Annweiler Großjagd auf Wildschweine: Mehr als 170 Tiere erlegt
Etwa 300 Jäger sind in den vergangenen Tagen durch den Pfälzerwald rund um Annweiler, Eußerthal, Dernbach und Ramberg gestreift. Anlass für diese Aktion auf einem außergewöhnlich großen Gebiet ist der sehr hohe Bestand an Wildschweinen, der sich derzeit in Wald und Flur, auf Streuobstwiesen und in Weinbergen sowie immer öfter auch in den Ortslagen, Gärten und im Straßenverkehr bemerkbar macht, wie die Kreisverwaltung SÜW mitteilt. „Ein Überbestand an ,Schwarzkitteln’ sorgt dort nicht nur für zunehmende Schäden und häufigere Begegnungen. Auch aus Gründen der Tierseuchenprävention ist es geboten, dass ein derart hoher Bestand an Schwarzwild reduziert wird“, erklärt Kreisjagdmeister Jörg Sigmund.
Zehn Jagdbezirke haben sich an der Großjagd Ende November beteiligt. Neben den Jägern seien weitere Personen als Treiber unterwegs gewesen, dazu Dutzende Hunde. 90 Wildschweine in zehn Jagdbezirken wurden laut der Mitteilung erlegt. Bei einer weiteren, ähnlich großen Jagd zwischen Annweiler und Eußerthal seien wenige Tage zuvor in sieben Jagdbezirken 87 Wildschweine erlegt worden.
„Viele Wildschweinrotten sind zuletzt in die Kastanienwälder vorgewandert, weil sie in den sogenannten Hinterwäldern wegen der dort ausgebliebenen beziehungsweise unzureichenden Waldmast, also des natürlichen Futterangebots bei Buchen und Eichen, nur wenig Futter gefunden hatten. Wegen dieser Wanderung kommt es in diesem Jahr auch zu vermehrten Wühlschäden auf Wiesen und zum Teil sogar in Orts- und Stadtlagen“, berichtet Sigmund. Mit dem Ergebnis der Großveranstaltung ist er zufrieden und fügt hinzu: „Die Nutztierhalterinnen und -halter sowie Gartenbesitzerinnen und -besitzer werden auf Weiden und Grünflächen hoffentlich etwas weniger Schäden beklagen müssen. Ein Nebeneffekt ist, dass Gastronomie sowie Endverbraucherinnen und -verbraucher das Wildbret nutzen können.“