Grossfischlingen
Pfälzer „Nudelkönigin“ feiert 75. Geburtstag
Gerlinde Thelen sei dem Tode nahe gewesen, berichtet ihre Tochter Corinna Schreieck. Gesundheitliche Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule beziehungsweise am Rückenmark hatten sie im vergangenen Jahr außer Gefecht gesetzt. Das letzte Dreivierteljahr sei bestimmt gewesen durch Operationen und Klinikaufenthalte. Doch sie habe es geschafft, wieder im Nudelladen zu stehen, den sie vor mehr als 30 Jahren gegründet und im Bereich der Designnudeln zum Weltmarktführer entwickelt habe.
Dabei seien die Prognosen hinsichtlich ihrer Gesundheit gar nicht gut gewesen, berichtet Schreieck. „Sie war dem Tod nahe.“ Die Gefahr, dass sie nach den Eingriffen bettlägerig ist und gepflegt werden muss, sei groß gewesen. Dass sie nach wie vor auch mithilfe des Rollstuhls und des Rollators ein selbstbestimmtes Leben führen und nun am 6. Februar ihren 75. Geburtstag feiern könne, grenze an ein Wunder. „Damit hatten die Ärzte überhaupt nicht gerechnet“, erzählt die Tochter. Das habe Gerlinde Thelen ihrem „ungeheuren Kampfgeist“ zu verdanken. Der Bekanntheitsgrad sei jedenfalls auch gestiegen. Bei Nachuntersuchungen an der Uni Heidelberg werde sie als „Pfälzer Nudelkönigin“ wärmstens empfangen.
Die Ursprünge des Unternehmens liegen im Geflügelhof, den Gerlinde Thelen mit ihrem Mann Heinz Ende der 1970er-Jahre in ihrem Heimatdorf Großfischlingen betrieb. Nebenbei stellten sie einige Nudeln her. 20 Kilogramm konnte der kleine Betrieb damals pro Stunde produzieren, heute schaffen die großen Maschinen des Unternehmens eine Tonne pro Stunde. Der 2009 verstorbene Heinz Thelen, gebürtiger Kölner, liebte die Pfalz heiß und innig. Deshalb kreierte er eine Nudel in Form einer Weintraube. Bald kamen Fahrräder, Lokomotiven oder Fußbälle dazu. Das professionelle Geschäft mit der Designnudel existiert seit Ende der 1980er-Jahre, inzwischen werden Umsätze in Millionenhöhe erzielt. Heute führt Corinna Schreieck den Betrieb.
