Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel In welch einem Zustand sind die Schulen in Kreis und Stadt?

Die Stadt Landau hat unter anderem die energetische Sanierung der Grundschule Nußdorf auf dem Zettel.
Die Stadt Landau hat unter anderem die energetische Sanierung der Grundschule Nußdorf auf dem Zettel.

Wie ist es mit den Schulgebäuden in Landau und Umgebung bestellt? Auf diese Frage gibt es gleich mehrere Antworten von der Stadt Landau und dem Landkreis SÜW.

Die Schulen in der Region stehen seit Jahren unter Druck: wegen steigender Schülerzahlen, energetischer Vorgaben, alternder Bausubstanz, komplexer Förderverfahren. Die Instandhaltung der Einrichtungen wird zu einer Daueraufgabe für die Kommunen. Gleichzeitig bleibt die Haushaltslage angespannt. Wie viel Geld in städtische und kreiseigene Schulen in der Südpfalz fließt, welche Projekte wo anstehen und wo es den größten Handlungsbedarf gibt – dazu geben die beiden Verwaltungen einen Überblick.

Wie ist der aktuelle bauliche Zustand der Schulen in Landau und Umgebung?
Die Stadt Landau bewertet den Zustand ihrer Schulgebäude insgesamt als gut – auch vor dem Hintergrund, dass viele Gebäude schon älter sind. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche energetische und brandschutztechnische Maßnahmen umgesetzt worden.

Der Landkreis sieht seine Schulen ebenfalls grundsätzlich solide aufgestellt, betont aber, dass Instandhaltung ein dauerhafter Prozess ist und man daher nie fertig sei.

Wo besteht akuter Handlungsbedarf?
Am Pamina-Schulzentrum in Herxheim ist ein Teilbereich wegen einer PCB-Belastung seit Sommer vergangenen Jahres gesperrt, also wegen Schadstoffen aus alten Baumaterialien, die noch in der Zeit, als das Schulgebäude errichtet wurde, verwendet werden durften. Aufgrund der krebserregenden Wirkung wurde PCB später verboten. Eine umfassende Sanierung des Mittelbaus ist notwendig. Wann sie vorgenommen wird, hängt davon ab, wann die Ergebnisse der Voruntersuchungen vorliegen. Es wird geprüft, wie intensiv die gesperrten Bereiche saniert werden müssen.

Wie viel Geld investieren Stadt und Kreis aktuell in ihre Schulen?
Die Stadt Landau plant für 2026 Investitionen in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro. Zusätzlich stehen im Wirtschaftsplan des Gebäudemanagements etwa 1,2 Millionen Euro für den laufenden Bauunterhalt bereit.

Der Kreis SÜW spricht ebenfalls von regelmäßigen Investitionen. Konkrete Summen variieren je nach Projekt, der Kreistag stellt aber jährlich Mittel für notwendige Maßnahmen bereit. Zuletzt wurden beispielsweise rund 140.000 Euro außerplanmäßig in den Haushalt eingestellt, um im Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern Schäden im Keller und an der Außentreppe zu beheben.

Welche größeren Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurden in den vergangenen Jahren umgesetzt?
Die Stadt Landau hat an vielen Schulen energetische Sanierungen vorgenommen – neue Fenster, Dämmungen, Wärmepumpen –, zudem gab es mehrere Erweiterungsbauten. Am Otto-Hahn-Gymnasium wurde der Chemiebereich modernisiert, auch die Jugendverkehrsschule wurde komplett neu gebaut.

Der Kreis SÜW hat im Zuge kommunaler Investitionsprogramme energetische Sanierungen, Brandschutzmaßnahmen sowie die Ertüchtigung von Decken, Böden und Beleuchtung umgesetzt. Insgesamt 13 Millionen Euro wurden investiert, das Land steuerte etwas mehr als die Hälfte bei. Von den Umbauarbeiten profitieren das Pamina-Schulzentrum in Herxheim, die Realschule plus im Alfred-Grosser-Schulzentrum in Bad Bergzabern und das Staufer-Schulzentrum in Annweiler.

Weitere Projekte: 2024 wurde die Sonnenschutzanlage am Gymnasium Edenkoben für rund 170.000 Euro erneuert, 2025 wurde der Heizkessel am Edenkobener Standort der Berufsbildenden Schule (BBS) Südliche Weinstraße für 50.000 Euro ersetzt. Aufgrund steigender Schülerzahlen und zur Unterstützung pädagogischer Konzepte wurden die Raumkapazitäten der Realschule plus Annweiler um vier neue Klassenräume in Containerbauweise erweitert. Die Kosten lagen bei rund 500.000 Euro. Und an beiden Standorten der Paul-Gillet-Realschule plus Edenkoben wurden Fahrstühle angebaut. Das Gesamtvolumen lag bei rund 800.000 Euro.

Welche Projekte sind derzeit in Planung oder Vorbereitung?
In der Stadt Landau stehen unter anderem die energetische Sanierung der Grundschule Nußdorf, die Modernisierung von Trakten der Berufsbildenden Schule, die Erweiterung der Mensa an der Konrad-Adenauer-Realschule plus, die Toilettensanierung an der Integrierten Gesamtschule sowie weitere Erweiterungsbauten an.

Der Kreis SÜW plant unter anderem den Neubau der Altenbergschule in Bad Bergzabern. Das Projekt soll sich über mehrere Jahre ziehen und schätzungsweise 15 Millionen Euro kosten. In Herxheim wird voraussichtlich ab 2027 die neue Dreifeldsporthalle für 10,2 Millionen Euro errichtet, die Sporthalle in Annweiler wird für 6,4 Millionen Euro saniert. Ein weiterer großer Posten ist der geschätzt dreieinhalb Millionen Euro teure Erweiterungsbau am Schulstandort Edenkoben, weil das Gymnasium und die Realschule weitere Klassensäle benötigen.

Wie angespannt ist die finanzielle Lage – und welche Prioritäten setzen die Kommunen?
Sowohl die Stadt Landau als auch der Kreis SÜW sprechen von einer angespannten Haushaltslage. Dennoch setzen beide klare Prioritäten: Schulsanierungen und Modernisierungen sollen trotz knapper Mittel weiter vorangetrieben werden, weil sie unmittelbar Einfluss auf Lernbedingungen und Gesundheit haben.

Am Schulzentrum in Edenkoben wird ein Erweiterungsbau benötigt, weil die Schüleerzahlen gestiegen sind.
Am Schulzentrum in Edenkoben wird ein Erweiterungsbau benötigt, weil die Schüleerzahlen gestiegen sind.
Umfangreich und teuer wird die Sanierung der Klassenräume am Pamina-Schulzentrum in Herxheim, die wegen der PCB-Belastung gesper
Umfangreich und teuer wird die Sanierung der Klassenräume am Pamina-Schulzentrum in Herxheim, die wegen der PCB-Belastung gesperrt sind.
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