Hochstadt
Pfälzer Dorf möchte raus aus dem Funkloch
Nicht nur beim Wandern durch den Pfälzerwald kann es geschehen, dass man mit dem Smartphone keinen Empfang hat. Auch in einigen Ortschaften kann es sein, dass man an bestimmten Standorten kein Netz hat oder weniger Balken auf dem Display angezeigt bekommt. Dies wiederum verdeutlicht, wie gut die Signalstärke der jeweiligen Mobilfunkverbindung ist.
Dass es in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Bundesländern mehr Stellen gibt, an denen kein Netz verfügbar ist, wurde vor rund zwei Jahren deutlich. Damals waren Bürger im Rahmen einer Mobilfunkmesswoche dazu aufgerufen, Messpunkte zu liefern. Dabei stellte sich heraus, dass mehr als 95 Prozent der 1,6 Millionen Messpunkte eine Versorgung mit 4G- oder 5G-Mobilfunk zeigten, bei 1,7 Prozent der Messpunkte aber hatte man kein Netz, wie das Digitalministerium informiert.
Ein Dorf mit Funklöchern
Wie schwierig sich die Situation gestalten kann, wird zum Beispiel in Hochstadt deutlich. Ortsbürgermeister Timo Reuther (CDU) berichtet, dass er zum Beispiel im Rathaus noch Empfang habe, im Bauhof dagegen nicht, im Dorfgemeinschaftshaus sei es auch so eine Sache mit dem Empfang. Seit Jahren bemühe er sich, für Besserung zu sorgen, habe dabei auch schon vor längerer Zeit Gespräche. Nun endlich tut sich in dieser Angelegenheit etwas.
Auf dem Edesheimer Weg, also an der Fahrbahn in Richtung Freimersheim, entsteht aktuell ein Mobilfunkmast. Hinter dem Projekt steckt die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom, in deren Auftrag sie aktuell in der südpfälzischen Gemeinde tätig ist. „Dafür gibt die Telekom einen sogenannten Suchbereich vor – also einen gewissen Radius rund um die funktechnisch ideale Koordinate für die Antennen. Unsere Aufgabe ist es, innerhalb dieses Bereichs eine geeignete Fläche zu finden, die wir anmieten und auf der wir den Mast errichten können“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit.
Mehrere Standorte für Antenne geprüft
Dabei hatte die Gesellschaft zunächst versucht, den Funkturm auf einem Gebäude zu errichten, was schneller über die Bühne gegangen wäre. Im Gespräch waren nicht nur das Rathaus, das aufgrund seiner Statik nicht infrage kam, sondern auch die Hainbachschule. Wobei für Reuther nach eigener Aussage klar war, dass dies keine ernsthafte Option ist, weil die Grundschule für diese Zwecke ungeeignet wäre.
Fündig wurde die Deutsche Funkturm stattdessen bei der Suche nach einer geeigneten Freifläche. Die Hochbauarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Als Nächstes müssen die Anschlüsse ans Stromnetz und an eine Datenverbindung folgen sowie die Antennen in das bestehende Mobilfunknetz integriert werden. „Diese Arbeiten werden im Laufe des Jahres abgeschlossen.“
In erster Linie profitieren Telekom-Kunden von diesem Standort. „Wir bieten unseren Standort aber auch allen anderen Mobilfunkanbietern an, sodass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssen.“ Abhängig von der jeweiligen Höhe des Standortes, der Topografie, den verwendeten Frequenzen und der Sendeleistung der Antennen betrage der Versorgungsradius eines Mobilfunkstandortes anderthalb bis zwei Kilometer.