Kreis Südliche Weinstraße
Landau/Kandel/Haßloch: Bella Vitalis eröffnet neue Studios und startet neue Fitness-Marke
Sein Lieblingssatz: „Wenn du verkaufen willst, dann ruf’ mich an.“ Bella-Vitalis-Inhaber Frank Weber hat wieder einmal ein Fitnessstudio übernommen. Zwei weitere wird er bald unter einer neuen Marke eröffnen. Die richtet sich an eine junge Zielgruppe. Was steckt dahinter?
Bella-Vitalis-Chef Frank Weber macht sich seine Weihnachtsgeschenke einfach selbst. Drei neue Studios legt er sich unter den Christbaum. In Landau übernimmt er das Relax-Fitness-Studio am Neuen Messeplatz. Und in Kandel und Haßloch wird er Studios unter der neuen Marke Fitnesswerk eröffnen. Ach ja, Gespräche über ein, zwei weitere Studioübernahmen laufen auch noch. Der Südpfälzer Fitness-Platzhirsch, der aktuell neun Studios betreibt, mischt den Markt also ganz schön auf. Aber der Reihe nach.
Mit Umzug in Landau Studiofläche verdoppelt
In Landau hatte Bella Vitalis bislang zwei Studios: in der Hainbachstraße bei der Horst-Brücke und in der Marie-Curie-Straße im Gewerbegebiet am Neuen Messeplatz. Das Studio in der Hainbachstraße ist seit Montag geschlossen. Dafür hat Weber das Relax-Fitness-Studio in der Albert-Einstein-Straße übernommen. Seit Montag läuft es unter seiner Führung, ab Januar offiziell unter dem Namen Bella Vitalis. Die Kette stehe für Gesundheitsfürsorge und Fitness im Premiumsegment, und in dem neuen Studio könne er mehr Platz bieten. Das erwarte der Kunde auf diesem Level einfach, begründet Weber den Umzug. Die Studiogröße verdoppele sich von 1500 auf 3100 Quadratmeter. Zudem verfüge das neue Studio über eine große Sauna- und Wellnesslandschaft und einen Swimmingpool. Aktuell werde die Geräteausstattung erweitert, im Frühjahr oder Sommer sollen dann Zug um Zug bei laufendem Betrieb die Räume renoviert werden.
„Das Studio gibt von der Handware unglaublich viel her“, findet Weber. Er sorge nun noch für die Bella Vitalis gerechte Software, sprich Manpower. 35 bis 50 Mitarbeiter werden im neuen Studio beschäftigt sein, für den Trainings- und Diagnostikbereich sei er noch auf der Suche nach zwei bis fünf Mitarbeitern. Denn: „Das Herz eines Studios schlägt mit dem Personal.“ Über den Kaufpreis hüllt Weber den Mantel des Schweigens. Aber in den Umbau werde er 300.000 bis 500.000 Euro stecken, sagt er. Bella Vitalis übernimmt die Relax-Fitness-Mitglieder zu deren bisherigen Tarifkonditionen. Somit wird die Kette ihre Mitgliederzahl zum neuen Jahr von 15.000 auf 16.000 vergrößern.
Neue Studios in Kandel und Haßloch
Die Übernahmegespräche liefen schon seit zwei, drei Jahren, verrät Weber. Die Eigentümer der Relax-Fitness-Kette, die auch Studios in Kandel und Haßloch betreiben, wollten sich auf diese zwei Standorte fokussieren, und hätten ihm das Kaufangebot gemacht. Wenn er solche Angebote bekomme, sage er natürlich nicht nein, gibt er unumwunden zu. „Da frage ich auch nicht nach Gründen.“
Weber wird genau in jenen zwei Orten im Februar zwei neue Studios eröffnen: in Kandel im Barthelsmühlring 6, früher eine kleine Produktionshalle, und in Haßloch in der Lindenstraße 12, früher ein Geschäft für Babybekleidung. Seit Juni liefen die Umbauarbeiten auf jeweils 1000 Quadratmeter Fläche, berichtet der Geschäftsführer. Sein Unternehmen habe die beiden Gebäude gemietet und stecke jeweils 800.000 Euro in Umbau und Ausstattung. Eröffnen werden hier aber keine Bella-Vitalis-Studios, sondern die ersten Studios seiner neuen Marke Fitnesswerk. „In den beiden Orten gibt es bisher nur Premiumclubs, wir wollen eine neue Zielgruppe ansprechen.“ Je 1000 neue Mitglieder peilt Weber an, rund 250 Reservierungen lägen jeweils schon vor.
Fitnesswerk sei eine „frische, coole Lifestyle-Marke“, die sich an fitnessaffine, junge Leute richte, erklärt Weber. Die Studios hätten eine klare Ausrichtung: viel Trainingsfläche, kein Wellnessbereich, keine Kurse, weniger Personal (fünf bis zehn Mitarbeiter pro Club), dafür viel Digitalisierung (zum Beispiel Trainingsplan per App) – und eben kleine Preise. Für 4,90 Euro pro Woche gibt’s die Mitgliedschaft. Wie viele andere Fitnessketten schafft sich Weber nun also auch einen günstigen Ableger, um sich neue Kundenschichten zu erschließen. „Wir sehen hier enormes Marktpotenzial und wollen weitere solcher Clubs eröffnen“, kündigt er an. Nach Kandel und Haßloch steht Nummer drei schon in den Startlöchern. Das gerade geschlossene Bella-Vitalis-Studio in der Hainbachstraße soll nämlich im Herbst als Fitnesswerk-Studio neu eröffnen.
Marke Fitnesswerk trägt Handschrift der Töchter
Den Markenamen hat sich Weber übrigens schon vor neun Jahren schützen lassen, sich dann aber doch aufs Kerngeschäft konzentriert. Seit vergangenem Jahr ist seine Tochter Lina-Marie in der Geschäftsleitung. Sie habe das Thema forciert. Und der jungen Generation will er auch das Zepter dafür überlassen, macht der 50-Jährige deutlich. Seine zweite Tochter Maxi-Luise, die 2020 ins Unternehmen einsteigen wird, habe das Logo designt.
Zudem führe Weber gerade noch mit ein, zwei Südpfälzer Kollegen, die sich von ihren Studios trennen wollen, Übernahmegespräche, verrät er. Personalverwaltung, Datensicherheit, Marketing – das alles könnten Einzelstudios heute kaum noch neben dem Hauptgeschäft managen, weshalb sie nicht konkurrenzfähig seien. Er habe zu allen Mitbewerbern „vernünftige bis sehr gute“ Kontakte, und wenn sich eine Chance auftue, greife er zu. Schritt für Schritt expandieren, ist die Leitlinie Webers, der mit seinen Studios 2020 knapp zehn Millionen Euro Umsatz machen will. Mit 45 Prozent davon sei das Personal der Hauptkostenfaktor. „Damit liegen wir in der Fitnessbranche am oberen Rand“, verdeutlicht er den personalintensiven Fokus von Bella Vitalis auf Trainings-/Ernährungsplanung und Diagnostik. 300 bis 350 Mitarbeiter will er im nächsten Jahr beschäftigen.