Bornheim RHEINPFALZ Plus Artikel Familienvater belebt die Seifenkisten-Tradition

Dietmar Berti kennt sich mit Seifenkisten gut aus. Früher hat er mit seinem Sohn ein Vehikel gebastelt, nun möchte er andere Fam
Dietmar Berti kennt sich mit Seifenkisten gut aus. Früher hat er mit seinem Sohn ein Vehikel gebastelt, nun möchte er andere Familien dafür begeistern, sich an ein eigenes Rennauto zu machen.

Anlässlich des Dorfjubiläums gibt es nach langer Zeit wieder ein Seifenkistenrennen. Dies organisiert ein Familienvater, der keine Mühen scheut für den kurzweiligen Spaß.

Dietmar Berti kann sich noch gut an die Seifenkistenrennen in Bornheim erinnern, an denen er mit seinem Sohn teilnahm. Diese sind aber schon lange her. 2011 und 2013 gingen sie mit einem selbstgebauten Vehikel an den Start. Organisiert wurden die Wettbewerbe von der Kinderinitiative Bornheim, kurz Kib. Bei der letztmaligen Auflage zwei Jahre später weilte der Pfälzer berufsbedingt im Ausland, weshalb er aussetzte. Danach bot sich keine Gelegenheit mehr, denn es fand kein Rennen mehr statt.

Nun, mehr als zehn Jahre später, möchte Berti die Tradition wieder aufleben lassen. Das Dorfjubiläum bilde dazu den passenden Rahmen. Bereits seit dem Jahreswechsel wird in Bornheim das 1050-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert. Höhepunkte im Veranstaltungskalender sind zum Beispiel das Konzert des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim am 19. April und das Saubrunnenfest, das Ende Mai nach langer Zeit wieder gefeiert werden soll.

Hoher Aufwand

Das Seifenkistenrennen ist dagegen auf den 21. Juni terminiert. Die einzelnen Fahrten werden etwa eine Minute dauern, schätzt Berti. Wenn man sich vor Augen führt, wie lange er im Voraus das Ereignis vorbereiten und Teilnehmer dafür gewinnen muss, scheint der Aufwand eigentlich zu groß zu sein. Und: In der Tat kniet er sich in die Sache rein, um eine erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine stellen zu können.

Berti hat in Bornheim und Umgebung 2000 Flyer verteilt und Poster unter anderem an Schulen aufgehängt, um für dieses Ereignis zu werben. Und er habe sich zur Sicherung der Rennstrecke um Strohballen bemüht. Allein das sei eine Herausforderung gewesen. Zum einen, weil im Sommer kein frisches Stroh verfügbar sei, sondern erst im Herbst. Zum anderen gebe es die Ballen gewöhnlich in Übergrößen, sodass man diese nicht einfach mit der Hand bewegen kann. Doch Berti hatte Glück, einen Bauern aus Hochstadt zu finden, der ihn beliefern kann. Sicherstellen könne er das, weil er noch Stroh aus dem vergangenen Jahr auf Lager habe und in der gewünschten Größe pressen könne.

Berti: „Es geht nicht nur um Schnelligkeit“

Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ klemmt sich Berti auch deshalb hinter der Sache, weil das Seifenkistenrennen Familien zusammenbringe und es ihnen Freude bereiten werde, mit den Kindern beziehungsweise den Enkeln eine Seifenkiste zu basteln. Denn bei den Rennen geht es nicht nur darum, ein Gefährt zu haben, mit dem man als Erstes durchs Ziel fährt. Eine Jury wird auch das kreativste Rennauto prämieren, verkündet der gelernte Maschinenbauingenieur.

Als Rennstrecke habe sich die Kirchstraße angeboten, die von der B272 kommend in den Ort führt. Anders als beim Seifenkistenrennen in Minfeld werde sie auch eine Kurve beinhalten. Ziel sei das Storchenzentrum. Die Teilnehmer sollen in drei Altersklassen an den Start gehen: In der ersten Gruppe seien die Sieben- bis Elfjährigen, in der zweiten die Zwölf- bis Siebzehnjährigen, in der dritten die 18- bis 88-Jährigen.

Hoffen auf weitere Teilnehmer

Beim ersten Infoabend, zu dem Berti bereits im August vergangenen Jahres einlud, hatten rund 20 Familien ihr Interesse bekundet, mitzumachen. Durch ein zweites Treffen am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr im Storchenzentrum sollen weitere Teilnehmer gefunden und über den Ablauf informiert werden.

Info

Weitere Infos zum Seifenkistenrennen gibt es per E-Mail an skr@1050-jahre-bornheim.de. Wissenswertes zum Dorfjubiläum findet sich online unter 1050-jahre-bornheim.de.

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