Kreis Südliche Weinstraße Vollblut-Landfrau

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BORNHEIM. Eine von den Bornheimer Landfrauen aus Streichholzschachteln mit Bildern von Bornheimer Weihnachtskrippen hergestellte Dampflok mit drei Waggons, gezogen von einer kleinen Holzfigur, ziert den Tisch im Esszimmer von Bärbel Riehling in Bornheim: ein Dankeschön für 40 Jahre Engagement im Ortsverein. Ein Porträt einer Vollblut-Landfrau.

Die Holzfigur, die den Zug zieht, symbolisiert Bärbel Riehling, die im Januar 1973 mit ihrer Freundin Ruth Acuntius den Bornheimer Ortsverein mit 24 weiteren Mitstreiterinnen gründete. Acuntius wurde zur Vorsitzenden gewählt, Bärbel Riehling zu ihrer Stellvertreterin. „Nach vier Jahren haben wir einfach den Job getauscht“, erzählt Riehling. Sie führte den Verein bis 2005 und noch einmal von 2008 bis 2016. Bald nach der Vereinsgründung begeisterte Riehling die Frauen für das Theaterspiel. Unter der Regie von Gudrun Traxel hatten sie mit dem Stück „Der Trauschein“ von Ephraim Kishon Premiere. Die österreichische Mundart des Stücks wurde einfach ins Pfälzische adaptiert. Später spielten die Landfrauen im jährlichen Wechsel mit dem Sportverein. Neben Modenschauen organisierte Riehling auch eine Hobby-Ausstellung im damals leerstehenden Rathaus, dem ehemaligen protestantischen Schulhaus. Durch den engagierten Einsatz der Landfrauen für den Erhalt des Hauses wurde es sogar vor dem drohenden Abriss bewahrt. Die Eröffnung der ersten Ausstellung in Anwesenheit des damaligen Landrats Gerhard Weber, unter anderem mit dem Künstler Xaver Mayer, war ein voller Erfolg. Schon lange ist die zweitägige Ausstellung fester Bestandteil der örtlichen Veranstaltungen. 2012 zog sich Riehling aus der Organisation zurück. Neben ihrem Engagement bei den Landfrauen und ihrer Halbtagstätigkeit als Schulsekretärin saß sie seit Anfang der 1980er Jahre bis 2005 für die CDU im Gemeinderat Bornheim und über 20 Jahre im Verbandsgemeinderat. Zum Ausgleich singt sie im Gemischten Chor Bornheim und bei Globale Harmonie. „Dieses Engagement war nur möglich, weil immer mein Ehemann Willi und meine beiden Kinder Petra und Achim mitzogen“, lobt sie ihre Familie. Ihre 14-jährige Enkelin Luisa ist seit drei Jahren sogar selbst begeisterte Landfrau. Die Verabschiedung im Dorfgemeinschaftshaus mit Trommelgruppe, den beiden Chören, der Bauern- und Winzerschaft, Ortsbürgermeister Keilen und vielen Mitstreiterinnen hat die 71-Jährige tief berührt. „Die Landfrauen sind mir eine Herzensangelegenheit und ich bin froh, dass mit Trudi Dörsam eine engagierte kommissarische Vorsitzende gefunden wurde“, stellt sie zufrieden fest. Ihre verpflichtungsfreie Zeit will sie erst einmal genießen. Aber eines ist klar: „Wenn ich gebraucht werde, mache ich mit“, sagt Bärbel Riehling immer noch mit Herzblut dabei. |dnb

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