Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Katharina Weber ist seit wenigen Tagen als Pfarrerin im Dekanat Bad Bergzabern tätig

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Ihr Herz hat sie zuvor bereits an die Pfalz verloren, seit wenigen Wochen lernt sie nun die Südpfalz kennen. Seit 1. März ist Katharina Weber Springerin im Dekanat Bad Bergzabern. Sie wird dort eingesetzt, wo ein Pfarrer gebraucht wird, derzeit in Rohrbach und Steinweiler.

„Ich bin ein kommunikativer Mensch, ich rede gerne mit den Leuten“, sagt Katharina Weber. Da kommt ihr die offene Mentalität der Pfälzer entgegen. Und für eine Pfarrerin sind es sicherlich keine schlechten Voraussetzungen, offensiv das Gespräch mit Gläubigen zu suchen. Derzeit stellt sich die 29-Jährige überall in den Gemeinden Rohrbach und Steinweiler, die ein gemeinsames Pfarramt im Dekanat Bad Bergzabern bilden, vor. Seit einiger Zeit ist die Pfarrstelle vakant. Bis Mitte Juli ist nun Katharina Weber zuständig, was Gottesdienste und Kasualien betrifft. „Die Leute sind sehr dankbar, dass nach so langer Zeit jemand da ist, der sich um ihre Belange kümmert“, lauten ihre ersten Erfahrungen. Allerdings müsse sie immer wieder darauf hinweisen, dass sie nicht die neue Pfarrerin von Rohrbach und Steinweiler sei. Als Pfarrerin zur Dienstleistung kann sie auch in anderen Gemeinden eingesetzt werden.

Bad Bergzabern und Umgebung sind für Katharina Weber völliges Neuland. „Wenn die Leute mit mir sprechen, dann merken sie sehr schnell, dass ich nicht aus der Vorderpfalz stamme.“ Geboren wurde sie im Juni 1989 in Erlabrunn. Aufgewachsen ist als Tochter einer Künstlerfamilie in Schwarzenberg-Neuwelt im Erzgebirge. Sachsen und das Erzgebirge sind nun wahrlich nicht als Hochburgen von Christentum und des Protestantismus bekannt. „Bei uns in der Familie hat der christliche Glauben immer eine große Rolle gespielt. Für meine Eltern war es deshalb in DDR-Zeiten nicht immer einfach“, erzählt die Neu-Pfarrerin.

Bereits als Jugendliche war sie in der Kirche aktiv

Als Jugendliche begann Katharina Weber eigenständig Stunden in der Jungen Gemeinde zu halten. „Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig es mir ist, Kindern und Jugendlichen von meinem Glauben zu erzählen“, erinnert sie sich. Die Entscheidung, Theologie zu studieren, traf sie aber erst später, während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Kindertagesstätte in Dresden. „Obwohl es eine evangelische Kita war, spielte der Glaube dort keine Rolle“, sagt die 29-Jährige. Sie habe dann irgendwann vorgeschlagen, im Stuhlkreis gemeinsam zu beten. Was sehr gut angekommen sei. „Da habe ich erkannt, dass es mir wichtig ist, nicht nur sozial tätig zu sein, sondern auch aus Antrieb meines Glaubens und meiner Religion zu arbeiten“, betont Katharina Weber. Da es in Sachsen, anders als in Rheinland-Pfalz, nicht möglich ist, als Sozialarbeiterin im kirchlichen Bereich zu arbeiten, entschied sie sich zum Theologiestudium in Leipzig.

Seit 2016 ist Katharina Weber in der Pfalz

In der sächsischen Landeskirche gibt es eine Pfarrliste. „Uns wurde während des Studiums gesagt, wir sollen uns nicht woanders hin bewerben, wir würden hier eine Stelle bekommen“, erzählt Weber. Als sie ihr Studium beendet hatte, gab es genau doppelt soviel Bewerber wie Stellen für Vikare. Katharina Weber wurde nicht genommen. „Dann habe ich mich in Deutschland umgeschaut und bin auf die Pfalz gestoßen. Die evangelische Landeskirche der Pfalz ist eine der liberalsten Landeskirchen überhaupt“, betont sie. Und hier werden Pfarrer gebraucht.

2016 zog sie nach Speyer. Den Schritt in die Pfalz hat sie nicht bereut. Ihr Gemeindevikariat hat sie Neuhofen absolviert, wo sie derzeit noch mit ihrem Mann Tobias wohnt. Den hat sie in der Pfalz kennengelernt. „Im April ziehen wir in die Südpfalz um, nach Rheinzabern“, verrät sie. Ihr Mann arbeitet in Karlsruhe, sie im Bereich Bad Bergzabern – von Rheinzabern aus hat jeder einen ähnlich langen Weg zur Arbeit.

Von der Aufnahme durch die neuen und vor allem durch Dekan Dietmar Zoller ist sie begeistert. Ihre ersten großen Aufgaben in der Pfarrei Rohrbach und Steinweiler stehen an. Am 7. April übernimmt sie die Konfirmationen, auch die Gottesdienste an Karfreitag und Ostern wird sie halten. Dazu unterrichtet sie bis Sommer die Präparanden in der Gemeinde. Und ein für sie persönlich ganz wichtiger Gottesdienst steht schon rot im Kalender. „Am 5. Mai um 18 Uhr ist meine Ordination in Rohrbach“, erzählt Katharina Weber. Da hofft sie natürlich auf ein volles Haus.

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