Kreis Südliche Weinstraße Gleich im ersten Anlauf Ortschef

Nach langem Rätselraten, wer es denn werden würde, hat Oberschlettenbach tatsächlich einen neuen Ortsbürgermeister: Einstimmig wurde Peter Vollmöller, der als Einziger vorgeschlagen worden war, am Mittwoch vom Rat gewählt.

Der 48-jährige promovierte Physiker lebt seit drei Jahren mit seiner Familie in der kleinsten, selbstständigen Gemeinde des Landkreises und löst den bisherigen Ortsbürgermeister Karl Walter ab. Rund 20 Bürger waren zur konstituierenden Sitzung am Mittwoch gekommen, die rein formell abgehandelt wurde. Verpflichtet wurden zunächst sechs Ratsmitglieder, zwei sind erstmalig im Gemeinderat (Peter Vollmöller, Christian Burkhart). Nach der Wahl Vollmöllers zum Ortsbürgermeisters wäre der Nachrücker der bisherige Beigeordnete Bernhard Taubert gewesen, der eine weitere Mitarbeit im Gemeinderat ablehnte. „Wir wollen zwei Beigeordnete“, kündigte der neue Ortsbürgermeister vor deren Wahl an. Gründe dafür wurden nicht genannt. Zum Ersten Beigeordneten wurden einstimmig Jens Weber, zum weiteren Beigeordneten – ebenfalls einstimmig – Christian Burkhart gewählt. Ein längeres Gespräch des Gemeinderates, das für die Bürger akustisch nicht verständlich war, veranlasste zwei Besucher, die Sitzung zu verlassen. „Die öffentliche Sitzung ist nicht gewährleistet“, so einer der Bürger. Er sei im Moment noch unsicher über die Abläufe, deshalb sei es vielleicht uneinsichtig jetzt zu gehen, lautete die Erklärung Vollmöllers. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ, warum er für das Amt des Ortsbürgermeisters nicht in der möglichen Urwahl am 25. Mai kandidiert habe, sagte Vollmöller: „Ich wollte wissen, wer im Gemeinderat ist, um zu wissen, dass eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist.“ Für 20 Jahre als Gemeinderat und Ortsbürgermeister wurde Karl Walter vom Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Martin Engelhard, mit einer Urkunde des Gemeinde- und Städtebundes geehrt. Karl Walter verabschiedete Egon Bischoff, der 15 Jahre im Gemeinderat war, und Helmut Veiock, der vor rund einem Jahr als Nachrücker verpflichtet worden war. Nicht verabschiedet hingegen wurde der ehemalige Beigeordnete Bernhard Taubert. „Oberschlettenbach ist die kleinste der Gemeinden in unserer Verbandsgemeinde und obwohl es idyllisch ist, ist es kein einfacher Ort“, so Martin Engelhard. Es fehle das ehrenamtliche Engagement, das sei auch in Oberschlettenbach zu beobachten. (pfn)
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