Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Südpfalz-Therme auf Erfolgskurs: Jetzt gibt es eine Ausbauidee

Sandra Reichenbacher ist seit 2012 Geschäftsführerin der Südpfalz-Therme. Mit der Saunadachlandschaft, die einem das Blick ins G
Sandra Reichenbacher ist seit 2012 Geschäftsführerin der Südpfalz-Therme. Mit der Saunadachlandschaft, die einem das Blick ins Grüne eröffne, habe man ein Alleinstellungsmerkmal.

Ein Bad, das Gewinne im Millionenbereich einfährt – das hat Seltenheitswert. In der Südpfalz-Therme geht es aber seit Jahren bergauf. Das bringt die Chefin auf neue Ideen.

Was wäre Bad Bergzabern ohne die Südpfalz-Therme? Auf jeden Fall wäre die Kurstadt dann um eine Attraktion ärmer. Und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer müsste andere Schauplätze nennen, für die sein Heimatort bekannt ist.

Jedenfalls werde er häufiger auf das Staatsbad angesprochen, wenn er durch das Land toure, sagte Schweitzer Ende 2025 am Rande der Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Anlage. Die war anfangs noch als Petronella-Therme bekannt. Stammt doch das Thermalwasser, dem eine heilende Wirkung nachgesagt wird, aus den Tiefen der gleichnamigen Quelle.

Die Südpfalz-Therme wurde vor 20 Jahren nach einem großen, 13 Millionen Euro teuren Umbau geboren, weshalb kürzlich erneut Geburtstag gefeiert wurde. Dabei konnte man sich wiederholt vor Augen führen, wie stark man doch mit der Zeit gewachsen ist. Wobei sich an dem Grundriss und der Wasserfläche im Erdgeschoss nicht viel verändert hat, wie Geschäftsführerin Sandra Reichenbacher anmerkt. Weil der Platz in der Therme mit der Zeit nicht mehr ausreichte, wurde aufgrund der beengten Verhältnisse rund um die Therme im oberen Stockwerk reagiert. Dadurch entstand „eine der größten Saunadachlandschaften“. Dieses Projekt lief unter ihrer Regie.

2010 fing die Pfälzerin in der Therme an, und zwar als Prokuristin, bevor sie zwei Jahre später zur Geschäftsführerin wurde. Die Therme ist zwar privatrechtlich organisiert, als Gesellschafter fungieren jedoch das Land, das mehr als 50 Prozent der Anteile am Bad hat, die Stadt Bad Bergzabern und der Landkreis Südliche Weinstraße. Daher kommt es auch, dass Reichenbacher 2025 im Kreistag auch einen Geschäftsbericht abgab. Mit der erfreulichen Botschaft, dass man in wirtschaftlicher Hinsicht seit Jahren schon auf gesunden Füßen stehe.

„Seit 2015 mussten die Gesellschafter keine Zuschüsse für das laufende Geschäft leisten, seit 2017 erwirtschaftet die Südpfalz-Therme ein positives Gesamtergebnis. Und seit dem vergangenen Jahr tragen wir bei einem voraussichtlichen Gewinn von über einer Million Euro auch die gesamten Investitionskosten aus eigenen Mitteln“, fasst Reichenbacher zusammen und lenkt dabei den Blick auf einen wichtigen Aspekt: auf die Modernisierungen beziehungsweise Renovierungen der vergangenen Jahre.

So wurde stetig in neue Angebote investiert. Nennenswert sind zum Beispiel die Salzgrotte und der Gastronomiebereich. Auch an anderen Stellen wurde investiert, etwa in die sanitären Einrichtungen oder in die Ruheräume, damit kein Renovierungsstau entstehe. Zuletzt mussten auch Maßnahmen finanziert werden, die für den Badegast nicht sichtbar sind, und zwar jene im energetischen Bereich. Rund 80 Prozent des benötigten Stroms produziere man selbst, sagt Reichenbacher. Kostenintensiv sei und bleibe aber das Gas bei der Wärmeerzeugung.

Diese ganzen Neuerungen konnten auch nur deshalb finanziert werden, weil man frühzeitig an den richtigen Stellschrauben gedreht habe. Dazu zählen auch die Ticketpreise, die man kurze Zeit nach Reichenbachers Einstieg erhöhte. Es habe damals einen größeren Spielraum gegeben, weil Gäste ohnehin in anderen Thermen andere Eintrittskosten gewohnt waren. Heute kostet das Tagesticket in den Thermen, sowohl in Bad Bergzabern als auch in der Umgebung, mehr als 30 Euro.

Hinzu kommt, dass sich auch die Kundenwünsche änderten, Wellness wurde größer geschrieben als früher. Es wurde in der Therme auf Wohlfühlatmosphäre Wert gelegt, man sprach nicht mehr von Sauna, sondern einer Saunawelt mit verschieden temperierten Bereichen und Dampfbädern.

Die Badegäste kommen schwerpunktmäßig aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Beliebt ist die Therme aufgrund der Grenznähe auch von Nachbarn aus Frankreich. Altersmäßig werde ein gemischtes Publikum begrüßt. Auch wenn manche meinten, in der Therme seien nur Senioren. Reichenbacher weiß, dass manche diesen Eindruck haben. Das sei aber nicht überraschend, da die jüngeren Besucher tagsüber keine Zeit hätten, sie kämen stattdessen am späten Nachmittag oder abends.

Die Besucherzahlen hätten sich generell nach oben entwickelt. Wurden bei ihrem Start um die 150.000 Menschen im Jahr begrüßt, seien es mittlerweile mehr als 215.000. Reichenbacher lobt in diesem Zusammenhang ihr Personal, das imstande sei, sich um diese Gäste zu kümmern. Denn im Vergleich zu 2010 sei man stellenmäßig nur geringfügig gewachsen, und zwar im Bereich der Badhygiene. Seit der Corona-Pandemie liegt die Reinigung nämlich in den eigenen Händen. Der Vorteil: Weil sich die Mitarbeiter mit dem eigenen Bad identifizieren, würden andere Ergebnisse erzielt.

Es sei noch zu früh, um Aussagen darüber treffen zu können, wie sich das neu eröffnete Salinarium in Bad Dürkheim auf die Besucherzahlen in der Südpfalz-Therme auswirkt. Gerade in der Anfangszeit sei dort ein größerer Andrang zu erwarten, weiß Reichenbacher. Ob sich Badegäste, die zwischen Bad Dürkheim und Bad Bergzabern befinden, dauerhaft umorientieren, bleibe abzuwarten.

In Bad Bergzabern werden aktuell im Schnitt um die 1000 Badegäste begrüßt – täglich. Wenn sich mehr als 500 Menschen gleichzeitig in der Südpfalz-Therme aufhalten, stößt man an die Kapazitätsgrenzen. „Früher war das meist in der Zeit zwischen den Jahren der Fall“, sagt Reichenbacher, inzwischen erlebe man diese Situation immer häufiger, weshalb über eine Erweiterung nachgedacht wird. „Irgendwas geht immer“, so Reichenbacher. So sei es denkbar, die nach Norden ausgerichtete Fläche zu überbauen. Eine Idee, die in Stelzenform realisiert werden könnte. Nächstes Jahr könnte das geschätzt 500.000 Euro teure Projekt in Angriff genommen werden. Vorausgesetzt, der Aufsichtsrat stimmt den Plänen zu.

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