Annweiler
Pfälzerwald bekommt Riesenstuhl: Neue XXL-Attraktion mit Aussicht
Beim Wandern oder Spazierengehen tauchen sie plötzlich auf: überdimensionale Bänke, gigantische Stühle oder ungewöhnliche Rastplätze mitten in der Landschaft. Sie laden ein zum Verweilen, zum Staunen und zum Schauen in die Ferne. Wer sich auf eine dieser XXL-Bänke oder einen vier Meter hohen Hochstuhl setzt, spürt sofort den Perspektivwechsel: Plötzlich fühlt man sich klein wie ein Kind, das die Landschaft mit neuen Augen entdeckt.
Ob im Hochschwarzwald auf den Hochstühlen von Todtnauberg, im Allgäu auf der „Giant Bench“, auf XXL-Panoramabänken im Hunsrück und in der Eifel oder auf dem überdimensionalen Stuhl im Kaiserstuhl – überall haben sich diese außergewöhnlichen Rastplätze schnell zu Attraktionen entwickelt. Denn die Riesen-Möbel sind weit mehr als nur Sitzgelegenheiten – sie sind Blickfang, Fotomotiv, Aussichtspunkt und Erlebnis in einem.
Gräfenhausen: Zuerst „Lange Bank“, bald „Riesiger Stuhl“
Auch Gräfenhausen kennt schon den Zauber einer besonderen Sitzgelegenheit: Dort gibt es am Burgunder-Wanderweg „Die lange Bank“ mit Blick über den Trifels und die Weinberge. Und nun soll ein weiteres XXL-Möbelstück hinzukommen – ein meterhoher Aussichtsstuhl. Und dieser hat all den anderen Riesen-Sitzmöbeln eines voraus: Er wird barrierefrei sein.
Wie soll das denn gehen? Holz-Ungetüme, auf die man sonst nur klettern oder über eine Leiter hinaufkraxeln kann, sollen für Menschen mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen zugänglich sein? Ja, das kann klappen. Das Stadtdorf von Annweiler will sich dafür die Hanglage nutzbar machen. Der Stuhl wird so stehen, dass man über eine Rampe auf seine Sitzfläche fahren kann. So ähnlich wie man es von den Bergchalets und dem Konferenz-Ufo des Jugendstilhotels Trifels in Bindersbach kennt. Die Stelzenhäuser sind von hinten barrierefrei über eine Rampe zugänglich.
Stuhl mit Blick auf das Beweidungsprojekt am Wingertsberg
Aufgestellt werden soll der Stuhl am Rundweg zum Gräfenhausener Beweidungsprojekt. Dort, wo seit 2014 Rinder, Ziegen und Esel auf dem Wingertsberg grasen und so die Landschaft offenhalten. Der Rundweg führt um das 13 Hektar große Beweidungsgebiet und bietet immer wieder faszinierende Blicke ins Trifelsland. Und bald soll mit dem Stuhl ein weiterer faszinierender Anblick hinzukommen.
Die Weichen sind gestellt. Die Naturschutzbehörde des Kreises habe bereits ihr Okay gegeben und die Finanzierung sei gesichert, ist im Stadtrat Annweiler zu hören. So wurde das Projekt denn auch ohne Gegenstimmen auf den Weg gebracht.
So viel wird der Riesenstuhl kosten?
Eine erste Kostenschätzung beläuft sich auf Gesamtkosten von 25.000 Euro. Für das Vorhaben soll ein Förderantrag bei der Lokalen Aktionsgruppe Pfälzerwald plus gestellt werden. Nach den aktuellen Förderkonditionen können 70 Prozent bezuschusst werden. Der verbleibende Eigenanteil in Höhe von 7500 Euro soll vollständig aus dem Preisgeld finanziert werden, das das Beweidungsprojekt beim Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ der Metropolregion Rhein-Neckar gewonnen hat. Für die Stadt entstehen keine Anschaffungskosten.
