Kreis Südliche Weinstraße Liebe zum Verein an Kinder vererbt
Gerade mal zwölf Jahre alt war Peter Lederer, als er mit der Blasmusik angefangen hat. Er spielte Klarinette, S-Horn und Trompete, ehe er sich auf das Alt-Saxophon einstellte, mit dem er heute in der Kapelle aktiv ist. Lederer stammt aus einer musikalischen Familie.
Vater Walter war ein studierter Musiker, und Onkel Eduard kam aus Kandel nach Steinweiler, um bei der Ausbildung der jungen Leute dort mitzuhelfen. Das war 1969. Es habe ihm Spaß gemacht, zu musizieren, aber er spielte als Jugendlicher auch gerne Fußball. Dieses Hobby musste zurückstehen, die Musikstunde war ihm wichtiger als der Sport.
Seit rund 30 Jahren ist Peter Lederer auch im Vereinsvorstand tätig. Er war Zweiter Vorsitzender und gehört derzeit dem Triumvirat an, das den Musikverein Steinweiler leitet. Dazu gehört auch seine Tochter Julia Pfirrmann, die den Bereich „Kommunikation“ übernommen hat. Drei Töchter von Peter Lederer sind in der Musikkapelle, spielen Saxophon oder Flöte, und auch der Schwiegersohn stärkt den Verein.
Vom Dorfpfarrer für die Kapelle angeworben
Arno Nau, gerade 60 Jahre alt geworden, hat als Jüngster angefangen. Er wohnt in Rohrbach und wurde, wie viele andere auch, vom damaligen Pfarrer Helmut Sprenger angesprochen. Der katholische Geistliche war für die beiden Dörfer zuständig und unterließ keinen Versuch, genügend Musikanten anzuwerben. So begann der zehnjährige Arno eine Ausbildung am Flügelhorn und an der Trompete, übernahm zudem Aufgaben in der Vereinsführung, führte jahrelang als Moderator durch die Konzerte und war Musikerobmann. In der Musikstunde finde er den Ausgleich zu den beruflichen Belastungen: „Ich kann abschalten, den Stress des Alltags vergessen und genieße den Zusammenhalt im Verein.“ Nau erinnert sich gerne an die Anfangsjahre, als die Musiker zur Weihnachtsfeier noch Bleistifte für Bemerkungen auf den Notenblättern, schwarze Socken als Ergänzung der Uniform oder Magnete zum Befestigen der Notenblätter geschenkt bekamen.
Die Strecke von Ottersheim – auch ohne Baustellen wie in Offenbach oder Bellheim – sind einige Kilometer, doch die nimmt Reinhard Bertram gerne auf sich, um mittwochs ja nicht zu spät zur Probe oder zu den Auftritten zu kommen. Bertram stammt aus Steinweiler, wurde als Messdiener ebenfalls vom Dorfpfarrer zum Musiker angeworben, und möchte keine Stunde in den vergangenen 50 Jahren missen. Hier verlässt man sich auf ihn als Posaunist. Seine Tochter spielt als Klarinettistin in der Kapelle mit. Alle drei erinnern sich noch an den ersten Auftritt bei der Weihnachtsfeier 1969 und an das allererste Stück „Intrade“, eine festliche Eröffnungsmusik. Mit diesem eröffnete die Kapelle auch das Festbankett anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens, in dessen Verlauf die drei „Urgesteine“ mit der Großen Goldenen Ehrennadel des Blasmusikverbandes ausgezeichnet wurden.