Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Offenbach: Urgestein der Verwaltung geht in Ruhestand

Urgestein der Verwaltung: Kurt Höhlinger.
Urgestein der Verwaltung: Kurt Höhlinger. Foto: van

Er ist ein echter Sympathieträger und mit 45 Jahren und vier Monaten Dienstzeit zudem ein Urgestein in der Verbandsgemeindeverwaltung Offenbach. Nun geht Kurt Höhlinger in Rente. Offiziell erst Ende des Jahres, aber dank Urlaub und Überstunden verabschiedet sich der 63-jährige Beamte schon jetzt aus dem Dienst.

Der Essinger ist ein Mensch, der Ideen hat, etwas Neues wagt und gute Ratschläge gibt. Kurzum, es ist eine „dynamische Persönlichkeit“. 1974 begann er seine berufliche Tätigkeit beim Finanzamt Kandel, wechselte später zum Finanzamt Germersheim. Aber das Bearbeiten von Steuererklärungen sei ihm „zu trocken gewesen“, bemerkt er. „Ich wollte in meinem Berufsleben etwas bewegen.“ So wechselte er 1989 zur Verbandsgemeindeverwaltung Offenbach. Dort beschäftigte er sich mit der Ansiedlung von Gewerbetreibenden, war für den An- und Verkauf von gemeindeeigenen Grundstücken zuständig. Seit 1996 ist er Leiter der Volkshochschule und Geschäftsführer des Vereins SÜW in Offenbach. 15 Jahre lang war er Personalratsvorsitzender.

Roll- und Schlapp-Daach initiiert

In die Geschichte ein ging er als Mitbegründer von Veranstaltungen. Da war vor 15 Jahren die Geburt des Roll- und Schlapp-Daachs, den er gemeinsam mit Dieter Hörner ins Leben rief. „Wir wollten die VG per Rad erkunden lassen“, erinnert sich Höhlinger. Zu den Verdiensten von Kurt Höhlinger gehört auch, drei Storchenwanderwege erstellt zu haben. Seit 13 Jahren ist er zudem Organisator des Silvaner-Wettstreits. „Wir wollen diese Rebsorte wieder mehr in den Mittelpunkt des Interesses rücken“, sagt er. Aufgrund der Bekanntschaft mit den Köchen aus einem Männerkochkurs der VHS entstand die „Kulinarische Weinprobe“. Ein „Kind“ von Höhlinger ist zudem das jährliche Golfturnier um den Wanderpokal des Vereins SÜW auf dem Dreihof.

Als sein schönstes Erlebnis nennt Höhlinger den Aufbau des Pfälzer Weinfestes in Traunstein am Chiemsee, das 2020 zum 20. Mal gefeiert wird. Eigentlich wollte der Gemeinderat dort nur neue Straßenlaternen besichtigen, aber dann kam Höhlinger mit der Idee eines Weinfestes an und der dortige Tourismuschef war begeistert.

Weiter Ideenbörse für Tourismus

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Ideenbörse von Kurt Höhlinger, zu der auch die Beach-Partys im Queichtalbad, Weihnachtsmärkte oder Hobby-Ausstellungen zählen oder die Betreuung der Partnerschaft mit Neuville und Buttstädt.

Ganz zur Ruhe setzen möchte sich Kurt Höhlinger nicht. So wird er weiter beim Verein Südliche Weinstraße tätig sein. „Daran hängt mein Herz“, so Höhlinger, der sich aber auf mehr Zeit für seine fünf Enkelkinder freut. Und für Pflanzgarten, Tennisspielen, Wandern, Radfahren und Mithilfe im Weingut. Langeweile wird Kurt Höhlinger bestimmt nicht bekommen. Mit seiner Lebensgefährtin plant er bereits Reisen um die Welt. Bürgermeister Axel Wassyl weiß, wen er verliert: „Mit Kurt Höhlinger verlässt ein Organisationstalent mit enormer Kreativität und reichhaltiger Erfahrung unser Team.“

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