SÜW
Kreis SÜW zahlt für Schul-IT drauf
Lange Zeit ging es darum, die Schulen durch ein schnelleres Internet und neue Geräte für die digitale Welt fit zu bekommen. Das gelang, weil der Bund Mittel in Milliardenhöhe für die Infrastruktur und Gerätebeschaffung bereitstellte. Doch weil es hier um einen Bereich ging, der Ländersache ist, musste eine Lösung her, damit der Bund die Gelder überhaupt verteilen konnte, also damit sie an den Grundschulen, Gymnasien und anderen Schulformen ankommen. Der Digitalpakt Schule war geboren. So wurde die Finanzierungsvereinbarung bezeichnet.
Nun ist die Technik an den Schulen zwar vorhanden, ob es nun Smartboards, Laptops oder Tablets sind. Doch die Geräte müssen regelmäßig gewartet werden, damit alles dauerhaft reibungslos läuft. Um diesen IT-Support zu gewährleisten, muss der Kreis investieren. Dafür muss man wissen, dass dieser Support der Schul-IT erst vor einigen Jahren vom Land an den Kreis übertragen wurde. Weil es im Kreishaus keine Fachleute gab, beauftragte die Kommune wiederum eine externe Firma. Da das Vertragsverhältnis mit dem Auftragnehmer endete, gab es zwischenzeitlich die Überlegung, der Stadt Landau dieses Feld im Landkreis SÜW zu überlassen. Doch aus der Idee, zu kooperieren, wurde nichts. Deshalb wird nun für ein weiteres Jahr eine externe Firma diese Aufgabe übernehmen.
Die Kosten lagen 2025 bei rund 158.000 Euro, teilt Kreissprecherin Marina Mandery mit. Bei etwa 7000 Schülern sind das pro Kind etwa 22 Euro, die für den IT-Support anfallen. Diese Summe werde aber nur zum Teil gegenfinanziert. Das Land stelle elf Euro pro Schüler pro Jahr bereit. Insofern entsteht für den Kreis SÜW eine Finanzierungslücke, die sich später im kommunalen Haushalt niederschlägt, wenn auch nur geringfügig. Dort wird für 2026 wohlgemerkt ein Minus in Höhe von 18 Millionen Euro prognostiziert.
Weil die Rechnung nicht aufgeht, gibt es einen Dissens zwischen dem Land und den Kommunen. Die kommunalen Spitzenverbände pochen auf das Ergebnis eines gemeinsamen Gutachtens, das deutlich höhere finanzielle Mittel als bislang vom Land bezahlt veranschlagt. So koste der Schul-IT-Support in Rheinland-Pfalz pro Jahr rund 81 Millionen Euro. Das entspreche einer Summe von 162 Euro pro Schülerin und Schüler und Schuljahr.
Das Bildungsministerium verweist darauf, zweistellige Millionenbeträge in die digitale Ausstattung der Schulen investiert zu haben. Das Land habe etwa rund 90.000 digitale Endgeräte für bedürftige Schüler angeschafft, dazu rund 42.000 Leihgeräte für Lehrkräfte und weitere 6000 Endgeräte unter anderem für pädagogische Fachkräfte. Entwicklungs- und Lizenzkosten für Lernplattformen und Lernmanagement-Systeme kämen dazu.
In den Kosten für die Schul-IT nicht enthalten sind Hardwarebeschaffungen. Dazu kommen im Landkreis SÜW künftig Ausgaben für strategische Planung, Überwachung und Weiterentwicklung der Schul-IT. Dafür werden in Zukunft 1,5 Stellen in der Kreisverwaltung zuständig sein. Doch bis die Stellen geschaffen und besetzt sind, wird es noch etwas dauern. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) muss schließlich den Haushaltsplan samt Stellenplan für 2026 genehmigen, bevor die Posten besetzt werden können.
Ziel ist, dass die neuen Mitarbeiter auf die Entwicklung der Schul-IT der kreiseigenen Einrichtungen einwirken können. Weil man aber nicht weiß, wann die Stellen besetzt sind, soll der Vertrag mit der externen Firma optional um ein Jahr bis Sommer 2028 verlängerbar sein. In diesem Fall dürfte das Ganze einen Auftragswert in Höhe von 275.000 Euro haben, weshalb eine europaweite Ausschreibung nötig sein wird.
Die vom Auftragnehmer zu erbringenden Dienstleistungen umfassen insbesondere die Unterstützung bei der Reparatur von defekten PCs und Servern, die Installation von Software, den Anschluss und die Inbetriebnahme von weiteren EDV-Systemen wie zum Beispiel Druckern sowie die Einweisung des zuständigen EDV-Lehrers oder der zuständigen EDV-Lehrkräfte in neue Systeme. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2330 Stunden für den IT-Support angerechnet.