SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Ermittlungen nach Übergriffen in Kita: Familien in Sorge

Aufmacher_2002
Eltern aus dem Kreis SÜW sind nach den jüngsten Vorfällen in einer katholischen Kita verunsichert.

Ein Erzieher ist von einer katholischen Kita aus dem Landkreis Südliche Weinstraße freigestellt worden. Ihm werden Übergriffe auf Kinder vorgeworfen.

Gegen den Erzieher einer katholischen Kindertagesstätte aus dem Landkreis Südliche Weinstraße wird wegen Gefährdung des Kindeswohls ermittelt. Das haben das Kreisjugendamt und das Bistum Speyer bekannt gegeben.

Stein des Anstoßes soll ein Vorfall gewesen sein, der sich bereits im Oktober vergangenen Jahres ereignet haben soll. Wie der RHEINPFALZ bekannt ist, hatte eine Kollegin davon mitbekommen. Daraufhin hat sie den Träger eingeschaltet. Der Mann wurde daraufhin kurzfristig vom Dienst freigestellt. Wie das Bistum Speyer nun am Freitag in seiner Presseerklärung mitteilt, gibt es inzwischen Anhaltspunkte für weitere Übergriffe. Die Interventionsstelle hat Strafanzeige erstattet.

Kreisjugendamt unterstützt

Das Beratungsteam „Irritierte Systeme“ des Bistums Speyer, das bei Interventionen und Aufarbeitungen sexualisierter Gewalt agiert, unterstützt seit der Bekanntgabe des Falls das Kita-Team und die Elternschaft. Die Mütter und Väter wurden bereits bei einem Elternabend über die Geschehnisse informiert. Weitere Veranstaltungen in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Landau-SÜW sind geplant.

Das Kreisjugendamt hat formaljuristisch keine Rolle im Prozess der Aufklärung und Aufarbeitung der Vorfälle. Die Aufsichtspflicht liege beim Landesjugendamt, wie die Kreisverwaltung SÜW mitteilt. Der Träger der Einrichtung, in diesem Fall die katholische Kirche, ist „für das Einhalten der gesetzlichen Meldepflichten und Strukturen sowie für etwaige arbeitsrechtliche Schritte zuständig“. Das Kreisjugendamt hat sich aber dazu entschlossen, zumindest für die aktuelle Klärungszeit die notwendigen Absprachen und weiteren Schritte mit zu koordinieren. Es möchte dabei unterstützen, den Schutz der Kinder sicherzustellen sowie die Eltern, soweit möglich, transparent zu beteiligen und deren Anliegen zu klären.

Elternvertretung mit Appell an die Kirche

In der Elternschaft geht aber aktuell die Angst um, weil die Mütter und Väter nicht genau wissen, ob auch ihre Kinder Opfer der Übergriffe waren. Von dieser Verunsicherung weiß auch Christian Strecker, der Vorsitzende des Kreiselternausschusses, die Elternvertretung für die Kitas im Kreis. Strecker bittet in diesem Zuge das Bistum Speyer, auch die Einrichtungen in den Blick zu nehmen, in denen der Erzieher zuvor tätig war, um den Eltern und Kindern dort die Möglichkeit zu geben, sich bei Bedarf Hilfe zu holen.

Nach RHEINPFALZ-Informationen sind die Mütter und Väter über die Vorgehensweise des Bistums Speyer irritiert. Sie wurden erst Ende Januar und damit ein Vierteljahr nach dem Bekanntwerden des ersten Vorfalls eingeweiht.

Info

Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Landau-SÜW hat das Jugendamt einen Leitfaden erstellt. Gedacht ist dieser für Fachkräfte, die beruflich mit jungen Menschen zu tun haben. Dort finden sich Tipps für den Fall, dass die Sicherheit und Gesundheit eines Kindes oder Jugendlichen gefährdet sein könnten. Der Leitfaden „Nicht wegschauen – Vorgehensweise im Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“ ist online abrufbar unter suedliche-weinstrasse.de/nichtwegschauen

.

Das Kreisjugendamt ist per E-Mail an jugendamt@suedliche-weinstrasse.de sowie telefonisch unter 06341 640751 erreichbar. Der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamts, der Kinder, Jugendliche sowie Familien unterstützt und Meldungen zu Kindeswohlgefährdung nachgeht, ist über das Kontaktformular unter suedliche-weinstrasse.de/kontaktzumjugendamt zu erreichen.

x