alt, Pensionär und seit November 2022 Ortsbürgermeister. Einen Gegenkandidaten hat er nicht.

In Steinfeld bewirbt sich Diana Nowak um die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Matthias Neufeld. Die 45-jährige Christdemokratin ist seit fünf Jahren Beigeordnete der Viehstrichgemeinde. Im Hauptberuf ist sie Assistentin der Geschäftsleitung. Ihr Kontrahent ist Torben Kornmann von der SPD. Der 41-jährige Consultant in der IT-Dienstleistung war von 2018 bis 2022 Kreisvorsitzender der Sozialdemokraten, seit 2019 leitet er den Ortsverein. Von 2015 bis 2021 war er persönlicher Assistent des Ministerpräsidenten a. D. Kurt Beck bei der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Sein Parteigenosse Volker Christmann ist seit 2014 Ortsbürgermeister in Vorderweidenthal. Im Gemeinderat sitzt der 59-jährige Polizeibeamte schon seit 1994, seit 2019 ist er auch Mitglied im Verbandsgemeinderat. Nun möchte er ohne Gegenkandidat für eine dritte Amtszeit gewählt werden.

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