SÜW
Gegen den Trend: Südliche Weinstraße ist SPD-Land
Für die SPD und ihren Südpfälzer Spitzendkandidaten Alexander Schweitzer brachte der Wahlabend nach 35 Jahren an der Spitze des Landes eine herbe Niederlage. In der Südpfalz sieht das traditionell anders aus. Der Wahlkreis 49 ist eine SPD-Hochburg, daran ist nicht zu rütteln. Bei den Zweitstimmen liegen die Sozialdemokraten an der Südlichen Weinstraße mit 32,4 Prozent satte 6,5 Prozentpunkte über dem Landesergebnis. Entsprechend schlecht schneidet die CDU ab – 25,8 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis bedeuten 5,2 Prozentpunkte weniger als im Land. AfD und Grüne – die beiden anderen im künftigen Landtag vertretenen Parteien – liegen im Wahlkreis in etwas auf dem Landesniveau.
Wie stark die Sozialdemokraten an der Südlichen Weinstraße sind, zeigt sich vor allem in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. 36 Prozent bei den Zweitstimmen sind das landesweit beste Ergebnis der SPD. Getoppt wird das noch bei den Erststimmen, namentlich also von Alexander Schweitzer. In seiner Heimatstadt Bad Bergzabern kommt er auf 45,7 Prozent. Das beste Ergebnis in der Verbandsgemeinde ist das allerdings nicht. In Klingenmünster erreicht Schweitzer sogar 54,9 Prozent. Sein Ergebnis in der gesamten VG liegt bei 47,4 Prozent der Erststimmen.
Schweitzer schlägt Koch deutlich
Auch im Gesamtwahlkreis schafft Schweitzer einen klaren Sieg gegen CDU-Kontrahenten Sven Koch. 41,4 Prozent der Erststimmen gehen an den Sozialdemokraten, Koch erreicht lediglich 26,3 Prozent. Eine weitere Bestmarke, die unterstreicht, wie stark Schweitzer persönlich in seinem heimischen Wahlkreis ist: Sein Erstimmenanteil liegt 8,7 Prozentpunkte über dem Zweitstimmenanteil seiner Partei an der Südlichen Weinstraße, das ist der größte Unterschied in dieser Hinsicht landesweit.
Schweitzer hat in allen Gemeinden der VG Bad Bergzabern die meisten Erststimmen erhalten. Anders sieht das bei den Zweitstimmen aus. So ist in Böllenborn die AfD mit 31,2 Prozent stärkste Partei vor der CDU mit 26,8 Prozent. Die SPD landet in dem kleinen Dorf im Pfälzerwald mit 23,9 Prozent nur auf Rang drei. Dasselbe gilt in Birkenhördt (23 Prozent). Dort liegt die CDU mit 33,5 Prozent vorne, gefolgt von der AfD mit 23,5 Prozent, die genau zwei Zweitstimmen mehr als die SPD bekommen hat. Der dritte Ort im Bad Bergzaberner Land, der nicht rot eingefärbt ist, ist Schweighofen, wo die Christdemokraten mit 35,4 Prozent die Sozialdemokraten mit ihren 24,6 Prozent klar hinter sich lassen.
Ranschbach wählt CDU-Kandidat
Das gallische Dorf in der sozialdemokratisch geprägten Verbandsgemeinde Landau-Land trägt den Namen Ranschbach. Nur dort konnte Ministerpräsident und Wahlkreiskandidat Alexander Schweitzer (SPD) nicht den Sieg erringen. Er landete am Ende sogar nur auf Rang drei. Die meisten Erststimmen mit 39,4 Prozent bekam CDU-Kandidat Sven Koch, AfD-Mann Eugen Ziegler erhielt 25,9 Prozent, Schweitzer kam lediglich auf 24,5 Prozent. Noch etwas Auffälliges beim Wahlergebnis in Landau-Land: In Knöringen gab es ein Unentschieden bei den Zweitstimmen. Dort kamen SPD und CDU jeweils auf 28,2 Prozent.
In der Verbandsgemeinde Herxheim ist eindeutig ein Koch-Effekt bei den Wahlergebnissen zu beobachten. In der Ortsgemeinde Herxheim, dem Heimatort des CDU-Mannes, holte dieser bei den Erststimmen mit 50 Prozent ein sehr starkes Ergebnis. Schweitzer kam lediglich auf 23,8 Prozent. In Rohrbach und Insheim konnte er sich jedoch wiederum klar gegen Koch durchsetzen. Dennoch ging die Verbandsgemeinde insgesamt an die Christdemokraten, eben vor allem wegen des starken Koch-Ergebnisses in der größten Gemeinde des Landkreises Südliche Weinstraße mit über 10.000 Einwohnern, die konservativ geprägt ist.
In der Verbandsgemeinde Kandel ist das ganz anders. Sie gilt als SPD-Hochburg. Zwar geht die Kommune bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen klar an die SPD, doch in manchen Orten weicht das Bild ab. In Erlenbach beispielsweise ist die SPD zwar mit 33,7 Prozent die stärkste Kraft, doch danach folgt nicht die CDU, sondern die AfD mit 24,2 Prozent. Die Christdemokraten erreichen in dem Ort bei den Zweitstimmen lediglich Rang drei mit gerade mal 17,8 Prozent. Wäre Vollmersweiler wahlentscheidend gewesen, hätte die FDP den Wahltag überlebt und wäre erneut in den Landtag eingezogen. Hier kamen die Liberalen bei den Zweitstimmen auf 6,1 Prozent.
Ergebnisse im Detail
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