Südpfalz
Ortsgemeinde eingekesselt: Baustellen auf allen Wegen
Autofahrer können ein Lied davon singen: Wer bei Impflingen von der B38 nach Insheim oder Herxheim abbiegen möchte, steht vor den Schildern „Einfahrt-verboten“ oder „Sackgasse“. Auch in Insheim gestaltet sich die Durchfahrt schwierig: Seit Sommer 2024 werden im Ortskern von Westen nach Osten die Trinkwasserleitungen auf voller Länge erneuert. Die Bauarbeiten ziehen sich hin. Und mit ihnen wird die Geduld der Insheimer sowie aller Verkehrsteilnehmer, die durch den Ort fahren möchten, weiterhin auf die Probe gestellt.
Die Verbandsgemeindeverwaltung Herxheim teilte auf Anfrage der RHEINPFALZ mit, dass die Bewohner Verständnis für die Arbeiten zeigen. Grund dafür sind zahlreiche Rohrbrüche, die es in der Hauptstraße aufgrund des maroden Leitungsnetzes vor dem Beginn der Sanierung gegeben hatte. Zudem sei man in engem Austausch mit der Baufirma, „die sich vor allem bezüglich der Grundstückseinfahrten sehr flexibel und hilfsbereit zeigt“. Die Einhaltung des Bauzeitenplans erleichtere es, sich mit der rund ein Kilometer langen Maßnahme zu arrangieren. Dennoch bleibt eine Tatsache bestehen: Wer ausweichen möchte, stößt östlich auf die nächste Großbaustelle – die A65. Insheim ist somit nahezu festgesetzt – im wahrsten Sinne des Wortes.
Verkehr auf Nebenstraßen belastet Anwohner
Der Ortskern bleibt in Teilen gesperrt; der Verkehr wird weiterhin großräumig umgeleitet. Viele Autofahrer nutzen jedoch Nebenstraßen als Ausweichroute – was die Verkehrslage in Insheim zusätzlich belastet. Besonders betroffen ist die Ost-West-Verbindung über die Halbengartenstraße und Kettelerstraße, die früher kaum frequentiert wurde, nun aber zur inoffiziellen Umleitungsstrecke avanciert ist.
Anwohner berichten von überfüllten Straßen, zugeparkten Fahrbahnrändern und problematischen Begegnungssituationen. Ein Parkverbot wurde laut Verwaltung bereits eingeführt, nachdem Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr ungehindert passieren konnten. Ein weiterer Kritikpunkt: Auf den Nebenstraßen werde häufig zu schnell gefahren. Eine mehrtägige Geschwindigkeitsmessung im Mai ergab laut Verwaltung jedoch einen unauffälligen Durchschnitt von 27 Stundenkilometern – ein Wert, der die subjektiv empfundene Belastung offenbar nicht widerspiegelt.
Straße, Leitungen – und dann noch Nahwärme
Die Erneuerung der Trinkwasserleitungen ist jedoch nur der erste Schritt. Ursprünglich war geplant, die Arbeiten mit der ohnehin anstehenden Sanierung der Hauptstraße zu kombinieren. Dieser Plan ließ sich jedoch nicht umsetzen. Angaben der Gemeindeführung zufolge ist eine grundlegende Straßenerneuerung frühestens 2027 zu erwarten. Bis dahin bleibt die Fahrbahn in einem provisorischen Zustand. Dann muss erneut gesperrt werden.
Auch das Thema Nahwärme bleibt für Insheim aktuell. Aufgrund der Nähe zum Geothermiekraftwerk könnte künftig eine zentrale Wärmeversorgung aufgebaut werden. Sollte dieses Projekt realisiert werden, wären erneut umfangreiche Bauarbeiten erforderlich – diesmal für die Verlegung der jener Leitungen. Die Baupause zwischen den einzelnen Maßnahmen dürfte daher kurz ausfallen: Nach der Wasserleitung könnte unmittelbar die Wärmeleitung folgen.
Wenige Meter entfernt: nächste Großbaustelle
Für viele Verkehrsteilnehmer in der Südpfalz kommt eine weitere Belastung hinzu: Nur wenige Hundert Meter östlich, auf der A65, wird seit Monaten gebaut. Zwischen Landau und Rohrbach ist die Fahrbahn auf jeweils eine Spur reduziert – ein Nadelöhr, das insbesondere während des Berufsverkehrs zu Dauerstaus führt.
Die Sanierungsarbeiten auf der Autobahn laufen seit dem Frühjahr und sollen nach Angaben der Autobahn GmbH bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sollte der Baufortschritt planmäßig verlaufen, sei eine Fertigstellung bereits im Spätjahr möglich. Die Auf- und Abfahrt an der Anschlussstelle Insheim soll voraussichtlich Anfang September 2025 wieder für den Verkehr freigegeben werden.
„Um die Belastungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner möglichst gering zu halten, plant die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest jede einzelne ihrer Maßnahmen sehr genau“, erklärt eine Sprecherin der Gesellschaft auf Anfrage. Bundesweit würden planbare Baumaßnahmen, die den Fernverkehr in eine Richtung – Nord, Süd, Ost oder West – betreffen, so koordiniert, dass sie zeitlich nicht miteinander kollidieren. Auf diese Weise könnten großräumige Umleitungsstrecken für den Fernverkehr eingerichtet und rechtzeitig angekündigt werden.
Das Bild für die Südpfalz
In regionalen Bereichen stimmt sich die Autobahn GmbH – im Fall der Südpfalz die Niederlassung Südwest – mit den zuständigen Landesverwaltungen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Hessen, mit Landratsämtern, Kommunen sowie den örtlichen Polizeidienststellen ab.
Für die Südpfalz ergibt sich daraus folgendes Bild: Nicht nur Insheim ist innerhalb des Ortes schwer oder gar nicht passierbar, auch die Umfahrung über die A65 wird zur Geduldsprobe. Hier droht Autofahrern noch mehrere Wochen lang Stillstand im Verkehr. Die Region wird von parallelen Baustellen regelrecht eingeschnürt – mit einer Wirkung, die sich gegenseitig verstärkt.
