Kreis Südliche Weinstraße Etliche Dorfchefs unschlüssig

Stimmzettel raus aus der Urne, auf den Tisch und dann auszählen: Szene aus Edenkoben.
Stimmzettel raus aus der Urne, auf den Tisch und dann auszählen: Szene aus Edenkoben.
Mit Christian Sternberger (Edesheim) und Robert Vogl (Gleisweiler) haben zwei Ortsbürgermeister im Gespräch mit der RHEINPFALZ für das nächste Jahr definitiv ihren Rückzug erklärt. Bei 14 Ortsbürgermeistern reichen die Antworten vom klaren „Ja, ich will“ bis hin zu „Ich werde mich erst zum letztmöglichen Termin entscheiden“. In der rund 800 Einwohner zählenden Gemeinde Altdorf lässt Ortsbürgermeister Helmut Litty (66), parteilos, die Antwort auf die Frage einer dritten Amtsperiode offen. „Kein Kommentar“, lautet seine Auskunft. Er werde seine Entscheidung zum Jahreswechsel be-kanntgeben. Stefan Werner (43), parteilos, wird im September zwei Jahre das Amt des Ortsbürgermeisters von Böbingen (770 Einwohner) ausüben, in das der Polizeihauptkommissar mit 95,3 Prozent der Stimmen gewählt wurde. „Ich habe vor weiterzumachen.“ Werner sieht ein breites Aufgabenfeld, das er gemeinsam mit den Mitgliedern des Ortsgemeinderates im Interesse der Dorfentwicklung anpacken möchte. Bereitschaft für eine erneute Kandidatur kommt auch von Christian Weber (46, WG Weber) in Burrweiler, der sich gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt hatte und nun seit fünf Jahren die Geschicke des 870 Einwohner zählenden Kommune führt, deren Slogan „Burrweiler – ein Ort mit Weitblick“ lautet. Erst seit April dieses Jahres ist Ludwig Lintz (55, CDU) als Stadtbürgermei-ster von Edenkoben (6800 Einwohner) und Nachfolger des nach einem Krebsleiden verstorbenen Werner Kastner (FWG) im Amt. Er möchte gerne im nächsten Jahr weitermachen. Lintz: „Weil es mir liegt, Menschen mit Problemen zu helfen.“ Zwei Legislaturperioden als Ortsbürgermeister hält Christian Sternberger (CDU) für genug. Deswegen will er bei der nächsten Wahl des Gemeindeoberhaupt der 2350 Einwohner zählenden Gemeinde Edesheim nicht mehr seinen Hut in den Ring werfen. Zu den Gründen wollte sich der 47-jährige Amtsinhaber und Musikpädagoge am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neu-stadt nicht äußern. Seit 2009 steht der 58-jährige Peter Henrich (SPD) in Flemlingen (425 Einwohner) auf der Kommandobrücke. Ihn veranlasst nicht zuletzt das gute Klima im Gemeinderat, sich für eine weitere Amtsperiode zu bewerben. Die Neugestaltung des Friedhofs sowie das Thema Dorferneuerung seien interessante und reizvolle Aufgaben, für die es sich lohne, sich einzusetzen. Ende des laufenden Monats wird Daniel Salm (FWG) neun Jahre Ortsbürgermeister von Freimersheim sein. Der 34-Jährige möchte eine erneute Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt bejahen, will sich aber erst Ende des Jahres offiziell erklären. Der Umgang mit den Menschen in der 1000-Seelen-Gemeinde sowie die Aufgabenvielfalt machten ihm sehr viel Spaß. Entwicklungspotenzial wie das Neubaugebiet wolle er noch ausschöpfen. In Gleisweiler (600 Einwohner), Er-holungsort am Fuße des Teufelsbergs, war der 56-jährige Robert Vogl nach zehnmonatiger Vakanz aus den Reihen der Ratsmitglieder im April 2015 einstimmig zum ehrenamtlichen Ortsbürgermeister gewählt worden. Matthias Hertel von der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben hatte in der Zeit der Vakanz die Ortsgemeinde kommissarisch als Vertretungsbeauftragter geleitet, nachdem nach der Kommunalwahl 2014 kein Ortsbürgermeister zu finden war. Nun aber die große die Überraschung: „Ich werde 2019 für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stehen“. Eine persönliche Erklärung kündigte Vogl für Ende des laufenden Monats an. Lothar Anton (60, SPD) ist im nächsten Monat 14 Jahre lang im Amt des Ortsbürgermeisters, nachdem er zuvor bereits sieben Jahre als Erster Ortsbeigeordneter in Gommersheim (1500 Einwohner) fungierte. Eigentlich eine Zeit, nach der mancher Kollege ans Aufhören denke, so Anton. Er wolle aber noch einmal kandidieren und im Falle seiner Wiederwahl beispielweise den Bau einer Pergola auf dem Friedhof oder die Renovierung der Mehrzweckhalle auf den Weg bringen. Seit Juni dieses Jahres heißt in Groß-fischlingen (650 Einwohner) das Gemeindeoberhaupt Daniel Köbler. Der 40-Jährige hat gerade seine erste Gemeinderatssitzung in seiner neuen Funktion hinter sich. Er fühle sich in der Gemeinde sehr wohl und er lobt die sachliche, ausgewogene und faire Diskussion im Rat. Er stellt sich zur Wiederwahl. Bei Wolfgang Schwarz (SPD), seit 14 Jahren Ortsbürgermeister in Hainfeld (820 Einwohner), geht die Tendenz Richtung einer erneuten Kandidatur. Im Dorf sei das Ziel Kommunalpolitik ohne jegliche parteipolitische Bindung zu schaffen, aber auch kritisch mitzugestalten. Dies habe sich bewährt. Es gebe noch einige Aufgaben, die er mit dem Rat angehen möchte. Regina von Nida (58) gehört seit 25 Jahren dem Ortsgemeinderat von Kleinfischlingen (280 Einwohner) an, ist seit sechs Jahren Ortsbürgermeisterin. Gemeinsam mit ihrem Mann Kurt kümmert sie sich mit Leidenschaft um den Naturschutz. Ob sie sich im nächsten Jahr für eine weitere Kandidatur entscheidet, wollte sie derzeit noch offen lassen. Sie verwies gleichzeitig auf eine Liste von Vorhaben, die noch nicht ganz abgearbeitet sei. Was eine weitere Kandidatur angeht, ist Torsten Engel (CDU) in der knapp 1200-Seelen-Gemeinde Rhodt noch in der Überlegungsphase. Der 43-Jährige ist in seiner ersten Amtsperiode und will die Entscheidung von weiteren Ge-sprächen abhängig machen. „Ich kämpfe derzeit noch mit mir“, sagt Albert Birkmeyer (69), der seit fünf Jahren Gemeindeoberhaupt in Roschbach (850 Einwohner) ist und in diesem Jahr sein 70. Lebensjahr vollendet. Er ist seit 1989 in der Kommunalpolitik, war zwei Legislaturperioden als Beigeordneter tätig. Dies sei eine lange Zeit. Er behält sich die Entscheidung, ob er sich zurückzieht oder noch einmal kandidiert, bis zum spätmöglichsten Zeitpunkt vor. Abhängig macht er seine Entscheidung von den Namen der Bewerberliste für den nächsten Gemeinderat. Jürgen Leibfried (51, parteilos), ist seit Mai 2017 Ortsbürgermeister von Venningen, nachdem er zuvor fast drei Jahre lang als erster Ortsbeigeordneter die Geschäfte der 950 Einwohner zählenden Gemeinde führte. Er ist bereit, im Mai 2019 erneut für das erste Ehrenamt in der Gemeinde zu kandidieren. Andreas Möwes (43, CDU), seit sechs Jahren Amtsinhaber in der 570-Einwohner-Gemeinde Weyher hat sich noch nicht entschieden, ob er wieder antritt. Die Tendenz gehe derzeit zum „Ja.“. Möwes nannte Spielplatz, Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses und vor allem die Kita als Herausforderungen, denen er sich gerne noch stellen wolle.