Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schulklo-Ärger: Neue Regeln versetzen Eltern in Aufruhr

Für die Schulklos am Pamina-Schulzentrum gibt es seit Kurzem besondere Zugangsregeln.
Für die Schulklos am Pamina-Schulzentrum gibt es seit Kurzem besondere Zugangsregeln.

Schüler können in Herxheim nicht mehr ohne Weiteres auf die Toilette. Sie müssen neue Regeln beachten, speziell zu Unterrichtszeiten. Eine Mutter ist darüber verärgert.

Am Pamina-Schulzentrum in Herxheim ist die Situation auf dem Schulklo so unerträglich geworden, dass dort vor Kurzem reagiert wurde. Das berichten die Leiterin der dortigen Realschule, Magdalena Mayer, und ihr Kollege vom Gymnasium, Simon Lietzmann. Sie konnten und wollten nicht länger mit ansehen, was für ein Unfug dort getrieben wird.

Sie möchten den Vandalismus eindämmen, der zwar nicht neu ist und auch in anderen Orten meist die Schultoiletten betreffe. Als die beiden Schulleiter aber kürzlich feststellten, dass auch die Toiletten in den Containern in Mitleidenschaft gezogen wurden, reichte es ihnen. Denn die provisorischen WCs wurden erst im vergangenen Jahr aufgrund der PCB-bedingten Sperrung eines Gebäudetraktes am Pamina-Schulzentrum angemietet.

Was sagen die Schüler?

Auch, weil die Vorfälle letztlich dazu führten, dass die Jugendlichen ungern das Schulklo aufsuchten. Dies bestätigt Schülersprecherin Amy Lavan. Die Toiletten seien wirklich oft verschmutzt gewesen, sagt die Realschülerin. Viele Sachen, etwa Toilettendeckel, seien mutwillig zerstört und verdreckt worden. Manchmal sei auch das Toilettenpapier herumgeworfen worden, sodass die Schüler es nicht mehr gerne verwendet hätten. Das führte auch dazu, dass bestimmte Hygieneartikel verschwanden. „Hier musste etwas passieren“, betont Lavan.

So kommt es, dass sich die Schülerschaft neuerdings an besondere Regeln halten muss. Verkürzt gesagt, schließen die Hausmeister die Toiletten jeweils morgens und nachmittags auf. Auch in den Pausen sind sie geöffnet. Dafür sorgen Lehrkräfte, die dann Aufsicht haben. Sobald der Unterricht beginnt, sind die Türen zugeschlossen. Heißt für die Schüler, dass sie sich den Schlüssel erst im Sekretariat holen müssen, bevor sie auf die Toilette gehen können.

Auch andere Schulen reagieren

Eine ähnliche Linie verfolgen auch andere Einrichtungen, beispielsweise die Paul-Gillet-Realschule plus in Edenkoben. Dort wurde aus den gleichen Gründen reagiert, wobei dort auch das Vapen und irrsinnige Tiktok-Videos zusätzlich für Ärger sorgten. Seit diesem Schuljahr herrscht endlich Ruhe, wie der Schulleiter und die Schülersprecher kürzlich gegenüber der RHEINPFALZ mitteilten. Kritische Stimmen seien ausgeblieben. Allerdings gibt es am Pamina-Schulzentrum in Herxheim andere Bedingungen, weshalb es dort Aufruhr unter den Eltern gibt.

So bewertet Sabrina Rieger die Regelung als praxisfern. Sie ziehe erhebliche Probleme nach sich, die Schüler belasteten. Für einen „einfachen Toilettengang“ gehe durch das Hin- und Herlaufen – von der Klasse ins Sekretariat, dann zur Toilette und wieder zurück – viel wertvolle Unterrichtszeit verloren. Umständlich sei es speziell für jene Kinder, die in den Containern unterrichtet werden. Das Klo ist zwar im Container gegenüber, trotzdem muss man sich erst die Schlüssel im Sekretariat holen und sie anschließend wieder zurückbringen.

Familienmutter ist verärgert

Das hört sich tatsächlich umständlich an, zumal wegen der Baustelle weitere Wege zurückzulegen sind, wie die Schülervertretung (SV) bestätigt. Natürlich gelten diese erschwerten Bedingungen nur für zwei Schulstunden, also für 90 Minuten. „Falls man aber mal wirklich während des Unterrichts auf die Toilette muss, geht tatsächlich recht viel Zeit drauf, zumindest dann, wenn mehrere auf die Toilette müssen“, heißt es vonseiten der SV. Auch in den Pausen müsse angestanden werden, wenn man aufs Klo möchte.

Besonders gravierend findet Rieger, dass selbst zu den vorgesehenen Öffnungszeiten nicht alles reibungslos laufe. Die Toiletten seien in der Vergangenheit wiederholt verschlossen gewesen, als Kinder mal mussten. Die Schulleiter Mayer und Lietzmann betonen, davon noch nichts mitbekommen zu haben.

Schulleiter: „Haben auch individuelle Lösungen“

Gerade für Mädchen, die ihre Periode haben, sei diese Regelung problematisch, betont die Familienmutter. „Ein verzögerter Zugang zur Schultoilette könne Hygieneprobleme, Schmerzen und peinliche Situationen verursachen und zusätzlichen Stress erzeugen“, betont Rieger.

Die beiden Schulleiter versichern, solche Bedürfnisse stärker im Blick zu haben. Also darauf Rücksicht zu nehmen, wenn vorübergehend oder aus medizinischen Gründen generell häufigere Toilettengänge vonnöten sein sollten. Dafür müsste man allerdings im Sekretariat Bescheid geben, um eine individuelle Lösung finden zu können.

Zeigen die Schulklo-Regelungen Wirkung?

Mayer und Lietzmann beobachten zudem, dass die Schüler seit Inkrafttreten der neuen Regelung sorgsamer mit den Toiletten umgehen. Was auch daran liegen mag, dass alles protokolliert wird und die Schüler dazu angehalten sind, „Verschmutzungen oder Beschädigungen, die sie in den Toilettenräumen vorfinden, bei der Abgabe des Schlüssels im Sekretariat zu melden“. Auch die Schülervertretung hält fest, „dass die extremen Verschmutzungen und die mutwilligen Zerstörungen weniger geworden sind“.

Sabrina Rieger kann verstehen, dass mit dieser Regelung versucht wird, Vandalismus und Verschmutzungen zu verhindern. „Aber die derzeitige Regelung darf auch nicht auf Kosten der Schülerinnen und Schüler durchgesetzt werden.“ Wobei weder sie selbst noch die Schulleitung oder die SV eine andere Idee haben, wie es besser laufen könne. „Diese Regelung ist bestimmt nicht die beste, aber der bisherige Zustand war so nicht mehr tragbar“, hält die SV der Realschule des Pamina-Schulzentrums fest.

Seit Sommer 2025 ist wegen eines PCB-Funds ein Teil des Pamina-Schulzentrums in Herxheim gesperrt.
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Weil ein Gebäudetrakt gesperrt ist, gibt es in Containern zusätzliche Toiletten.
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