Ilbesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mandelblüte in der Flasche: Pfälzer Weingut kreiert Gin zur pinken Jahreszeit

Timo Erlenwein führt mit seiner Schnapsbrennerei eine lange Familientradition fort.
Timo Erlenwein führt mit seiner Schnapsbrennerei eine lange Familientradition fort.

Die Mandelblüte ist etwas ganz Besonderes in der Pfalz. Das weiß auch ein Winzer aus Ilbesheim. Er hat ein ganz besonderes Getränk kreiert, das wohl einzigartig ist.

Noch bestimmen tristes Himmelgrau und kahle Bäume und Sträucher die Szenerie in der Südpfalz. Der Blick auf den Kalender verrät allerdings, dass sich daran schon bald etwas ändern wird. Der Frühling, auch wenn er sich bislang noch gut versteckt, steht vor der Tür – und mit ihm die Zeit der Mandelblüte. Für einige Wochen wird die Weinstraße vielerorts in zartes Rosa getaucht. „Wenn der Frühling beginnt, geht das Leben wieder los“, sagt Timo Erlenwein.

Der 47-Jährige führt in vierter Generation das Familienweingut, das einst in Leinsweiler gegründet wurde und mittlerweile auf dem Wacholderhof in Ilbesheim beheimatet ist. Und für Erlenwein ist die Mandelzeit eine derart besondere, dass er ihr ein eigenes Getränk widmet: den Pfälzer Mandelblüten Gin. „Das Produkt passt sehr gut in die Zeit“, sagt er. Die Tatsache, dass er nach eigener Aussage Kunden in ganz Deutschland hat, die die ungewöhnliche Kreation kaufen, ist zumindest ein Indiz dafür, dass er mit dieser Einschätzung nicht falsch liegt.

Schon die Urgroßväter waren Schnapsbrenner

Dass bei Erlenweins nicht nur Wein hergestellt wird, der auf einer Fläche von 20 Hektar gedeiht, sondern auch die Destille zum Einsatz kommt, hat eine lange Tradition. „Schon unsere Großväter und Urgroßväter waren Schnapsbrenner“, erklärt Timo Erlenwein. Zu Bränden verarbeitet werden zum Beispiel Quitten. Seit 2016 wird zudem ein eigener Gin destilliert: der E-13 Palatina Dry Gin. Die Besonderheit dabei ist die Verwendung von Kiwiblüten, die von den eigenen Pflanzen auf dem Wacholderhof stammen. Der Palatina Dry Gin sei von Anfang an angenommen worden, sagt Erlenwein. „Wir sind ganz gut am Markt aufgestellt.“

Insofern gab es direkt eine gute Grundlage für den Pfälzer Mandelblüten Gin, der seit 2021 im Portfolio auftaucht. „Das Rezept ist stark angelehnt an den Palatina Gin“, erklärt der gelernte Weinbautechniker. Das heißt, es werden zunächst Wacholderbeeren, Koriander, verschiedene Wurzelhölzer, Zitronenschale und einige weitere Kräuter und Gewürze in Alkohol eingelegt – und eben Mandelblüten. Für die 500 Liter, die pro Saison hergestellt werden, braucht Erlenwein etwa zwei 10-Liter-Eimer Blüten. Die stammen in der Hauptsache von den fünf Mandelbäumen, die er selbst auf dem Hof hat. „Ich nehme sie gerne, wenn sie gerade aufgegangen sind, dann riechen sie noch sehr intensiv.“ Zu lange warten sollte man jedenfalls nicht mit der Ernte. Zu lange warten sollte man übrigens auch nicht mit dem Kauf des Mandelblüten Gins. Den gibt es nämlich nur von 1. März bis Ende Mai.

Den Mandelblüten Gin gibt es nur von März bis Mai.
Den Mandelblüten Gin gibt es nur von März bis Mai.

Pfälzer Mandelblüten Gin mit Goldmedaille ausgezeichnet

Wenn die Botanicals genannten Zutaten im Alkohol liegen, ist erst einmal Geduld gefragt. Die Mixtur ruht dann nämlich zwei Wochen. Danach wird destilliert – und wieder geruht. Das Resultat ist ein klares Getränk mit einem Alkoholgehalt von 42 Volumenprozent. Und wie bekommt es die charakteristische pinke Farbe? „Dafür kommen ein paar Milliliter roter Traubensaft hinein“, erklärt Erlenwein.

Dass die Kreation nicht nur eine Schnapsidee, sondern ein hochwertiges Produkt ist, hat Erlenwein im Jahr 2023 bestätigt bekommen. Damals wurde der Pfälzer Mandelblüten Gin beim Internationalen Spirituosenwettbewerb (ISW) des Meininger Verlags mit der Goldmedaille ausgezeichnet. „Wir sind stolz auf den Gin“, sagt Erlenwein. Vor allem deshalb, weil die ganze Familie mithilft. Bei der Produktion ist nämlich viel Handarbeit gefragt. Etwa beim Verschluss der Flaschen, die alle manuell mit einer Banderole versehen werden – natürlich ist die pinkfarben.

Geschmacklich kommt der Gin klassisch daher, wie Erlenwein erklärt – fruchtig mit Wacholdernote. Im Abgang entfalte er wegen der Mandelblüten einen dezenten Marzipangeschmack. Getrunken werden sollte er mit einem neutralen Tonic, das auf keinen Fall zu intensiv sein darf, dazu Eis und eine Scheibe Zitrone, empfiehlt Erlenwein. „Ein paar Mandelblüten obendrauf sind natürlich ein schöner Gag.“

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