ANNWEILER Festumzug zieht am Sonntag durch Annweiler

Erinnern mit Fahne und Uniformen ans traditionelle Brauchtum: die „Herolde“ beim Festumzug zum Stadtjubiläum Landau.
Erinnern mit Fahne und Uniformen ans traditionelle Brauchtum: die »Herolde« beim Festumzug zum Stadtjubiläum Landau.

Seit 75 Jahren sind „Die Trifelsherolde“ ein Inbegriff für Fanfarenmusik. Am Wochenende feiert der Verein sein Jubiläum mit einem Fest.

Am Samstagabend gibt es im Hohenstaufensaal ein Konzert mit klassischen Märschen und modernen Stücken. „Wir haben aber auch Schätze aus tiefer Vergangenheit ausgegraben, um diese erneut mit den Gästen zu teilen“, sagt der Vorsitzende Harald Jentzer. Am Sonntag treffen sich Gruppen aus dem Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge und es wird gemeinsam musiziert. Über den Tag verteilt finden Freundschaftsspiele und ein Umzug statt. Den Abschluss gestaltet ab 15 Uhr die Band „The Spell“, die aus Schülerinnen und Schülern des Trifels-Gymnasiums besteht.

Ein Bild aus der Anfangszeit der Trifelsherolde. 1949 gründete sich die musikalische Traditionsgruppe.
Ein Bild aus der Anfangszeit der Trifelsherolde. 1949 gründete sich die musikalische Traditionsgruppe.

Im Jahr 1949 gegründet

„Die Trifelsherolde“ wurden 1949 gegründet und sind seitdem eng mit Annweiler und der Burg Trifels verbunden. Als musikalische Boten werben sie im In- und Ausland für die Pfalz. Ihr umfangreiches Repertoire reicht von traditionellen Fanfarenmärschen, Werken der Klassik und Militärmärschen bis hin zu modernen Musikstücken. So ist der Verein schon seit 1959 Mitglied des Verbandes Südwestdeutscher Fanfarenzüge. Im September 1955 berichtete die Wochenzeitung „Wasgaubote“ auf zwei Seiten von der Teilnahme der „Trifelsherolde“ am traditionellen sonntäglichen Umzug, anlässlich des Oktoberfestes in München. 500.000 Menschen säumten die Straßen. Zu Beginn der 1970er Jahre errang der Verein gute Platzierungen bei Musikwettbewerben auf Landes- und Bundesebene. Auch wurden Ventilfanfaren angeschafft, mit denen man nun in der Lage war, auch schwierigere und modernere Stücke zu spielen. Ebenfalls zu dieser Zeit bekamen die „Herolde“ ihr eigenes Vereinsheim im Keller des Hohenstaufensaales.

Die Trifelsherolde im Jahr 2019 bei einem Auftritt.
Die Trifelsherolde im Jahr 2019 bei einem Auftritt.

Vorstand verjüngt sich

Doch es gab auch mal eine Krise, als nach internen Zerwürfnissen im Jahr 1987 die gesamte Vorstandschaft zurück trat. Das neue Führungsgremium hatte dann einen Altersdurchschnitt von unter 20 Jahren, eine Novum für die Fanfarenzüge im Südwestverband. Es gelang den jungen Leuten mit großem Engagement dem Verein seine alte Stärke zurückzugeben. Ein Markenzeichen der „Trifelsherolde“ sind die vier Quadratmeter großen Schwingfahnen, geziert mit dem Wappen der Stadt und der VG Annweiler. Die historischen blau-gelben Uniformen tragen die „Herolde“ bei ihren Auftritten. Sie erinnern an die Zeit, als Annweiler unter dem Kaisergeschlecht der Staufer seine Blütezeit erlebte und Aufbewahrungsort der Reichskleinodien war. Der Verein „Trifelsherolde“ gestaltet vor allem historische Festumzüge, Stadtjubiläen, Festbankette und ähnliche Veranstaltungen mit. Neben Auftritten in Deutschland stehen häufig Termine im benachbarten Ausland auf dem Programm. Im Elsass sind die „Herolde“ zum Beispiel beim „Pfifferday“ in Ribeauville, dem Blumenkorso in Schlettstadt oder auch bei der „Fete de Hans em Schnokeloch“ in Obernai mit dabei. Auch bei großen Karnevalsumzügen in der Pfalz, beispielsweise in Ludwigshafen oder Dahn, wirken die Herolde mit.

Mitglieder vor acht bis 60 Jahren

2019 feierten sie ihr 70-jähriges Vereinsjubiläum. Dabei wurde nach 1969, 1982 und 1999 zum vierten Mal das Treffen des Verbandes Südwestdeutscher Fanfarenzüge in Annweiler ausgerichtet. Das Bemühen des Vereins ist die Pflege heimatlichen Brauchtums und es wird die Kameradschaft und die Geselligkeit groß geschrieben. Das jüngste Mitglied ist acht Jahre alt, das älteste 60.

„Eine gute Kameradschaft ist uns sehr wichtig. Diese pflegen wir bei gemeinsamen Wanderungen, Vereinsausflügen, der Organisation von Partys im Keller des Hohenstaufensales, bei Probewochenenden im Dekanatsjugendheim Lindelbrunn, bei Grillfesten und den vielen über das Jahr verstreuten musikalischen Auftritten im In- und Ausland“, so Jentzer.

Info

Samstag, 15. Juni, ab 19.30 Uhr: Jubiläumskonzert im Hohenstaufensaal. Sonntag, 16. Juni: Sektionstreffen des Verbandes Südwestdeutscher Fanfarenzüge, ab 11.30 Uhr: Freundschaftsspielen der anwesenden Vereine im Hohenstaufensaal, ab 14 Uhr: Umzug durch Annweiler, ab 14.30 Uhr: Gemeinschaftsspiel der Sektion West auf dem Vorplatz des Hohenstaufensales, ab 15 Uhr: Band „The Spell“ mit Leni Hornbach, Lars Rogowski und weiteren Schülerinnen und Schülern des Trifelsgymnasiums Annweiler. Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen ist frei.

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