Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kandidat zu Corona-Politik: Werbeverbot für Discounter richtig

Immer ran ans Volk: Thomas Weiner im Gespräch mit Bürgern auf dem Annweilerer Wochenmarkt am Freitagvormittag.
Immer ran ans Volk: Thomas Weiner im Gespräch mit Bürgern auf dem Annweilerer Wochenmarkt am Freitagvormittag.

Warum müssen Restaurants schließen, während in Kantinen weiterhin Schnitzel serviert werden? Warum darf Aldi für Produkte werben, die woanders nicht verkauft werden dürfen? Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Weiner hat Botschaften bei seinem Besuch in Annweiler.

„Ich bin gehandicapt“, sagt Thomas Weiner am Freitagvormittag auf dem Wochenmarkt in Annweiler und hebt die Mütze von seinem Haupt. Tja, der letzte Friseurtermin ist bei ihm eben auch schon eine Weile her. Und wie bei jedem Wahlkampftermin des 63-jährigen Pirmasensers, der für die CDU im Wahlkreis Südliche Weinstraße kandidiert, ist Corona natürlich das Thema. Zu Weiner sagt dann auch eine Frau: „Natürlich bin ich genervt. Aber was will man schon tun.“

Der Landtagsabgeordnete will sich aber nicht damit zufriedengeben. Zuletzt sei er in Göcklingen bei der dortigen Brauerei gewesen. Der Betreiber habe ihm gesagt, dass er Gäste im Freien und unter Heizstrahlern bewirten könnte, selbstverständlich mit Hygienekonzept. „Der darf das aber nicht. Hingegen wird in den Betriebskantinen der großen Unternehmen weiter gegessen, um die Produktionsabläufe nicht zu stören. Aber es muss doch auch in Pandemiezeiten gerecht zugehen.“

Zu wenige Bauplätze für Einheimische

Weiner nerven auch andere Entscheidungen der Landesregierung. Und er lobt derweil einen Saarländer: Tobias Hans. Der Christdemokrat ist Ministerpräsident des kleinen Nachbarbundeslandes. Der habe nun verfügt, so Weiner, dass die Discounter nicht mehr für Artikel werben dürfen, die mit Lebensmitteln nichts zu tun haben. „Und bei uns gibt es Aldi-Prospekte mit 20 Seiten, auf denen vieles zu sehen ist, was Sie woanders gerade nicht kaufen dürfen“, sagt Weiner. Ein anderes Beispiel seien die Poststellen in den kleinen Orten. In Billigheim-Ingenheim beispielsweise sei ein solcher Servicepunkt in einem Blumenladen. „Laut Vertrag muss die Poststelle öffnen, die Blumen dürfen aber nicht verkauft werden. Das ist doch nicht nachvollziehbar. Sind diejenigen, die Briefmarken kaufen, weniger infektiös als die, die einen Blumenstrauß möchten“, sagt Weiner.

Auf dem Wochenmarkt verteilt der Abgeordnete dann fleißig Grußkarten, darauf sind Schokoladenherzen geklebt, „Politik mit Herz“, sagt Weiner. Auf den Karten hat der Südwestpfälzer aber auch acht Themen für den Wahlkreis angerissen, denen er sich vorrangig annehmen möchte. „Ich war bei meiner Kennenlerntour in den Orten unterwegs und habe mir viel Zeit genommen, mit rund 6000 Menschen gesprochen.“ Aus diesen Gesprächen habe er die Themen destilliert, für jede Verbandsgemeinde gebe es zwei spezifische Themen. „In Kandel sind das beispielsweise die Bauplätze. Dort kostet inzwischen der Quadratmeter 450 Euro. Karlsruher kaufen den einheimischen Familien die Grundstücke weg. Da muss sich was tun.“

„Brauche Kontakt zu den Menschen“

Der Christdemokrat lässt erahnen, dass er seit Langem im Geschäft ist. Mit den Menschen kommt er sichtbar unverkrampft ins Gespräch, merkt auch, wenn die Leute keine Lust haben, mit ihm zu reden. „Ich brauche das einfach, diesen Kontakt zu den Menschen. Ich muss ja wissen, was die Leute denken. Nur so kann ich in Mainz die richtige Politik machen.“ So habe er beispielsweise erfahren, dass in Oberschlettenbach zwar Glasfaser verlegt wurde, die 136 Einwohner des Dorfs aber seit geraumer Zeit darauf warteten, dass auch Hausanschlüsse kommen. „Das Problem ist, dass das zuständige Unternehmen dafür keine Förderung bekommt. Das sind dann die kleinen Dinge, bei denen man ansetzen muss“, sagt Weiner.

Seine Tour schließt er an diesem Freitagvormittag mit einem Besuch des neuen Domizils des Vereins Zukunft Annweiler ab. Unter anderem wird er von Vereinschef Walter Herzog empfangen. Und natürlich geht es auch wieder um Corona. Herzog sagt, er sei auch im Sportverein aktiv. Es sei vor allem für die Kinder und Jugendlichen unheimlich wichtig, dass Ballsport nach Ostern wieder möglich werde, auch in den Hallen. Weiner nickt. „Wir müssen aufpassen, dass uns nicht eine ganze Sportlergeneration verlorengeht“, sagt er. Der Abgeordnete kommt aber auch auf die Hilfszahlungen zu sprechen, die er für Vereine fordert. Die sollten besser vor Ort von den Kommunen verteilt werden. „Die Gemeinden wissen doch besser, wer was braucht.“

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