Kreis Südliche Weinstraße „Er hat dieses Amt gelebt“

„Er gehört zu den Menschen, die wenig hervortreten und viel, viel geleistet haben. Und er hat das Herz auf dem rechten Fleck“, lautete die Würdigung des ehemaligen Bürgermeisters der Verbandsgemeinde, Ottmar Klein, für Altbürgermeister Gerhard Fleck aus Böllenborn. Beim Neujahrsempfang der Ortsgemeinde wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen.

30 Jahre lang, von 1984 bis 2014, stand Fleck der Gemeinde Böllenborn mit der Annexe Reisdorf als Ortsbürgermeister vor. Seit 2014 ist sein Nachfolger der ehemalige Beigeordnete Dirk Paulsen, der die zahlreichen Gäste begrüßte und den Neujahrsempfang mit einer Schweigeminute, auch für die Opfer des Terrors in Paris, begann. Ottmar Klein würdigte die „Runderneuerung“ der Gemeinde unter der Ägide Flecks mit rund 70 Maßnahmen und der Beteiligung an zahlreichen Dorfwettbewerben. „Zusammen haben wir 15 Jahre lang einiges bewegt, er war oft in der Verwaltung, um die Belange der Gemeinde – auch mit Nachdruck – zu vertreten“, betonte Klein. „Er hat dieses Amt gelebt, es gibt wenige Ortsbürgermeister, die so lange im Amt waren“, lautete das Lob des Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart (CDU). Staat und Politik könnten bei Weitem nicht alles richten. „Auch in Böllenborn gibt es Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen, das macht das Zusammenleben so wertvoll“, sagte Gebhart. Gerhard Fleck sei kein Mann der lauten Töne gewesen: „Er war da und hat genau hingesehen, wo Not am Mann war.“ „Es ist ihm gelungen, die Bürger auf einen Weg in die Zukunft mitzunehmen“, sagte der amtierende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Hermann Bohrer, der auch das „über alle Maßen“ grenzüberschreitende Engagement von Fleck lobte. Fleck habe zu einer „guten Entwicklung“ von Böllenborn beigetragen, zu einem guten Leben, Wohnen und Miteinander, so Bohrer, der auch das gute kollegiale Verhältnis zum Altbürgermeister lobte. Er überreichte Fleck die Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebundes für dessen 20-jährige Mitgliedschaft im Verbandsgemeinderat und die Dankesurkunde der Verbandsgemeinde. Unter den Ehrengästen war auch Ehrenbürger und Pfarrer Rudolf Nether. Der 95-Jährige gab den Anwesenden ein Wort aus dem ersten Korintherbrief mit auf den Weg: „Wachet stetig im Glauben, seid mannhaft und stark.“ „Der schönste Wunsch, den ich dir mitgeben kann, ist Zufriedenheit“, sagte Heidi Braun, Beigeordnete der Nachbargemeinde Birkenhördt. Sie habe noch nie einen Ehrenbürger geküsst, das werde sie jetzt tun, so Braun schmunzelnd. Das Lob der Redner galt auch Brigitte Fleck, die so viele Jahre ihren Mann in seinem Tun unterstützt habe. Das Paar ist seit mehr als 40 Jahren verheiratet. Viel Applaus erntete der Petronella-Chor aus Bad Bergzabern, der mit Liedern und Gedichten den Neujahrsempfang begleitete. Eigens für Ehrenbürger Fleck intonierte der Chor das Lied „Ich lieb’ das schöne Örtchen, in dem ich geboren bin“. (pfn)

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